Foto: Kevin Paul Davis/Shutterstock
Coinbase steht wegen seiner Sicherheitsstrategie in der Kritik. Ein Cybersecurity-Forscher äußerte öffentlich scharfe Kritik an den Sicherheitspraktiken der Kryptobörse und nimmt dabei insbesondere CEO Brian Armstrong ins Visier.
Dem Forscher zufolge sei der Schutz der Nutzer unzureichend, während der Fokus zu stark auf Wachstum und Skalierung liege.
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Kritik an den Prioritäten von Coinbase
Die Warnung stammt aus einer Analyse des bekannten „Krypto-Detektivs“ ZachXBT, der betont, dass Coinbase strukturelle Entscheidungen trifft, die die Sicherheit der Nutzer gefährden. Dabei geht es nicht um einen Hack der Plattform selbst, sondern darum, dass die Basisschutzmaßnahmen nicht mit dem Nutzerwachstum mithalten.
Besonders kritisiert wird der Umgang mit bekannten Risiken wie Phishing, SIM-Swaps und Social Engineering. Diese Betrugsmethoden zielen darauf ab, Nutzer zu täuschen, um Zugriff auf deren Konten zu erlangen – oft ganz ohne direkte technische Angriffe auf die Plattform.
Wichtig: Es gibt keine Hinweise auf einen groß angelegten Hack bei Coinbase. Die Sorgen betreffen vor allem die Rahmenbedingungen: Wie gut schützt Coinbase seine Nutzer gegen bekannte Betrugsmaschen? Und wie schnell reagiert die Plattform auf verdächtige Aktivitäten?
Es wurden Fälle von Kontoübernahmen gemeldet, bei denen Angreifer über Schwachstellen im Sicherheitskonzept Zugriff erhielten. Die Systeme zur Betrugserkennung reagierten dabei offenbar nicht schnell genug.
8/ While the identity of the victim in this case remains unknown it’s clear a strong lead exists to potentially hold this threat actor legally accountable.
Due to how the funds were split three ways I would expect others may have been involved.
One question I would have is…
— ZachXBT (@zachxbt) December 10, 2024
Rolle von Coinbase-CEO im Fokus
Die Kritik richtet sich nicht nur an das Unternehmen, sondern auch direkt an CEO Brian Armstrong. Als Geschäftsführer sei er laut ZachXBT verantwortlich für strategische Entscheidungen – und vernachlässige dabei die Sicherheit.
In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) erklärte Armstrong, dass die drei obersten Prioritäten für 2026 auf Wachstum ausgerichtet seien. Sicherheit wurde dabei mit keinem Wort erwähnt.
Here are our top priorities for 2026 at Coinbase:
1) Grow the everything exchange globally (crypto, equities, prediction markets, commodities – across spot, futures, and options)
2) Scale stablecoins and payments
3) Bring the world onchain through @CoinbaseDev, @base chain,…
— Brian Armstrong (@brian_armstrong) January 1, 2026
ZachXBT reagierte prompt mit scharfer Kritik:
„Brian versteht immer noch nicht, dass Sicherheit die oberste Priorität von Coinbase sein sollte.“
Keine neuen Sicherheitsvorfälle – doch das Vertrauen leidet
Coinbase selbst hat bislang keine neuen Sicherheitsvorfälle bestätigt. Das Unternehmen verweist regelmäßig darauf, dass Nutzer selbst Verantwortung für die Sicherheit ihrer Konten tragen – etwa durch Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) oder starke Passwörter.
Trotzdem hat die öffentliche Kritik eine breitere Wirkung. Auch ohne konkreten Vorfall kann das Vertrauen der Nutzer und Investoren unter Druck geraten.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die anhaltenden Verzögerungen rund um den US-amerikanischen CLARITY Act, was das Vertrauen der Coinbase-Kunden weiter belastet.
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