Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank
Jerome Powell steht im Zentrum des Sturms. Das US‑Justizministerium hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) eingeleitet. Möglicherweise ist dies der Beginn eines politischen Thrillers, der auch den Kryptomarkt nicht unberührt lässt.
Powell spricht von einem „beispiellosen Angriff“ und warnt davor, dass die Regierung Trump versucht, schneller Zinssenkungen durchzusetzen. Auf dem Spiel steht laut dem mächtigen Banker nichts Geringeres als die Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank.
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Kurz zusammengefasst
- Das US‑Justizministerium startet ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Fed‑Chef Jerome Powell.
- Powell bezeichnet dies als „beispiellos“ und sieht darin politischen Druck, die Zinsen schneller zu senken.
- Der Konflikt erhöht die Unsicherheit an den Finanzmärkten und stellt die Unabhängigkeit der Fed infrage.
Ermittlungen gegen Powell
Offiziell dreht sich die Untersuchung um Powells Aussage vor dem Kongress zu einem Renovierungsprojekt von Fed‑Gebäuden im Wert von 2,5 Milliarden US‑Dollar. Die Justiz prüft, ob Powell den Kongress über das Ausmaß der Umbauarbeiten in die Irre geführt hat.
Powell selbst sieht das anders. Seiner Ansicht nach ist die Renovierung lediglich ein Vorwand. Im Kern gehe es um etwas wesentlich Größeres. Wer bestimmt die Zinspolitik: wirtschaftliche Daten oder politische Einschüchterung? In diesem Video reagiert Powell auf die Anschuldigungen des Justizministeriums:
Video message from Federal Reserve Chair Jerome H. Powell: https://t.co/5dfrkByGyX pic.twitter.com/O4ecNaYaGH
— Federal Reserve (@federalreserve) January 12, 2026
Trump bestreitet alles
Präsident Trump erklärt, nichts von den Ermittlungen zu wissen:
„Ich weiß nichts davon.“
Gleichzeitig teilt er erneut gegen Powell aus:
„Er ist bei der Fed sicher nicht besonders gut, und bauen kann er offenbar auch nicht.“
Die Kritik ist nicht neu. Trump greift Powell und die Fed schon seit Längerem öffentlich an, da er der Meinung ist, die Zinsen müssten schneller gesenkt werden, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Der Präsident stellt es so dar, als halte Powell absichtlich den Fuß auf der Bremse.
Bei einer Veranstaltung in Miami im November 2025 machte Trump aus seinem Unmut keinen Hehl. Er bezeichnete Powell als „nincompoop“, was sich in etwa mit „Dummkopf“ oder „Simpel“ übersetzen lässt.
Nach Ansicht des US‑Präsidenten sinken die Zinsen „trotz“ und nicht „wegen“ Powell. Zuvor hatte die US‑Regierung bereits untersucht, ob der Fed‑Vorsitzende entlassen werden könne – rechtlich erwies sich dies jedoch als nicht umsetzbar.
Trump stellt Powell nicht als unabhängigen Zentralbanker dar, sondern als jemanden, der der Regierung im Weg steht. Es ist eine heikle Angelegenheit, deren Ende vorerst nicht absehbar ist.
Welche Auswirkungen hat das auf den Kryptomarkt?
Wenn eine Regierung offen mit der Zentralbank kollidiert, geraten die Märkte automatisch unter Spannung. Die Unabhängigkeit einer Zentralbank ist schließlich die Grundlage für stabile Politik, gerade weil sie nicht kurzfristigen politischen Interessen folgt.
Zusätzliche Unsicherheit rund um Zinsen, Nachfolge und Vertrauen in die Fed beeinflusst sowohl Aktien und Anleihen als auch Kryptowährungen. Man denke etwa an Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und XRP, die häufig direkt auf Erwartungen hinsichtlich Zinsen und Liquidität reagieren.
Hinzu kommt, dass Powells Amtszeit als Fed‑Vorsitzender im Mai endet. Das schürt Spekulationen darüber, wer seine Nachfolge antritt und welchen Kurs die Fed danach einschlagen wird.
Wie geht es weiter?
Die kommenden Wochen werden spannend. Nicht nur im Hinblick auf den Verlauf der Ermittlungen, sondern vor allem wegen der Frage, wie viel politischen Druck die Fed standhalten kann. Und genau darauf reagieren die Finanzmärkte – und damit auch der Kryptomarkt – äußerst sensibel.
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