Audio und werbung /Shutterstock
Millionen alter Bitcoins drohen dauerhaft gesperrt zu werden. Ein radikaler Notfallplan soll verhindern, dass Supercomputer in Zukunft die größte Schwachstelle von Bitcoin knacken können.
Der Vorschlag sorgt für viel Kritik, auch unter bekannten Stimmen aus der Krypto-Szene. Doch worum geht es genau? Das haben wir uns genauer angesehen.
Vorschlag soll 20 % aller Bitcoins einfrieren
Durch den Aufstieg von Supercomputern, auch als Quantencomputer bekannt, könnten die ältesten Bitcoin-Wallets künftig nicht mehr sicher sein. Entwickler Jameson Lopp und sein Team haben deshalb diesen Monat den Vorschlag BIP-361 vorgestellt: ein umstrittener Plan, um diese anfälligen Wallets zu schützen, indem sie gesperrt werden.
Der Plan funktioniert in zwei Phasen. Innerhalb von drei Jahren nach Zustimmung soll kein Geld mehr an alte, unsichere Adressen gesendet werden dürfen. Zwei Jahre später werden diese Wallets dauerhaft eingefroren.
Besitzer müssten ihre Coins in dieser Zeit auf eine neue Adresse übertragen, die gegen Quantenangriffe resistent ist. Ein solcher Wallet-Typ befindet sich allerdings noch in der Entwicklung.
Wer zu spät handelt, kann seine Bitcoins nicht mehr ausgeben, sie jedoch mithilfe der Wiederherstellungsphrase in einer quantensicheren Wallet wiederherstellen.
Insgesamt geht es um mehr als 4 Millionen Bitcoins – etwa 20 Prozent des gesamten Angebots von maximal 21 Millionen Coins, die jemals existieren werden.
Warum alte Bitcoins anfällig sind
Quantencomputer funktionieren grundlegend anders als klassische Computer und können theoretisch viele Berechnungen gleichzeitig durchführen. Das macht insbesondere alte Bitcoin-Wallets anfällig: Bei diesen Adressen sind die öffentlichen Schlüssel bereits sichtbar, wodurch ein leistungsstarker Quantencomputer möglicherweise den privaten Schlüssel berechnen und die Coins stehlen könnte.
Die Sorge wächst, vor allem nachdem Forscher von Google vermuten, dass solche Angriffe weniger Rechenleistung erfordern könnten als bisher angenommen. Dennoch dürfte es noch Jahre dauern, bis dies praktisch relevant wird.
Das Bitcoin-Netzwerk selbst gilt weiterhin als sicher – das Problem betrifft ausschließlich bestimmte Wallets. Dazu zählen auch die rund 1,1 Millionen Bitcoins des Gründers Satoshi Nakamoto, der zuletzt vor etwa 15 Jahren von sich hören ließ.
Kritik aus der Krypto-Community
Der Vorschlag stößt auf deutlichen Widerstand innerhalb der Branche. Ein zentraler Kritikpunkt: Das Einfrieren von Wallets widerspricht dem grundlegenden Prinzip von Bitcoin als unabhängiges, zensurresistentes Geldsystem, das keiner zentralen Kontrolle unterliegt.
Zwar wird die Bedrohung durch Quantencomputer grundsätzlich ernst genommen, doch viele halten die vorgeschlagene Lösung für zu drastisch.
Statt drastischer Maßnahmen plädiert der deutsche Bitcoin-Experte Roman Reher dafür, die Entwicklung abzuwarten und den Marktmechanismen zu vertrauen, anstatt vorschnell fundamentale Eigenschaften von Bitcoin zu verändern.
Besonders kritisch bewertet er die Signalwirkung eines solchen Eingriffs. Sollte das Netzwerk beginnen, bestimmte Wallets zu beschränken, könnte dies als Türöffner für weitere Eingriffe verstanden werden und das Prinzip der vollständigen Eigenverwahrung infrage stellen.
„Ich habe lieber ein Bitcoin, bei dem 3 bis 4 Millionen Bitcoin wieder verfügbar werden, statt ein Bitcoin, das seinen eigenen Grundprinzipien widerspricht.“, so Reher.
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? So bekommst du 10 € gratis
Der Bitcoin-Kurs bleibt in Bewegung. Denkst du, dass jetzt der richtige Zeitpunk ist um Bitcoin, XRP oder eine andere Kryptowährung zu kaufen? Bitvavo – eine der führenden Kryptobörsen Europas – lädt dich ein: Melde dich heute an und erhalte 10 € gratis Krypto deiner Wahl.
Die Registrierung dauert nur 1 Minute und ist komplett kostenlos.
👀 Ansehen & sichern