Angst vor Bitcoin-Verkäufen bei Strategy „unnötig“ – Reaktionen gehen auseinander

2 Min. Lesedauer
08. Mai 2026, 10:12
Angst vor Bitcoin-Verkäufen bei Strategy „unnötig“ – Reaktionen gehen auseinander
Foto: PJ McDonnell / Shutterstock.com

Strategy, der größte institutionelle Bitcoin-Besitzer der Welt, erwägt erstmals, einen Teil seiner Bestände zu verkaufen. Die Nachricht sorgte Anfang dieser Woche für Unruhe in der Kryptobranche, da CEO Michael Saylor stets betont hatte, niemals Bitcoin verkaufen zu wollen. Die Verkäufe sollen zur Finanzierung von Dividenden dienen.

Zusammengefasst

  • Strategy erwägt den Verkauf von Bitcoin, um jährlich 1,5 Milliarden US-Dollar an Dividenden und Zinszahlungen zu finanzieren.

  • CEO Michael Saylor bricht damit mit seiner bekannten Aussage aus dem vergangenen Jahr: „Never sell your Bitcoin.“

  • Experten reagieren unterschiedlich auf die Nachricht.

Eine strategische Kehrtwende

Während der Präsentation der Quartalszahlen ließ Michael Saylor erstmals offen, dass Strategy Bitcoin verkaufen könnte. Das Unternehmen möchte damit jährlich rund 1,5 Milliarden US-Dollar an Dividenden- und Zinszahlungen decken.

Das neue Geschäftsmodell sei klar, so Saylor: „Man kauft Bitcoin mit geliehenem Geld, lässt den Wert steigen und verkauft anschließend Bitcoin, um die Dividende zu bezahlen.“ Bereits ein jährlicher Anstieg des Bitcoin-Kurses von nur 2,3 Prozent würde laut ihm ausreichen, um dieses Modell dauerhaft zu finanzieren.

Die Ankündigung folgt auf ein Quartal, in dem das Unternehmen einen Nettoverlust von 12,54 Milliarden US-Dollar verbuchte – größtenteils Buchverluste infolge des gefallenen Bitcoin-Kurses.

Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus

Kritiker wie Peter Schiff sehen die Ankündigung als Versuch, ein „Ponzi-System“ (eine Form von Anlagebetrug) am Leben zu halten. Er spekuliert, dass Saylor eher die Dividende aussetzen und den Aktienkurs abstürzen lassen würde, als durch größere Bitcoin-Verkäufe den Marktpreis unter Druck zu setzen. Deshalb bezeichnet er das Geschäftsmodell als „schwach“.

Der Analyst Darkfrost von CryptoQuant zeigt sich dagegen wenig überrascht. Seiner Ansicht nach handelt es sich nicht um eine neue Entwicklung:

„Die Medien werden viel Aufhebens darum machen, weil Saylor es nun öffentlich gesagt hat. Strategy hatte dies jedoch bereits in einem Formular offengelegt, das im April 2025 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde.“

Bruch mit der Vergangenheit hatte nur geringe Auswirkungen

Die Ankündigung steht im klaren Widerspruch zu Saylors langjährigem Dogma. Noch im vergangenen Jahr schrieb er auf X: „Never sell your Bitcoin“ („Verkaufe niemals deine Bitcoin“). Einige Stimmen in der Kryptobranche sehen darin einen Glaubwürdigkeitsverlust für Saylor und das Unternehmen.

Die Nachricht löste zwar kurzfristig Reaktionen am Markt aus, doch eine größere Panik blieb aus. Der Bitcoin-Kurs fiel nach der Meldung zunächst unter 81.000 US-Dollar. Auch die Aktie von Strategy verlor nachbörslich mehr als vier Prozent. Kurz darauf erholten sich jedoch sowohl der Bitcoin-Kurs als auch die Aktie nahezu vollständig.

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