Foto: Jaytrading / YouTube
In letzter Zeit fragen sich viele Anleger: Soll ich jetzt einmalig investieren oder lieber monatlich sparen? Gerade in volatilen Märkten – ob bei ETFs, Bitcoin (BTC), Edelmetallen oder Aktien – ist es nicht leicht, den richtigen Einstieg zu finden.
Ich habe mich intensiv mit beiden Methoden beschäftigt und möchte heute meine Erfahrungen teilen.
Warum ein Einmal-Invest oft überlegen ist
Ich habe es selbst ausprobiert: Wenn ich ein größeres Startkapital habe, ist der Einmal-Invest (Smash Buy) fast immer die bessere Wahl. Warum? Weil der Zinseszinseffekt von Beginn an arbeitet.
Ein Beispiel: Hätte ich vor 30 Jahren 100.000 € in den S&P 500 investiert – ohne weitere Einzahlungen – wäre das Ergebnis deutlich besser, als wenn ich monatlich 500 € über den gleichen Zeitraum gespart hätte.
Mit dem richtigen ETF kann man so allein durch die frühe Investition über 150.000 € mehr Rendite erzielen – ganz ohne laufende Sparraten. Und das bei weniger Gesamtaufwand. Diese Zahlen lassen sich übrigens einfach mit dem Sparplanrechner von iShares durchspielen.
Wann der Sparplan trotzdem sinnvoll ist
Trotzdem habe ich auch Sparpläne – und das aus gutem Grund. Denn sie bieten psychologische Sicherheit. Man investiert nicht alles auf einmal und hat die Chance, Kurse auf dem Weg nach unten mitzunehmen.
Besonders bei unsicheren Marktsituationen oder wenn man sich nicht sicher ist, ob man gerade am Hochpunkt kauft, kann ein Sparplan helfen, das Risiko zu streuen.
Gerade bei Einzelaktien oder volatilen Assets wie Rohstoffen ist das wichtig. Ich habe zum Beispiel einen Sparplan bei BHP Group und Novo Nordisk laufen. Bei Novo Nordisk wäre ich mit einem Einmal-Invest 34 % im Minus gewesen.
Dank meines Sparplans stehe ich heute nahezu auf Einstiegskurs – das sogenannte “Runter-DCA’en” hat funktioniert.
Die perfekte Kombination: Beides nutzen
Am effektivsten fahre ich persönlich mit einer Kombination aus beidem. Wenn ich z. B. 50.000 € zur Verfügung habe, investiere ich etwa 25.000 € direkt und den Rest verteile ich über einen Sparplan. So profitiere ich vom Zinseszinseffekt und habe trotzdem Kapital in der Hinterhand, falls es einen Kursrutsch gibt.
Wichtig ist: Geld sollte nicht ungenutzt herumliegen. Selbst wenn man noch abwartet, kann es in der Zwischenzeit z. B. auf Trade Republic leicht verzinst werden. Das reduziert die “Leerlaufzeit” und sorgt dafür, dass das Kapital kontinuierlich arbeitet.
Strategie nach Situation anpassen
Jeder hat andere finanzielle Möglichkeiten. Ich selbst hatte 2020 weder die Mittel noch die Sicherheit, um große Beträge auf einmal zu investieren. Deshalb war der Sparplan für mich damals optimal. Heute, mit mehr Erfahrung und Kapital, nutze ich gezielt beides.
Mein Tipp: Wenn du Startkapital hast – nutze es. Wenn nicht, fang mit einem Sparplan an. Und wenn du kannst: Kombiniere beides. Denn Rendite ist wichtig – aber auch Flexibilität und Sicherheit zählen.
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