Krypto-Skandal: Festnahme nach 45 Mio. € Bitcoin-Spende

2 Min. Lesedauer
19. Aug. 2025, 14:03

Der bereits vorbestrafte Drogenhändler Tomáš Jiřikovský beherrscht derzeit die Schlagzeilen in allen tschechischen Medien. Die tschechische Polizei hat ihn im Zusammenhang mit einem Kryptoskandal festgenommen.

Millionen von Euro in Bitcoin sind auf fragwürdige Weise bei der Regierung gelandet. Der Fall reicht bis in höchste politische Kreise und sorgt für große Aufregung in Tschechien.

Festnahme des Drogenkriminellen

Die tschechische Polizei nahm Tomáš Jiřikovský bei einer Hausdurchsuchung in Břeclav fest. Ihm wird vorgeworfen, eine Spende von 468 Bitcoin – zum damaligen Kurs rund 45 Millionen Euro – an das Justizministerium geleistet zu haben.

Laut den Ermittlungen steht er nun unter Anklage wegen Geldwäsche, Drogenhandel und Bestechung. Dieser Fall führte bereits zum Rücktritt von Justizminister Pavel Blažek.

Ermittlungen

Das tschechische Nationale Zentrum zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (NCOZ) untersucht den Vorfall wegen Geldwäsche und Verbindungen zum Drogenhandel. Die Generalstaatsanwaltschaft wurde eingeschaltet, und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Demnach soll Jiřikovský das Bitcoin-Vermögen während eines Aufenthalts in Asien dem Justizministerium gespendet haben.

Minister Pavel Blažek nahm die Spende von 468 Bitcoin im Namen des Ministeriums an – damals rund 450 Millionen Euro wert. Nachdem dies öffentlich wurde, musste Blažek zurücktreten.

Seine Nachfolgerin, Eva Decroix, leitete nach ihrem Amtsantritt eine Untersuchung ein. Dabei wurde festgestellt, dass die Spende zu Unrecht angenommen wurde, da es sich sehr wahrscheinlich um kriminelle Mittel handelte.

Der Bitcoinskandal weitet sich immer weiter aus. Die größte Oppositionspartei ANO fordert nun auch den Rücktritt der Finanzministerin Zbyněk Stanjura, die laut mehreren Parteimitgliedern ebenfalls in den Fall verwickelt sein soll.

Der Verdächtige

Tomáš Jiřikovský ist kein Unbekannter für die Justiz. Bereits 2016 wurde er festgenommen und zu neun Jahren Haft verurteilt, von denen er vier verbüßte. Er wurde damals wegen des Betriebs des Darknet-Drogenmarkts „Sheep Marketplace“ verurteilt.

Politische Auswirkungen

Nur wenige Monate vor den Parlamentswahlen trifft der Skandal die Partei von Premierminister Petr Fiala hart. Zwar überstand die Regierung ein Misstrauensvotum, doch die Wahlen im Oktober 2025 rücken näher, und der Skandal überschattet den Wahlkampf. In aktuellen Umfragen liegt die Oppositionspartei ANO vorn.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass nach diesem Skandal eine neue Regierung unter Führung von ANO gebildet wird. Das könnte dazu führen, dass weitere führende Politiker im Rahmen dieses außergewöhnlichen Kryptoskandals angeklagt werden.

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