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Ist Krypto-Diebstahl in Deutschland legal?

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Foto: Max Acronym/ Shutterstock

Vor einigen Tagen sorgte ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Braunschweig für Diskussionen in der Kryptoszene.

Das Gericht entschied, dass das Übertragen von Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) aus fremden Wallets mit bekannten Zugangsdaten unter bestimmten Umständen nicht als Diebstahl im Sinne des deutschen Strafrechts (§242 StGB) gilt.

Im Fall ging es um einen IT-Administrator, der Zugang zur Seed-Phrase einer Wallet hatte. Nach der Aufladung mit Kryptowährungen im Wert von 2,5 Millionen Euro transferierte er die Coins heimlich auf eigene Konten. Während der Eigentümer dies als Diebstahl ansah, sahen die Richter das anders.

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Juristische Bewertung

Das Gericht stellte fest, dass „Diebstahl“ nach deutschem Recht nur die Wegnahme einer körperlichen Sache umfasst. Kryptowährungen sind jedoch digitale Daten und keine körperlichen Gegenstände, weshalb der klassische Diebstahltatbestand nicht greift.

Auch andere Straftatbestände, wie Computerbetrug oder Datenveränderung, konnten im konkreten Fall nicht angewandt werden, weil etwa eine Täuschung oder ein Angriff auf technische Sicherungen fehlten.

Rechtliche Folgen und Problematik

Das Urteil legt eine Schutzlücke offen: Wer Zugangsdaten legal oder ohne klare Strafrechtsverletzung erhält und dadurch Kryptowährungen unbefugt überträgt, bleibt im Zweifel straffrei. Krypto-Besitzer müssen sich daher vor allem auf eigene Sicherheitsmaßnahmen verlassen, da das Gesetz digitalen Besitz kaum schützt.

Experten fordern dringend rechtliche Anpassungen, um digitale Vermögenswerte besser zu schützen. Das aktuelle Urteil führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit und könnte Missbrauch fördern. Während in anderen Ländern schon über neue Straftatbestände diskutiert wird, bleibt in Deutschland vor allem der zivilrechtliche Weg zur Regulierung von Krypto-Diebstahl.

Das Urteil zeigt, dass das deutsche Strafrecht für Kryptowährungen noch nicht ausreichend gerüstet ist. Bis gesetzliche Nachbesserungen erfolgen, bleibt der Schutz digitaler Assets begrenzt. Krypto-Besitzer sollten ihre Zugangsdaten und Wallets besonders gut sichern.

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Über den Autor:
Amal Bell

Amal Bell schreibt seit Februar 2024 für Crypto Insiders. Ihr Interesse an Kryptowährungen und Blockchain-Technologie wurde durch die tiefgehende Transparenz und das Potenzial für Dezentralisierung inspiriert. Sie spezialisiert sich auf das Management von Mining-Nodes, Investitionen und das Schreiben von Smart Contracts. Amal glaubt fest an eine vielversprechende Zukunft für Kryptowährungen und Blockchain, die Innovation und breitere Akzeptanz bringen werden.

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