Europol zerschlägt Krypto-Bande – 700 Mio. € gewaschen

3 Min. Lesedauer
05. Dez. 2025, 11:14

Ein gigantisches Netz von Kryptobetrug, das sich jahrelang unter dem Radar halten konnte, ist nach einer Reihe europäischer Razzien unter Leitung von Europol, der europäischen Ermittlungsbehörde, endlich zum Stillstand gebracht worden.

In mehreren Ländern gingen Polizeieinheiten gleichzeitig gegen ein Netzwerk vor, das Opfer mit falschen Investitionsplattformen köderte und anschließend über ein Geflecht von Börsen Hunderte Millionen Euro wusch.

Europol spricht von einem der größten Krypto-Betrugsfälle, die jemals auf europäischem Boden verfolgt wurden.

Wie das Netzwerk Opfer mit „Krypto-Gewinnen“ in die Falle lockte

Was als Untersuchung gegen eine verdächtige Plattform begann, entwickelte sich langsam zu einem Dossier, das ganze Abteilungen der Justiz beschäftigte.

Die betrügerische Operation entpuppte sich nämlich als ein großes Netzwerk aus Dutzenden Fake-Plattformen. Über geschickte Anzeigen wurden hohe Renditen versprochen.

Sobald jemand anbiß, meldete sich sofort ein Callcenter. Die Mitarbeiter waren darauf trainiert, Opfer unter Druck zu setzen und versprachen persönliche Betreuung.

Laut Europol wurden die Opfer „wiederholt unter Druck gesetzt, nachdem sie angeblich hohe Gewinne auf ihrem Konto erscheinen sahen“, während diese Gewinne in Wirklichkeit völlig erfunden waren.

Das Netzwerk agierte zudem international. Sobald die Krypto eines Opfers eingegangen war, wurde sie über verschiedene Blockchains und Börsen verteilt, sodass die Spur schwer zu verfolgen war.

Ermittler stellten fest, dass auf diese Weise mehr als 700 Millionen Euro gewaschen wurden. Der Betrug beschränkte sich jedoch nicht auf die Fake-Plattformen selbst.

Mindestens ebenso wichtig war die Marketing-Maschinerie dahinter. Firmen, die über Online-Anzeigen, manchmal mit Deepfake-Videos von Politikern oder Prominenten, neue Opfer zuführten.

Internationale Zusammenarbeit unter Europol

Im Oktober machte Europol den ersten großen Schritt mit Razzien unter anderem in Zypern, Deutschland und Spanien.

Neun Verdächtige wurden festgenommen und eine beträchtliche Menge an Vermögenswerten beschlagnahmt, darunter Bankguthaben, Krypto, Bargeld und Luxusgüter.

Diese Aktion machte einen wichtigen Teil der Finanzinfrastruktur unbrauchbar. Einen Monat später folgte die zweite Phase, die auf die Marketing-Maschine hinter der Operation abzielte.

Polizeiteams in Belgien, Bulgarien, Deutschland und Israel nahmen Werbe- und Affiliate-Systeme offline, die Opfer zu den Fake-Plattformen führten.

Dabei gerieten auch Deepfake-gesteuerte Kampagnen ins Visier, die in den vergangenen Jahren immer häufiger als Lockmittel für Investitionsbetrug auftauchten.

Europol spielte eine zentrale Rolle bei der Verbindung aller beteiligten Länder – mit Analysten, Krypto-Spezialisten und logistischer Unterstützung an den Aktionstagen.

Obwohl das Netzwerk weitgehend zerschlagen ist, werden die Geldströme in den kommenden Monaten weiter verfolgt, um mehr Vermögen zu sichern und Strafverfolgungen vorzubereiten.

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