Der Leitzins dominierte die Nachrichten – deshalb ist er so wichtig

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Der Leitzins dominierte die Nachrichten – deshalb ist er so wichtig
Foto: Shutterstock/sweet_tomato

An diesem Thema kamen Anleger in dieser Woche nicht vorbei: dem Leitzins. Die US-Notenbank beschloss, ihren wichtigsten Leitzins unverändert zu lassen. Doch warum ist dieses Thema für den Kryptomarkt so wichtig?

Zusammengefasst

  • Der Leitzins beeinflusst die Bereitschaft der Anleger, Risiken einzugehen; ein höherer Leitzins macht sichere Anlageformen attraktiver.

  • Ein niedrigerer Leitzins kann dazu führen, dass mehr Geld (Liquidität) für Investitionen in risikoreichere Anlageklassen wie Kryptowährungen zur Verfügung steht.

  • Die Zinspolitik beeinflusst zudem den Wert des US-Dollars, was sich auf die Preise von Kryptowährungen auswirken kann.

Der Einfluss des Leitzinses auf Kryptowährungen

Warum wirkt sich eine Zinsentscheidung auf Kryptowährungen aus? Viele Anleger betrachten Kryptowährungen als risikoreiche Investition. Vergleichen Sie dazu die folgenden drei Möglichkeiten:

  • Geld auf einem Sparkonto

  • Anlagen mit geringerem Risiko, wie Staatsanleihen

  • Anlagen mit höherem Risiko, wie Kryptowährungen oder Aktien

Wenn die Zinsen hoch sind, werfen sichere Anlagen plötzlich deutlich höhere Renditen ab. Angenommen, ein Sparkonto oder eine Staatsanleihe bringt 5 Prozent Rendite, während Bitcoin zwar um 50 Prozent steigen, aber auch um 30 Prozent fallen kann.

Viele große Investoren denken dann: „Warum sollte ich ein hohes Risiko eingehen, wenn ich relativ sicher 5 Prozent verdienen kann?“ Das ist einer der Gründe, warum bei höheren Zinsen häufig Kapital aus dem Kryptomarkt abfließt.

Was passiert bei Zinssenkungen? Angenommen, der Leitzins sinkt von 5 Prozent auf 2 Prozent. Dann bringen sichere Anlagen deutlich geringere Erträge.

Anleger suchen dann wieder nach höheren Renditen und investieren eher in Aktien, Wachstumsunternehmen, Technologie – und damit auch in Kryptowährungen.

Darüber hinaus werden Kredite durch niedrigere Zinsen günstiger, und in der Regel steht mehr Geld (Liquidität) in der Wirtschaft zur Verfügung. Dieses zusätzliche Kapital kann in den Kryptomarkt fließen und die Kurse nach oben treiben.

Schließlich spielt auch der Wert des US-Dollars eine wichtige Rolle, und die Zinspolitik hat darauf direkten Einfluss. Ein hoher Leitzins in den USA macht den Dollar für internationale Anleger attraktiver und stärkt dadurch seinen Wert.

Da die meisten Kryptowährungen in US-Dollar gehandelt werden, werden sie für Anleger mit anderen Währungen teurer. Das kann die Nachfrage bremsen. Umgekehrt kann ein niedrigerer Leitzins den Dollar schwächen, wodurch Kryptowährungen vergleichsweise günstiger werden und die Nachfrage steigen kann.

Der Markt blickt nach vorn, nicht zurück

Nicht nur die aktuelle Zinsentscheidung ist entscheidend. Die Finanzmärkte versuchen, die nächsten Schritte der Zentralbanken vorherzusagen. Schon die Erwartung einer künftigen Zinssenkung kann die Kurse steigen lassen, noch bevor die Entscheidung tatsächlich getroffen wird.

Deshalb reagieren die Märkte häufig weniger auf die eigentliche Entscheidung – die oft bereits eingepreist ist – als auf die Reden der Notenbankpräsidenten und neue Inflationsdaten. Diese liefern Hinweise auf die künftige Geldpolitik, und genau darauf stellen sich die Anleger ein.

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