Bitcoin und Altcoins stürzen wegen wachsender Sorgen ab: Heute ist ein entscheidender Tag

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Bitcoin und Altcoins stürzen wegen wachsender Sorgen ab: Heute ist ein entscheidender Tag
Foto: Summit Art Creations / Shutterstock
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Gestern erlebte der Kryptomarkt einen tiefroten Handelstag. Bitcoin rutschte um mehr als 2 Prozent ab, während Altcoins wie XRP noch deutlich stärker unter Druck gerieten. Als Hauptgrund gelten die am Nachmittag veröffentlichten Inflationsdaten, doch hinter dem Ausverkauf stecken noch weitere Ursachen. Und schon heute steht der nächste Inflationstest an, der erneut für erhebliche Unruhe sorgen könnte.

3 Gründe für den BTC-Rückgang

Der Bitcoin-Kurs bewegte sich gestern fast den gesamten Tag über abwärts, die heftigsten Verluste gab es jedoch am Nachmittag. Nach der Veröffentlichung des US-Erzeugerpreisindex (PPI) um 14:30 Uhr verlor Bitcoin innerhalb von nicht einmal einer Stunde 1,64 Prozent.

Der Bitcoin-Preis der vergangenen 24 Stunden. - Quelle: CoinGecko

Bitcoin fiel von fast 78.000 Dollar auf 76.700 Dollar und gab in der vergangenen Nacht sogar noch etwas weiter nach. Letztlich musste die Digitalwährung einen Verlust von 2,22 Prozent verbuchen. Zudem flossen aus den US-amerikanischen Bitcoin-Fonds mehr als 282 Millionen Dollar Kapital ab, wie Daten von SoSoValue zeigen.

Bislang endete jeder Handelstag dieser Woche im Minus, insgesamt ist Bitcoin um fast 5 Prozent gefallen. Am Montag lag der Kurs noch oberhalb der Marke von 80.000 Dollar.

Bitcoin geriet so stark unter Druck, weil die Inflationsdaten etwas höher ausfielen als erwartet. Die Erzeugerpreise stiegen im August gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent, während mit 5,3 Prozent gerechnet worden war. Dadurch rechnen inzwischen fast 70 Prozent des Marktes mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche. Vor der Veröffentlichung der Daten hatten etwa 60 Prozent mit einem solchen Schritt zur Eindämmung der Inflation gerechnet.

Gleichzeitig muss der Markt mit hohen Ölpreisen zurechtkommen. Brent-Rohöl ist erstmals seit dem 21. Mai auf 109 Dollar gestiegen. Seit dem 26. August verteuerte es sich bereits um fast 30 Prozent, nachdem der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten erneut eskaliert ist. Anleger rechnen inzwischen mit einem länger andauernden Konflikt.

Die Ölpreise weisen eine starke Korrelation mit der Verbraucherpreisinflation auf, weshalb der kräftige Anstieg Anlass zur Sorge gibt. Befürchtet wird vor allem eine restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken. Die Notenbanker befinden sich allerdings in einer schwierigen Lage, da die höhere Inflation auf einen Angebotsschock zurückzuführen ist, den sie naturgemäß nicht kontrollieren können.

Die gestiegenen Inflationserwartungen verschärfen zudem die ohnehin angespannte Lage an den weltweiten Anleihemärkten, wo die langfristigen Renditen historisch hoch sind. So liegt die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf dem höchsten Niveau seit 2007. Das wirkt sich auf Hypothekenzinsen, Finanzierungskosten für Unternehmen sowie auf die Bewertungen von Aktien, Gold und Kryptowährungen aus.

Bitcoin scheint eine „M-Top“-Formation ausgebildet zu haben. Laut Analyst Cheds ist die Marke von 76.000 Dollar nun das entscheidende Niveau, das verteidigt werden muss.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Bitcoin-Kurs auf der Kryptobörse OKX bei 77.110 Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht das einem BTC-Preis von 66.412 Euro. Gegenüber dem Stand vor 24 Stunden liegt BTC damit 1,75 Prozent im Minus.

Zcash stürzt um fast 12 Prozent ab

Altcoins werden noch stärker nach unten gezogen. Ethereum bildet mit einem moderaten Rückgang von 0,81 Prozent die Ausnahme. Damit bleibt der größte Altcoin deutlich oberhalb der Marke von 2.400 Dollar.

Andere Kryptowährungen verzeichnen noch stärkere Verluste als Bitcoin. XRP büßte 3,06 Prozent ein, Solana 2,56 Prozent, Dogecoin 2,23 Prozent und Hyperliquid 5,71 Prozent. Die Privacy-Kryptowährung Zcash, die zuletzt stark gestiegen war, brach sogar um 11,92 Prozent ein. Damit ist sie zugleich der größte Verlierer innerhalb der erweiterten Top 100.

Neue Inflationsdaten um 14:30 Uhr

Um 14:30 Uhr wird in den USA der Verbraucherpreisindex (CPI) veröffentlicht. Es handelt sich um die letzten wichtigen Inflationsdaten, die noch Einfluss auf die Zinsentscheidung am kommenden Mittwoch haben können.

Auf Jahressicht wird wie im Vormonat mit einer Inflationsrate von 3,4 Prozent gerechnet. Noch wichtiger könnte jedoch die Kerninflation sein. Sie zeigt, in welchem Ausmaß die hohen Ölpreise bereits auf andere Bereiche der Wirtschaft durchgeschlagen haben.

Sollten die Zahlen niedriger als erwartet ausfallen, könnte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung wieder deutlich sinken. Das wiederum könnte dem Kryptomarkt zu Kursgewinnen verhelfen.

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