Wer in Deutschland Bitcoin und andere Kryptowährungen kauft und anschließend ein Jahr lang nichts damit macht, kann den Gewinn beim Verkauf derzeit meist steuerfrei behalten. Genau diese beliebte Regelung will die Bundesregierung nun abschaffen.
Das Bundesfinanzministerium arbeitet an einem Plan, nach dem Gewinne aus neuen Kryptokäufen ab 2027 grundsätzlich besteuert werden sollen. Der vorgeschlagene Steuersatz beträgt 25 Prozent – unabhängig davon, ob jemand seine Bitcoin nach einigen Monaten oder erst nach mehreren Jahren verkauft.
Kryptowährungen, die vor dem 1. Januar 2027 gekauft wurden, sollen nach dem derzeitigen Plan weiterhin unter die bestehenden Steuerregeln fallen.
Zusammengefasst
-
Deutschland will die Steuerfreiheit beim Verkauf von Kryptowährungen nach einer Haltedauer von einem Jahr abschaffen.
-
Für neue Käufe ab 2027 ist ein einheitlicher Steuersatz von 25 Prozent vorgesehen.
-
Kryptowährungen, die vor 2027 gekauft wurden, sollen weiterhin unter die bisherigen Regeln fallen.
Nach einem Jahr nicht mehr steuerfrei
Die derzeitigen Regeln machen Deutschland für Menschen attraktiv, die Bitcoin langfristig halten.
Wer seine Kryptowährungen erst nach zwölf Monaten verkauft, kann den Gewinn als Privatanleger in der Regel steuerfrei vereinnahmen.
Wer Kryptowährungen derzeit innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkauft, muss darauf in Deutschland in der Regel Einkommensteuer zahlen. Die Höhe des Steuersatzes hängt dabei vom persönlichen Einkommen ab.
Der neue Plan soll daraus ein einheitliches System machen: Gewinne aus Kryptowährungen würden wie Kapitalerträge aus Aktien einem festen Steuersatz von 25 Prozent unterliegen. Hinzukommen könnten noch bestimmte Steuerzuschläge.
Alte Bitcoin-Bestände bleiben verschont
Die Änderung soll ausschließlich für Kryptowährungen gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 gekauft werden.
Wer seine Bitcoin bereits vorher erworben hat, soll nach dem derzeitigen Vorschlag weiterhin von den bestehenden Steuerregeln profitieren.
Ab 2028 soll zudem die Erhebung der Steuer einfacher werden. Kryptoplattformen sollen den fälligen Betrag dann automatisch einbehalten, wie es hierzulande bereits bei vielen anderen Kapitalanlagen üblich ist.
Plan kann sich noch ändern
Die Details finden sich in einem Gesetzentwurf, den unter anderem das Handelsblatt eingesehen hat. Der Plan wird innerhalb der Bundesregierung noch beraten und kann daher noch geändert werden.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte bereits zuvor deutlich gemacht, warum er die Regeln ändern möchte. Seiner Ansicht nach sollten Einkünfte aus Kryptowährungen genauso besteuert werden wie Erträge aus anderen Kapitalanlagen.
Die Bundesregierung rechnet zudem mit zusätzlichen Einnahmen: rund 160 Millionen Euro im Jahr 2028, die bis 2031 auf etwa 350 Millionen Euro jährlich steigen sollen.








