Bericht: Fysische Angriffe auf Kryptobesitzer nehmen deutlich zu

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23. Juli 2026, 20:20
Bericht: Fysische Angriffe auf Kryptobesitzer nehmen deutlich zu
Foto: Victor Velter / Shutterstock.com

Der digitale Tresor von Kryptobesitzern wird immer häufiger über die Haustür geknackt. Kriminelle verlagern ihren Fokus von Online-Hacks hin zu physischer Gewalt, etwa durch Wohnungsüberfälle und Entführungen.

Das geht aus einem neuen Bericht des Sicherheitsunternehmens CertiK hervor, das eine besorgniserregende Zunahme solcher Vorfälle feststellt. Besonders Frankreich sticht dabei als Brennpunkt hervor.

Zusammengefasst

  • CertiK registrierte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 weltweit 52 verifizierte physische Angriffe auf Kryptobesitzer.

  • Wohnungsüberfälle entwickelten sich zur am häufigsten gemeldeten Angriffsform – mit 20 Vorfällen gegenüber nur einem im Vorjahreszeitraum.

  • Das finanzielle Risiko stieg auf rund 124,1 Millionen US-Dollar, umfasst jedoch mehr als nur nachgewiesene Diebstähle.

Wohnungsüberfälle werden zum größten Risiko

Das Sicherheitsunternehmen CertiK veröffentlichte den Bericht am 23. Juli 2026. Verglichen wurde die erste Jahreshälfte 2026 mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025.

Insgesamt verifizierte CertiK 52 sogenannte Wrench Attacks. Dabei setzen Kriminelle Kryptobesitzer oder deren Familien unter physischen Druck, um Zugang zu Kryptowerten zu erzwingen.

Ein Jahr zuvor waren es noch 39 Vorfälle. Das entspricht einem Anstieg von 33,3 Prozent.

Die größte Veränderung zeigt sich bei Wohnungsüberfällen. Deren Zahl stieg von einem öffentlich gemeldeten Vorfall in der ersten Hälfte des Jahres 2025 auf 20 in der ersten Hälfte des Jahres 2026.

Entführungen nehmen zu, Raubüberfälle gehen zurück

Auch die Zahl der Entführungen ist gestiegen. CertiK registrierte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 insgesamt 16 Fälle, gegenüber 12 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Raubüberfälle gingen hingegen zurück. Hier wurde nur noch ein Vorfall gezählt, verglichen mit fünf in der ersten Hälfte des Jahres 2025.

Laut CertiK deutet der Anstieg von Wohnungsüberfällen darauf hin, dass Kriminelle digitale Sicherheitsmaßnahmen zunehmend durch physischen Zwang zu umgehen versuchen.

Frankreich fällt in der Statistik besonders auf

Europa war für 39 der weltweit 52 verifizierten Vorfälle verantwortlich. Vor allem Frankreich verzeichnet erhebliche Probleme. Allein dort wurden 33 Fälle registriert – nahezu zwei Drittel aller Vorfälle.

CertiK führt diese Konzentration möglicherweise auf das besonders sichtbare Krypto-Ökosystem in Frankreich zurück. Dabei spielen Datenlecks sowie Informationen über Identität, Wohnadresse und den mutmaßlichen Krypto-Besitz der Betroffenen eine wichtige Rolle.

Die Zahlen der französischen Behörden fallen sogar noch höher aus. Innenminister Laurent Nuñez erklärte am 2. Juli, dass Frankreich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 „77 mit Kryptowährungen verbundene Entführungen, Erpressungsfälle oder versuchte Erpressungen“ registriert habe.

Das waren mehr als die 45 Fälle im gesamten Jahr 2025. CertiK verwendet jedoch eine engere Definition und berücksichtigt ausschließlich öffentlich gemeldete Vorfälle, die das Unternehmen unabhängig verifizieren konnte.

Schadenssumme erfordert Einordnung

Das finanzielle Risiko belief sich auf rund 124,1 Millionen US-Dollar. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 lag dieser Wert noch bei 10,5 Millionen US-Dollar.

Diese Summe entspricht jedoch nicht zwangsläufig der tatsächlich erbeuteten Beute. Sie kann auch Lösegeldforderungen, von Opfern geleistete Zahlungen, eingefrorene oder zurückerlangte Kryptowährungen sowie gescheiterte Erpressungsversuche umfassen.

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