US-Arbeitsmarktdaten drücken Bitcoin weiter ins Elend

2 Min. Lesedauer
12. Feb. 2026, 12:58

Die US-Wirtschaft hat im Januar unerwartet viele Arbeitsplätze geschaffen. Mit einem Wachstum von etwa 130.000 Arbeitsplätzen lag die Zahl fast doppelt so hoch wie Ökonomen im Vorfeld erwartet hatten.

Der überraschend starke Arbeitsmarkt deutet auf eine Stabilisierung nach einer Reihe düsterer Signale hin, sorgt aber gleichzeitig für neue Spannungen an den Finanzmärkten und bei Bitcoin.

Arbeitsmarkt stärker als gedacht

Die neuesten Zahlen zeigen, dass die US-Arbeitslosigkeit leicht sank und das Beschäftigungswachstum deutlich höher ausfiel als im Vormonat. Das ist bemerkenswert, weil aktuelle Indikatoren gerade auf eine Abkühlung hindeuteten: steigende Entlassungen, weniger Stellenangebote und zunehmende Arbeitslosenmeldungen.

Die positive Überraschung unterstützt das Bild, dass die Wirtschaft widerstandsfähiger bleibt als befürchtet. Gleichzeitig wurden frühere Zahlen für 2025 nach unten korrigiert, was bestätigt, dass das Wachstum im Vorjahr bereits deutlich verlangsamte. Der Arbeitsmarkt wirkt also stabiler, aber nicht unbedingt stark.

Weniger Spielraum für Zinssenkungen

Für Anleger ist vor allem die Reaktion der Zinsen von Bedeutung. Stärkere Wirtschaftsdaten verringern die Chance, dass die Federal Reserve schnell die Zinsen senkt.

Nach der Veröffentlichung stiegen die Zinsen auf US-Staatsanleihen direkt, während Märkte ihre Erwartungen für künftige Zinssenkungen zurückschraubten. Wo zuvor mehrere Senkungen eingepreist wurden, rechnen Händler nun mit deutlich weniger Lockerung.

Das setzt den Ton für ein längeres „higher for longer"-Szenario: Zinsen, die länger hoch bleiben, weil die Wirtschaft das zulässt.

Was das für Bitcoin bedeutet

Für Bitcoin ist das makroökonomisch gesehen keine ideale Nachricht. Der Kryptomarkt profitiert historisch gerade von sinkenden Zinsen und größerer Liquidität. Wenn Zinssenkungen verschoben werden, bleibt Finanzkapital relativ attraktiv in sicheren Anleihen und Geldmarktfonds.

Starke Wirtschaftszahlen können daher paradoxerweise Druck auf Risikoanlagen ausüben:

  • Höhere Zinsen senken die Attraktivität spekulativer Assets;

  • Weniger Liquiditätserwartung bremst Kapitalzufluss in Krypto;

  • Der Dollar bleibt relativ stark, was historisch oft Gegenwind für Bitcoin bedeutet.

Das erklärt, warum positive Wirtschaftsdaten nicht automatisch zu einem steigenden Bitcoin-Kurs führen.

Dennoch keine eindeutig negative Geschichte

Die Auswirkung ist jedoch nicht ausschließlich negativ. Ein stabiler Arbeitsmarkt verringert auch die Chance auf eine tiefe Rezession. Und gerade schwere wirtschaftliche Schrumpfung stellt oft das größte Risiko für breite Finanzmärkte dar, einschließlich Krypto.

Mit anderen Worten:

  • weniger Chance auf schnelle Zinssenkungen ist negativ;

  • aber weniger Chance auf Rezession ist gerade positiv.

Bitcoin befindet sich dadurch erneut in einem Spannungsfeld zwischen makroökonomischem Gegenwind und struktureller Langfristnachfrage. Es scheint Bitcoin im Moment aber vor allem an einem positiven Katalysator zu fehlen. Der Abwärtstrend muss durchbrochen werden, aber die Argumente dafür fehlen derzeit.

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