Miner dumpen 150.000 Bitcoin auf Binance: Kurs gerät weiter unter Druck

2 Min. Lesedauer
29. Juni 2026, 14:30
Miner transferieren 150.000 Bitcoin zu Binance: Kurs gerät weiter unter Druck
Foto: ST House Studio/Shutterstock

Bitcoin-Miner haben im Juni mehr als 150.000 Bitcoin an Binance, die weltweit größte Kryptobörse, transferiert.

Das ist der höchste Abfluss von Minern an eine Börse seit mehr als vier Monaten. Solche Überweisungen bedeuten zwar nicht automatisch, dass alle Bitcoin sofort verkauft werden, doch das Risiko ist hoch und der Verkaufsdruck nimmt zu.

Bitcoin-Miner stehen in diesem Jahr unter erheblichem Druck, da der niedrige Bitcoin-Kurs die Rentabilität belastet. Gleichzeitig bietet der KI-Markt deutlich höhere Erträge bei Nutzung derselben Strom- und Kühlinfrastruktur. Die verstärkten Abflüsse gehen daher mit einer zunehmenden Verlagerung in Richtung KI einher.

Zusammengefasst

  • Im Juni haben Miner mehr als 150.000 Bitcoin an Binance transferiert – der höchste Wert seit über vier Monaten.

  • Die Rentabilität des Bitcoin-Minings steht unter Druck. Für einige Unternehmen liegen die Produktionskosten inzwischen bei bis zu 80.000 US-Dollar pro Bitcoin.

  • Die KI-Branche bietet Minern für dieselbe Energie- und Kühlinfrastruktur deutlich höhere Renditen, was zu einem strukturellen Wandel in der Branche führt.

Zunehmender Druck auf Bitcoin

Im Juni stiegen die Bitcoin-Transfers von Minern an Binance auf über 150.000 BTC, berichtet der CryptoQuant-Analyst Arab Chain.

Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vormonaten und markiert den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten.

Diese Entwicklung könnte auf Gewinnmitnahmen oder die Notwendigkeit hindeuten, laufende Betriebskosten zu decken.

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass alle transferierten Bitcoin unmittelbar verkauft werden. Dennoch erhöht sich das verfügbare Angebot an Bitcoin auf den Börsen, wodurch der Verkaufsdruck steigen kann.

Arab Chain weist darauf hin, dass der Bitcoin-Kurs zusätzlich unter Druck geraten könnte, wenn diese höheren Zuflüsse mit einer nachlassenden Nachfrage oder geringerer Kaufaktivität zusammentreffen.

Sollte der Markt die zusätzlichen Bitcoin-Zuflüsse ohne deutliche Kursverluste aufnehmen, würde das auf eine stärkere zugrunde liegende Nachfrage hindeuten als bislang angenommen.

Die wachsende Attraktivität von Künstlicher Intelligenz

Bitcoin-Miner haben es in diesem Jahr besonders schwer. JPMorgan schätzte kürzlich, dass die durchschnittlichen Kosten für das Mining eines Bitcoin bei rund 78.000 US-Dollar liegen.

Der aktuelle Bitcoin-Kurs von etwa 60.000 US-Dollar liegt deutlich darunter. Für die meisten Miner ist das Geschäft derzeit daher nicht profitabel.

Im vergangenen Jahr haben viele große Unternehmen ihre Aktivitäten deshalb auf den KI-Sektor ausgeweitet.

Große KI-Unternehmen nutzen dieselbe Strom- und Kühlinfrastruktur wie Bitcoin-Miner, erzielen damit derzeit jedoch wesentlich höhere Renditen.

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