Warum der Einbruch bei Gold und Silber auch Bitcoin stark trifft

2 Min. Lesedauer
28. Juni 2026, 21:05
Warum der Einbruch bei Gold und Silber auch Bitcoin stark trifft
Foto: Artit Wongpradu / Shutterstock

Bitcoin gilt als die digitale Alternative zu Gold – doch genau dieser Vergleich scheint dem Kurs derzeit zu schaden.

Gold und Silber sind ebenso wie Bitcoin seit Wochen deutlich im Rückgang. Der Markt fragt sich, warum sich diese Anlageklassen plötzlich so stark im Gleichschritt bewegen und wohin das Kapital stattdessen fließt.

Zusammengefasst

  • Bitcoin und der breitere Kryptomarkt fallen seit Mai gemeinsam mit Gold und Silber.

  • Der Markt spekuliert, dass dies auf den Abbau des sogenannten „Debasement Trades“ zurückzuführen ist.

  • Anleger fragen sich zudem, wohin das Kapital nun umgeschichtet wird.

Wird Bitcoin von seiner eigenen Gold-Story belastet?

Der gleichzeitige Rückgang von Bitcoin, Gold und Silber scheint kein Zufall zu sein. Eine mögliche Erklärung liefert der sogenannte Debasement Trade.

Dabei suchen Anleger Schutz in knappen Vermögenswerten, weil sie befürchten, dass hohe Staatsverschuldung und steigende Staatsausgaben den Wert traditioneller Währungen aushöhlen.

Gold und Silber sind die klassischen Beispiele dafür. Bitcoin wurde später aufgrund seines festen maximalen Angebots von 21 Millionen Coins häufig als digitale Variante betrachtet.

Genau diese Verbindung scheint Bitcoin nun zu belasten. Seit Mai bauen Anleger den Debasement Trade offenbar ab, wodurch erhebliche Kapitalabflüsse aus Edelmetallen zu beobachten sind.

Besonders auffällig ist, dass Bitcoin zuvor weniger stark vom Anstieg bei Gold und Silber profitierte, nun aber den Abwärtstrend mitmacht.

Was geschieht mit dem Kapital?

Der Verkaufsdruck dürfte vor allem auf die restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und den stärkeren US-Dollar zurückzuführen sein.

Höhere Zinsen machen sichere Anlagealternativen attraktiver, während Gold, Silber und Bitcoin selbst keine laufenden Erträge abwerfen.

Auch ein stärkerer US-Dollar wirkt belastend. Dadurch werden diese Vermögenswerte für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten teurer.

Diese Entwicklung zeigt sich deutlich bei den börsengehandelten Fonds (ETFs) auf Bitcoin und Gold, berichten die Analysten von The Kobeissi Letter.

Seit April verzeichneten Bitcoin- und Gold-ETFs gemeinsam Abflüsse von rund 12 Milliarden US-Dollar. Allein aus den Bitcoin-ETFs wurden in den vergangenen sieben Wochen etwa 8 Milliarden US-Dollar abgezogen.

Wohin fließt dieses Geld stattdessen? Laut The Kobeissi Letter haben sich die Zuflüsse in ETFs auf Chipunternehmen – insbesondere Halbleiterhersteller – im gleichen Zeitraum deutlich erhöht.

Seit Mai verzeichneten diese Fonds beeindruckende 20 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital. Das zeigt, dass Anleger derzeit offenbar eher bereit sind, im Bereich Künstliche Intelligenz Risiken einzugehen als im Kryptomarkt.

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