Bitcoin-Miner prognostiziert Bitcoin-Tief: „Genau dasselbe Signal wie beim letzten Mal“

3 Min. Lesedauer
28. Juni 2026, 08:58
Bitcoin-Miner prognostiziert Bitcoin-Tief: „Genau dasselbe Signal wie beim letzten Mal“
Foto: Mark Agnor/Shutterstock

Um den Bitcoin-Kurs vorherzusagen, konzentrieren sich viele Analysten auf Charts, Zinssätze oder ETF-Zuflüsse. Der chinesische Bitcoin-Pionier Jiang Zhuoer richtet seinen Blick jedoch auf einen ganz anderen Indikator – und lag damit in der Vergangenheit bereits richtig.

Laut dem Gründer des ehemaligen Mining-Pools BTC.TOP könnte das nächste Tief für Bitcoin bei 42.000 bis 44.000 US-Dollar liegen, möglicherweise bereits Ende Oktober. Seine Prognose basiert auf einem auffälligen Muster, das auch während des letzten Bärenmarktes zu beobachten war.

Alles dreht sich um eine Kennzahl

Im Mittelpunkt der Analyse steht der sogenannte mNAV von Strategy, dem börsennotierten Unternehmen von Michael Saylor, das inzwischen mehr als 840.000 Bitcoin besitzt.

Der mNAV vergleicht den Börsenwert von Strategy mit dem Wert aller Bitcoin, die sich im Besitz des Unternehmens befinden.

Normalerweise zahlen Anleger einen Aufschlag für die Aktie. Sie sind also bereit, mehr zu bezahlen als der zugrunde liegende Bitcoin-Bestand wert ist, weil sie davon ausgehen, dass Strategy zusätzlichen Wert schafft.

Derzeit ist jedoch das Gegenteil der Fall. Laut Jiang ist der mNAV auf etwa 0,72 gefallen. Das bedeutet, dass der Markt Strategy niedriger bewertet als den tatsächlichen Wert seiner Bitcoin-Bestände.

Das gab es schon einmal

Laut Jiang ist vor allem der Blick auf die Vergangenheit interessant. Während des Bärenmarktes im Jahr 2022 fiel der mNAV ebenfalls auf rund 0,70. Zu diesem Zeitpunkt notierte Bitcoin noch bei etwa 31.000 US-Dollar.

Viele Anleger gingen damals davon aus, dass das Tief bereits erreicht sei. Tatsächlich wurde dieses aber erst rund sechs Monate später markiert, als Bitcoin nach dem Zusammenbruch von FTX auf etwa 15.500 US-Dollar fiel.

Nach Ansicht von Jiang zeigt der mNAV daher nicht den exakten Tiefpunkt an, sondern dient vielmehr als Frühindikator, der bereits Monate im Voraus signalisiert, dass sich der Markt in einer Kapitulationsphase befindet.

Tiefpunkt rund um Halloween?

Da der mNAV nun erneut dasselbe Niveau erreicht hat, geht Jiang davon aus, dass sich die Geschichte zumindest teilweise wiederholen könnte.

Sein Szenario sieht ein Bitcoin-Tief zwischen 42.000 und 44.000 US-Dollar vor – etwa um den 31. Oktober. Das entspräche einem weiteren Kursrückgang von rund 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Arthur Hayes kommt zu einem ähnlichen Ergebnis

Jiang ist nicht der Einzige, der ein Kursziel im Bereich von 42.000 US-Dollar sieht.

Auch der BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes erklärte kürzlich, dass Bitcoin seiner Ansicht nach noch eine deutliche Korrektur erleben könnte, bevor ein neuer Bullenmarkt beginnt.

Obwohl beide Analysten völlig unterschiedliche Modelle verwenden, gelangen sie nahezu zur gleichen Preisregion. Das macht die Diskussion interessant – auch wenn dies selbstverständlich nicht bedeutet, dass sich die Prognose tatsächlich bewahrheitet.

Miner könnten den Ausschlag geben

Jiang sieht noch einen weiteren Grund, warum ein Tief bei rund 42.000 US-Dollar plausibel wäre.

Seit dem Halving im Jahr 2024 erhalten Bitcoin-Miner nur noch die Hälfte der Blockbelohnung, während die Energiekosten weltweit weiterhin hoch sind.

Fällt Bitcoin in Richtung 42.000 US-Dollar, könnten viele ältere Mining-Geräte unrentabel werden. Das könnte zu einer sogenannten Miner-Kapitulation führen: Kleinere Miner stellen den Betrieb ein, verkaufen ihre Bitcoin-Reserven und verlassen das Netzwerk.

Historisch betrachtet trat eine solche Kapitulationsphase häufig kurz vor der Ausbildung eines langfristigen Bitcoin-Tiefs auf.

Theorie, keine Gewissheit

Der aktuelle Markt unterscheidet sich in mehreren Punkten von früheren Zyklen. So spielen Spot-ETFs, institutionelle Investoren und die enorme Bitcoin-Position von Strategy heute eine deutlich größere Rolle als während des letzten Bärenmarktes.

Dennoch sorgt die Theorie innerhalb der Kryptowelt für intensive Diskussionen. Nicht nur wegen des konkreten Kursziels, sondern vor allem deshalb, weil laut Jiang ein auffälliger Indikator erneut dasselbe Warnsignal sendet wie unmittelbar vor dem letzten großen Tiefpunkt.

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