Der Bitcoin-Kurs fiel gestern auf den niedrigsten Stand seit Wochen – und das, obwohl der Tag zunächst vielversprechend begonnen hatte. Besser als erwartete Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten verschafften dem Markt zunächst Luft, doch amerikanische Verkäufer machten diese Erholung im weiteren Tagesverlauf wieder zunichte. Dennoch hielt sich der Schaden letztlich in Grenzen, wie der Chart zeigt.
Bitcoin stürzt trotz positiver Inflationsdaten deutlich ab
Gestern zwischen 13:30 Uhr und 16:30 Uhr konnten sich Bitcoin-Anleger über eine kleine Rally freuen. Der Kurs stieg von 63.300 US-Dollar auf 63.900 US-Dollar, fiel anschließend jedoch umso stärker zurück.

Bitcoin konnte also nicht lange von dem niedrigeren Erzeugerpreisindex (PPI) profitieren, der die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve weiter sinken ließ. Die Zahlen wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht, und insbesondere die Wall Street konnte davon profitieren. Der S&P 500 stieg sogar auf ein neues Rekordhoch.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) vom Mittwoch, der genau den Erwartungen entsprach, hatte bereits dafür gesorgt, dass die Mehrheit bei der nächsten Fed-Sitzung im September mit keiner Zinsänderung rechnet.
Höhere Zinsen verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher und bremsen dadurch die Wirtschaft. Zudem sinkt die Bereitschaft, Risiken einzugehen, da sichere Staatsanleihen attraktiver werden.
Dennoch fiel Bitcoin innerhalb von zwei Stunden um 1,7 Prozent auf ein Tief von 62.800 US-Dollar. Zu diesem Zeitpunkt lag Bitcoin unter der Trendlinie, die seit Anfang Juli immer wieder Unterstützung geboten hatte. Der Aufwärtstrend ist jedoch weiterhin intakt, sodass eine Fortsetzung der Bewegung bis auf 67.000 US-Dollar nach wie vor möglich ist.
Sollte Bitcoin heute allerdings unter dieser weißen Linie schließen, könnte der Kurs weiter bis auf 61.600 US-Dollar fallen.

Besorgniserregend ist, dass die Coinbase Bitcoin Premium, die im unteren Bereich des obigen Charts zu sehen ist, zunehmend ins Negative abrutscht. Sie zeigt den Preisunterschied zwischen der US-Kryptobörse Coinbase und den übrigen Kryptobörsen weltweit. Daraus lässt sich ablesen, dass US-Marktteilnehmer in großem Umfang verkaufen. Das erklärt, warum Bitcoin seit dem späten Nachmittag immer wieder unter Druck gerät.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Bitcoin-Kurs auf der Kryptobörse OKX bei 63.345 US-Dollar. Auf der europäischen Kryptobörse Bitvavo entspricht das einem BTC-Preis von 54.840 Euro. Gegenüber dem Stand vor 24 Stunden liegt BTC damit 0,91 Prozent im Minus.
Ethereum, Ripple und Solana zeigen sich robust
Diese Entwicklung ist in allen Bereichen des Kryptomarktes zu spüren. Die überwiegende Mehrheit der Altcoins ist ebenso wie Bitcoin derzeit weniger wert als gestern.
Auffällig ist jedoch, dass viele große Altcoins geringere Verluste als Bitcoin verzeichnen. Ethereum ist 0,77 Prozent günstiger, Ripple 0,34 Prozent, Solana 0,58 Prozent und Hyperliquid 0,50 Prozent.
Der größte Verlierer innerhalb der Top 100 ist Lighter mit einem Minus von 7,12 Prozent. Der größte Gewinner ist Velvet mit einem Plus von 22,53 Prozent.







