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Ist die Börse nach einem Anstieg von fast dreieinhalb Jahren nicht schlicht zu teuer geworden? Diese Frage beschäftigt viele Anleger, da sich der US-Aktienmarkt nun seit vierzig Monaten in einem Bullenmarkt befindet.
Dennoch deutet der jüngste Strom an Quartalszahlen darauf hin, dass das Fundament unter dem Anstieg überraschend solide ist.
Laut Daten, auf die unter anderem der Makrostratege Jurrien Timmer verweist, haben rund 75 Prozent der 425 Unternehmen, die bereits ihre Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht haben, besser abgeschnitten als von Analysten erwartet.
Im Durchschnitt lagen die Gewinne sogar 7,7 Prozent über den Prognosen. Zudem wurde die Gewinnerwartung für das kommende Jahr um etwa 4 US-Dollar je Aktie angehoben, vergleichbar mit den vorherigen Quartalen.

Das mag technisch klingen, ist jedoch entscheidend für die Gesundheit des Marktes.
Gewinnwachstum als Motor der Börse
An der Börse dreht sich letztlich alles um Gewinne. Der Kurs einer Aktie ist im Kern ein Spiegel dessen, was Anleger glauben, dass ein Unternehmen künftig verdienen wird.
Ein häufig verwendeter Maßstab ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV bzw. P/E-Ratio). Es zeigt, wie viel Anleger bereit sind, für einen Dollar Gewinn zu zahlen. Steigen die Kurse, ohne dass die Gewinne mitwachsen, wird der Markt „teurer“ und anfälliger.
Derzeit geschieht jedoch etwas anderes: Die Gewinne steigen im Gleichschritt mit den Kursen. Dadurch bleibt das KGV relativ stabil. Mit anderen Worten: Unternehmen „wachsen in ihre Bewertung hinein“. Das ist ein gesundes Signal.
Nicht günstig, aber erklärbar
Bedeutet das, dass Aktien günstig sind? Nein. Die sogenannte „implied equity risk premium“ (iERP), also die zusätzliche Rendite, die Anleger für das Risiko von Aktien im Vergleich zu sicheren Anleihen erwarten, liegt bei rund 3,9 Prozent.
Historisch betrachtet ist das weder extrem niedrig noch besonders hoch. Dennoch scheinen die höheren Bewertungen durch fundamentale Faktoren gestützt zu werden, wie etwa:
- starke Gewinnmargen (Unternehmen behalten relativ hohe Gewinne ein)
- niedrige Kreditaufschläge (Unternehmen können vergleichsweise günstig Kapital aufnehmen)
- stabiles Wirtschaftswachstum
Das macht das aktuelle Börsenniveau weniger anfällig, als wenn die Kurse ausschließlich von Optimismus getrieben wären.
Was bedeutet das für die Risikobereitschaft?
Eine starke Berichtssaison hat auch einen psychologischen Effekt. Wenn Unternehmen strukturell besser abschneiden als erwartet, wächst das Vertrauen, dass die Wirtschaft robust bleibt.
Das erhöht die Risikobereitschaft unter Anlegern. Statt massenhaft in sichere Häfen zu flüchten, bleiben sie bereit, in Aktien und andere risikoreichere Anlagen zu investieren.
Und was bedeutet das für Bitcoin?
Obwohl Bitcoin (BTC) kein Unternehmen mit Quartalszahlen ist, bewegt sich die Kryptowährung häufig im Einklang mit dem breiteren Börsensentiment.
In Phasen, in denen Anleger optimistisch in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne sind, steigt in der Regel auch die Bereitschaft, in alternative und volatilere Assets zu investieren.
Starke Unternehmensgewinne stärken somit indirekt das Umfeld, in dem Bitcoin profitieren kann. Nicht weil die Gewinne von Apple oder Microsoft direkt etwas über Bitcoin aussagen, sondern weil das Vertrauen in die Zukunft zunimmt.
Wenn Anleger daran glauben, dass die Wirtschaft wächst und Unternehmen florieren, sind sie eher bereit, Risiken einzugehen. Und Bitcoin wird nach wie vor als risikoreiche Anlage betrachtet.
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