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Der japanische Yen steht heute im Rampenlicht. Die Währung verlor rund 1 Prozent gegenüber dem US-Dollar.
Auslöser waren Berichte über ein Treffen zwischen Premierministerin Sanae Takaichi und Notenbankchef Kazuo Ueda. Demnach soll sich Takaichi kritisch gegenüber weiteren Zinserhöhungen geäußert haben.
Zunächst kam es zu einem sogenannten „Twin Sell-off“: Der Yen fiel, während die Renditen japanischer Staatsanleihen stiegen. Diese Kombination tritt normalerweise dann auf, wenn Investoren das Vertrauen in die Geldpolitik verlieren.
Ein ähnliches Muster war im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten zu beobachten. Die große Frage lautet nun: Wie weit ist die neue japanische Regierung bereit zu gehen, um die Bank of Japan in ihre Richtung zu drängen?
Und noch wichtiger für Krypto-Anleger: Was bedeutet ein schwächerer Yen für den Bitcoin (BTC)-Kurs?
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Der Yen als Treibstoff für globale Liquidität
Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den sogenannten Yen Carry Trade.
Dabei leihen sich Investoren günstig Kapital in Japan, wo die Zinsen jahrelang extrem niedrig oder sogar negativ waren. Dieses Geld investieren sie anschließend in Anlagen mit höherer Rendite, etwa in US-Aktien, Anleihen oder risikoreichere Vermögenswerte.
Solange der Yen schwach bleibt und die japanischen Zinsen niedrig sind, bleibt diese Strategie attraktiv. Ein fallender Yen erhöht den Vorteil für internationale Investoren, da ihre Auslandsinvestitionen beim Umrechnen in Yen an Wert gewinnen.
Eine Abwertung des Yen deutet häufig auf eine lockere Geldpolitik oder politischen Druck hin, die Zinsen niedrig zu halten. Das bedeutet in der Regel: mehr globale Liquidität. Und Liquidität ist der wichtigste Treibstoff für Risikoanlagen.
Warum das positiv für Bitcoin sein kann
Bitcoin reagiert in den letzten Jahren zunehmend sensibel auf globale Liquiditätsströme. Die Kryptowährung ist kein isoliertes Alternativsystem mehr, sondern ein Vermögenswert, der sich mit makroökonomischen Entwicklungen bewegt.
Wenn Japan die Zinsen niedrig hält oder erneut stimuliert, bleibt günstiges Kapital verfügbar. Dieses Kapital sucht Rendite – und fließt letztlich in Aktien, Technologie und auch in Krypto.
Historisch betrachtet fielen Phasen eines schwachen Yen häufig mit starken Entwicklungen bei Risikoanlagen zusammen. Läuft der Yen Carry Trade auf Hochtouren, entsteht ein Hebeleffekt im globalen Finanzsystem. Das kann zusätzliche Nachfrage nach Bitcoin erzeugen.
Politischer Druck auf Zentralbanken
Nach der Finanzkrise 2008 waren Zentralbanken in entwickelten Volkswirtschaften nahezu die einzigen Akteure, die die Wirtschaft stimulieren konnten. Inzwischen nimmt der politische Druck auf Notenbanken zu – auch in Japan.
Versucht die Regierung aktiv, Zinserhöhungen zu begrenzen, könnte finanzielle Repression länger anhalten. Das wäre günstig für Vermögenswerte, die von niedrigen Zinsen und hoher Liquidität profitieren.
Risiken bleiben bestehen
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein schwächerer Yen automatisch zu steigenden Bitcoin-Kursen führt. Sollte der Yen-Verfall mit globaler Unsicherheit oder Misstrauen gegenüber Staatsanleihen einhergehen, könnte dies kurzfristig zu einer Flucht in sichere Anlagen führen.
Solange die Entwicklung jedoch primär auf eine anhaltend lockere Geldpolitik und einen aktiven Yen Carry Trade hindeutet, ist das makroökonomische Umfeld eher unterstützend als negativ für Bitcoin.
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