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Kaum ein Thema sorgt derzeit für so viel Diskussionsstoff wie Berichte über eine angeblich milliardenschwere Bitcoin-Mining-Operation im Iran. In sozialen Medien wird von bis zu 700.000 Mining-Rigs gesprochen, die mit rund 2.000 Megawatt Leistung täglich am Netz hängen sollen.
Der Vorwurf: Das Regime nutze massiv subventionierten Strom – teilweise für nur 0,5 Cent pro Kilowattstunde – um Bitcoin (BTC) zu Produktionskosten von rund 1.320 US-Dollar pro Coin zu erzeugen und diese bei Kursen um 68.000 US-Dollar zu verkaufen. Eine Bruttomarge, die Kritiker als „50-fach“ bezeichnen.
Besonders brisant ist der geopolitische Kontext. Seit 2019 ist Mining im Iran offiziell legalisiert. Beobachter argumentieren, das Land nutze Bitcoin gezielt, um sanktionierte Energie in schwer sanktionierbare digitale Vermögenswerte umzuwandeln.
Da Transaktionen auf der Blockchain nicht durch klassische Finanzsanktionen wie einen SWIFT-Ausschluss blockiert werden können, erscheint Bitcoin aus staatlicher Perspektive als strategisches Instrument.
Nobody in crypto is talking about the $1 billion Bitcoin operation that gets wiped out if the bombs fall.
Iran mines Bitcoin at $1,320 per coin on subsidized electricity and sells it at $68,000. A 50x gross margin. Not a hedge fund return. Not a venture multiple. Fifty times on… pic.twitter.com/ePP4dxJF8r
— Shanaka Anslem Perera ⚡ (@shanaka86) February 27, 2026
Die bärische These: Ein Angriff auf das Stromnetz trifft Bitcoin
Kritische Stimmen zeichnen ein Szenario, in dem eine militärische Eskalation massive Folgen für das globale Bitcoin-Netzwerk haben könnte.
Da große Teile der Mining-Infrastruktur am nationalen Stromnetz hängen, würde eine gezielte Beschädigung des iranischen Stromsystems auch die Mining-Kapazitäten treffen.
Schätzungen zufolge stellt der Iran zwischen 2 und 5 Prozent der weltweiten Hashrate. Fielen diese Kapazitäten abrupt aus, könnte die globale Rechenleistung kurzfristig sinken.
Die unmittelbaren Folgen wären technisch klar: Die Blockzeiten würden sich verlängern, bis sich die Difficulty – also die Mining-Schwierigkeit – automatisch nach unten anpasst. Transaktionsgebühren könnten vorübergehend steigen.
Kritiker sehen darin ein systemisches Risiko und argumentieren zudem, dass ein Teil der Netzwerk-Sicherheit von einem politisch isolierten Staat abhänge.
Der historische Gegenbeweis: Chinas Mining-Verbot 2021
Diese Sichtweise blendet jedoch einen entscheidenden historischen Präzedenzfall aus. Als China im Jahr 2021 schlagartig gegen Bitcoin-Mining vorging, brach mehr als die Hälfte der globalen Hashrate weg – über 50 Prozent, nicht 2 bis 5 Prozent.
Innerhalb weniger Monate verlagerte sich die Rechenleistung in andere Länder. Neue Mining-Standorte entstanden in den USA, Kasachstan und anderen Regionen. Die Difficulty passte sich an, das Netzwerk stabilisierte sich – und erreichte später neue Höchststände bei der Hashrate.
Verglichen mit diesem Ereignis wäre ein vollständiger Ausfall iranischer Kapazitäten statistisch marginal. Das Bitcoin-Protokoll ist genau für solche Schocks konzipiert. Es reagiert nicht politisch, sondern algorithmisch.
Narrativ, Regulierung und geopolitische Signalwirkung
Ein weiterer Aspekt wird in der Debatte oft übersehen: Sollte der Iran als Mining-Standort tatsächlich wegfallen, würde eines der stärksten Argumente von Bitcoin-Kritikern an Schlagkraft verlieren.
Der Vorwurf, Bitcoin finanziere „Terrorregime“, basiert unter anderem auf der Annahme staatlich kontrollierter Mining-Operationen in sanktionierten Ländern. Fällt dieser Faktor weg, verändert sich auch die regulatorische Diskussion.
Noch grundsätzlicher ist jedoch die geopolitische Dimension. Ein Staat, der weitgehend vom westlichen Finanzsystem abgeschnitten ist, greift nicht auf Gold oder bilaterale Tauschgeschäfte zurück, sondern auf Bitcoin.
Das allein ist ein bemerkenswertes Signal. Es deutet darauf hin, dass das Netzwerk als zensurresistenter Kapitalmarkt funktioniert – unabhängig davon, wer es nutzt.
Der Markt preist geopolitische Spannungen traditionell in den Ölpreis ein. Bei Bitcoin hingegen zeigt sich ein anderes Muster: Politische Risiken einzelner Staaten bedrohen nicht das System, sondern unterstreichen seine Funktionsweise.
Aus dieser Perspektive wäre ein iranischer Mining-Ausfall weniger ein systemisches Risiko – und mehr ein weiterer Belastungstest, den das Netzwerk wahrscheinlich bestehen würde.
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