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Einer der wichtigsten Märkte der Welt sendet derzeit ein besorgniserregendes Signal. Anleger scheinen ihre Erwartungen für schnelle Zinssenkungen durch die amerikanische Zentralbank erneut nach hinten zu verschieben. Laut Makro-Analyst EndGame Macro ist das jedoch eine klassisch vorübergehende Täuschung in der letzten Phase des Wirtschaftszyklus.
Was bedeutet diese Entwicklung für den Bitcoin-Kurs? Müssen wir uns auf weitere Schwäche einstellen?
The Front End Is Head Faking
This SOFR chart is basically a live scoreboard of what the market thinks the Fed will do. SOFR futures are priced as 100 minus the expected 3 month SOFR rate, so when the strip sells off and prices go down, the implied rate goes up and the market is… https://t.co/W7QilM7V1K pic.twitter.com/D3ROK0TfsR
— EndGame Macro (@onechancefreedm) February 25, 2026
Was passiert am Zinsmarkt?
Die Analyse dreht sich um den Markt für SOFR-Futures. SOFR steht für Secured Overnight Financing Rate und ist der Zinssatz, zu dem Banken sich gegenseitig kurzfristig Geld leihen, mit Staatsanleihen als Sicherheit.
Diese Terminkontrakte funktionieren wie eine Art Anzeigetafel: Sie zeigen, was der Markt von der amerikanischen Zentralbank in Bezug auf die Zinsen erwartet.
Derzeit fallen die Preise dieser Futures. Da sie als 100 minus dem erwarteten Zinssatz berechnet werden, bedeutet ein niedrigerer Preis, dass Anleger mit einem höheren Zinssatz rechnen.
Einfach gesagt: Der Markt erwartet derzeit weniger Zinssenkungen.
Besonders die kurzlaufenden Kontrakte, das sogenannte „Front End“ der Zinskurve, bewegen sich nach oben. Das deutet darauf hin, dass Anleger glauben, die Federal Reserve (Fed) werde länger mit einer Lockerung warten. Weiter hinten in der Kurve werden zwar noch Zinssenkungen eingepreist, aber erst später als bisher erwartet.
Warum verschieben sich die Zinssenkungen?
Laut EndGame Macro spielen zwei Faktoren eine Rolle.
Erstens orientiert sich die Fed stark an offiziellen Inflationszahlen. Besonders die Wohnkomponente (Mieten und Immobilienpreise) reagiert dabei verzögert. In der Praxis kühlen Mieten bereits ab, aber in den offiziellen Statistiken dauert es Monate, bis das sichtbar wird. Dadurch bleibt die Zentralbank vorsichtig.
Zweitens gibt es eine Positionierung am Markt. Viele Händler hatten bereits auf Zinssenkungen gesetzt. Eine etwas höhere Inflationsmessung oder starke Lohnzahlen können dann schnell dazu führen, dass diese Erwartungen zurückgenommen werden.
Warum ist das möglicherweise vorübergehend?
EndGame Macro verweist auf Signale unterhalb der Oberfläche der Wirtschaft. Rückstände bei Kreditkarten nehmen zu, Refinanzierungen werden schwieriger, der Stress im Gewerbeimmobilienmarkt steigt und das Beschäftigungswachstum verlagert sich in defensive Sektoren wie das Gesundheitswesen. Das sind Zeichen einer abkühlenden Nachfrage.
Wenn die wirtschaftliche Verlangsamung anhält und die Inflation in den offiziellen Zahlen doch noch nachlässt, könnte die Fed Spielraum bekommen, die Zinsen tatsächlich zu senken. In diesem Szenario müssen die SOFR-Futures ihre Erwartungen erneut anpassen.
Was bedeutet das für Bitcoin?
Bitcoin (BTC) reagiert stark auf Erwartungen rund um Liquidität und Zinsen. Weniger schnelle Zinssenkungen bedeuten vorübergehend weniger monetäre Unterstützung. Das kann Druck auf risikobehaftete Anlagen ausüben, darunter Bitcoin.
Aber wenn die Analyse von EndGame Macro zutrifft und der Markt später doch Zinssenkungen einpreisen muss, könnte das zum Rückenwind werden. Historisch gesehen profitieren Bitcoin und andere risikobehaftete Anlagen häufig von sinkenden Zinsen und lockereren Finanzbedingungen.
Die aktuelle Bewegung am Zinsmarkt scheint daher weniger ein struktureller Umschwung als eine vorübergehende Neubewertung zu sein. Für Bitcoin-Anleger dreht sich alles um die Frage, ob die wirtschaftliche Abschwächung schneller sichtbar wird, als die offiziellen Inflationszahlen vermuten lassen. Sobald der Markt glaubt, dass die Fed Deckung hat, um die Zinsen zu senken, kann das Sentiment rund um Bitcoin schnell drehen.
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