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Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Donald Trump erneut betont, dass die USA ihre Rolle als führende Krypto‑Nation weiter ausbauen sollen. In seiner Rede sagte Trump wörtlich:
„Wir werden sicherstellen, dass die Vereinigten Staaten das Zentrum der weltweiten Krypto-Innovation bleiben.“
Besonders relevant für die Märkte ist seine Ankündigung, ein sogenanntes Krypto‑Klarheitsgesetz („Clarity Act“) zur Marktstruktur unterzeichnen zu wollen. Ziel dieses Gesetzes ist es, regulatorische Zuständigkeiten klarer zu definieren und Rechtssicherheit für Marktteilnehmer zu schaffen.
Auch wenn kurzfristig keine unmittelbare Kursreaktion folgte, sendet diese Aussage ein wichtiges Signal: Kryptowährungen sollen in den USA nicht eingeschränkt, sondern institutionell eingebettet und reguliert weiterentwickelt werden.
Für langfristige Investoren ist dies ein positives Zeichen, da regulatorische Klarheit als zentrale Voraussetzung für weiteres institutionelles Kapital gilt.
Bitcoin zeigt Stabilität trotz ETF‑Abflüssen
Trotz der politischen Unterstützung bleibt der Markt kurzfristig vorsichtig. Bitcoin (BTC) notiert aktuell um die 88.900 US‑Dollar, nachdem es zuvor zu einem Rücksetzer in den Bereich von rund 87.200 US‑Dollar kam.
Auffällig ist dabei die relative Stabilität, obwohl in den vergangenen Tagen hohe Abflüsse aus Bitcoin‑ und Ethereum (ETH)‑ETFs zu beobachten waren. Insgesamt wurden zuletzt rund 1,4 bis 1,5 Milliarden US‑Dollar aus den Fonds abgezogen.
Historisch betrachtet wären solche Abflüsse häufig mit stärkeren Kursverlusten einhergegangen. Dass Bitcoin dennoch keine neuen Tiefs ausbildet, deutet auf eine robuste Nachfrage im Spotmarkt hin.
Gleichzeitig fehlt bislang jedoch ein klarer Impuls für einen nachhaltigen Aufwärtstrend. Der Markt befindet sich weiterhin in einer Seitwärts‑Konsolidierung, die bereits seit Mitte November anhält.
Anlegerverhalten und Marktstimmung: Angst dominiert
Ein Blick auf den Fear‑&‑Greed‑Index, der aktuell bei rund 34 Punkten liegt, zeigt eine Phase von Angst unter Anlegern. Noch wenige Tage zuvor lag der Index höher. Vergleichbare Stimmungswerte waren in der Vergangenheit häufig mit Bodenbildungsphasen verbunden, die sich über mehrere Wochen oder Monate erstreckten.
Solche Phasen sind typischerweise durch Zurückhaltung, geringe Risikobereitschaft und eine Verlagerung von Kapital in vermeintlich sichere Anlagen wie Gold oder Silber gekennzeichnet. Für den Kryptomarkt bedeutet dies kurzfristig Zurückhaltung, langfristig jedoch oft die Grundlage für eine stabilere Marktstruktur.
Technische Analyse: Liquidationen als möglicher Katalysator
Aus technischer Sicht bleibt der Markt in einer engen Spanne gefangen. Wichtige Unterstützungen liegen im Bereich zwischen 85.000 und 87.000 US‑Dollar, während auf der Oberseite Widerstände zwischen 91.500 und 93.000 US‑Dollar dominieren.
Besonders relevant ist die hohe Konzentration von Short‑Positionen oberhalb von 91.400 US‑Dollar, die ein Volumen von mehreren Hundert Millionen US‑Dollar aufweisen.
Sollte der Kurs diesen Bereich erreichen, könnten Short‑Liquidationen ausgelöst werden, die kurzfristig einen beschleunigten Kursanstieg begünstigen. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass auch auf der Unterseite noch Liquidität vorhanden ist, was weitere Tests der unteren Unterstützungszone nicht ausschließt.
Übergangsphase mit struktureller Bedeutung
Der Bitcoin‑Markt befindet sich derzeit in einer entscheidenden Übergangsphase. Regulatorische Signale aus den USA sprechen langfristig für den Sektor, während kurzfristig Konsolidierung und Zurückhaltung dominieren.
Die Kombination aus stabilen Kursen trotz ETF‑Abflüssen, pessimistischer Anlegerstimmung und klar definierten technischen Zonen deutet darauf hin, dass der Markt Energie für die nächste größere Bewegung sammelt – deren Richtung jedoch noch offen ist.