„Bitcoin wird zur Shitcoin“ – heftiger Streit nach neuem Blockchain-Update

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05. Juli 2025, 18:19

In der Bitcoin-Community herrscht Unruhe – und die Stimmung ist gereizt. Trotz heftiger Kritik setzen die Entwickler ein kontroverses Blockchain-Update durch. Doch warum ist die Änderung so umstritten? Und welche Folgen könnte sie für das Netzwerk und das Vertrauen in Bitcoin (BTC) haben?

Worum geht es beim neuen Bitcoin-Update?

Im Zentrum der Debatte steht die Datenmenge, die Nutzer in einer Bitcoin-Transaktion mitschicken dürfen. Bislang lag das Limit bei 80 Bytes, etwa genug für einen kurzen Text oder eine einfache Inschrift via OP_RETURN.

Doch ab dem 30. Oktober 2025 wird diese Grenze drastisch erhöht: Statt OP_RETURN erlaubt das Netzwerk künftig bis zu 4 MB an Zusatzdaten pro Transaktion – ein radikaler Wandel.

Technischer Hintergrund und GitHub-Diskussion

Die neue Regelung basiert auf einer Änderung, die als Pull Request (MPR) #32406 bekannt ist. Bitcoin-Core-Entwicklerin Gloria Zhao erklärte auf GitHub, wie Nutzer künftig mit dem Parameter -datacarriersize mehrere OP_RETURN-Ausgaben kombinieren können – ohne die bisherige Gesamtgrenze zu überschreiten.

Die Entscheidung wurde am 5. Mai 2025 von 31 Bitcoin-Core-Entwicklern unterstützt. Laut Zhao sollte jedoch nicht eine kleine Entwicklergruppe, sondern die gesamte Community über solche Änderungen entscheiden.

Heftige Kritik: „Bitcoin wird zur Shitcoin“

Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. Viele Investoren und Entwickler lehnen die Änderung ab. Sie befürchten, dass die Bitcoin-Blockchain mit Bildern, Texten und Audiodateien überschwemmt wird – fernab vom ursprünglichen Zweck als peer-to-peer-Zahlungssystem.

🔹 Der Krypto-Unternehmer Alexander Lin nennt die Änderung auf X einen Bruch mit der Vision Satoshis:

„Bitcoin wird zur digitalen Spam-Plattform.“

🔹 Autor und Bitcoin-Experte Jimmy Song vergleicht das Update mit einer „schlechten Tätowierung“, die mit der Zeit nur noch mehr stört.

🔹 Dennis Porter, CEO des Satoshi Action Fund, schrieb:

„Ich habe über 200.000 Dollar in die Core-Entwicklung gesteckt – mein Vertrauen ist jetzt weg.“

Auch Jason Hughes, stellvertretender Direktor von BTC-Miner Ocean, äußerte sich kritisch – und kündigte an, sich möglicherweise aus dem Mining-Geschäft zurückzuziehen.

Peter Todd verteidigt die Änderung

Der langjährige Bitcoin-Entwickler Peter Todd, einer der Mitverantwortlichen für MPR #32406, hält die Kritik für übertrieben. Er sieht in der Erweiterung der Datenkapazität eine Chance, die Anwendungsmöglichkeiten von Bitcoin zu vergrößern – etwa für neue Protokolle und Off-Chain-Lösungen.

Vertrauensverlust und Folgen für Bitcoin Core

Doch der Streit hat bereits Folgen: Seit Bekanntgabe des Updates am 28. April verlor Bitcoin Core rund 10 % Marktanteil unter den Node-Betreibern. Die alternative Bitcoin-Software Bitcoin Knots gewann in der Folge deutlich hinzu.

Bitcoin-Core sank von 98 % auf 88 %, während Bitcoin Knots seinen Anteil mehr als verdoppeln konnte. Laut Bitcoin-Analyst Matthew R. Kratter drohen durch solche Entscheidungen langfristige Schäden am Vertrauen in das Netzwerk und die Zusammenarbeit der Community.

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