Der Kryptomarkt erlebte gestern einen heftigen Einbruch, der bis an die Wall Street nachhallt.
Innerhalb eines Tages zogen Investoren fast 800 Millionen US-Dollar aus US-börsengehandelten Fonds (ETFs) für Bitcoin(BTC) und Ethereum(ETH) ab – ein derart verlustreicher Tag liegt lange zurück.
Bitcoin- und Ethereum-Fonds verlieren Hunderte Millionen
Bereits heute Morgen wurde über den dramatischen Rückgang im Bitcoin-Kurs berichtet: Bitcoin fiel um fast 8 % und rutschte erstmals seit Juni unter 100.000 US-Dollar. Ethereum verlor auf dem Tiefpunkt sogar über 16 %.
Auch an den US-Börsen zeigte sich starke Verunsicherung:
Die Bitcoin-ETFs verzeichneten eine Nettoabfluss von 566,4 Mio. USD (ca. 492,8 Mio. EUR) – der schlechteste Tag seit dem 1. August, so die Daten von Farside Investors.
Ethereum-ETFs verloren 219,4 Mio. USD (ca. 190,9 Mio. EUR). Zwar ist das viel, doch in den vergangenen Monaten kam es zu noch höheren Abflüssen – z. B. am 13. Oktober mit über 428 Mio. USD.
Bei den Bitcoin-Fonds war Fidelity der größte Verlierer mit einer Abfluss von 356,6 Mio. USD. Bei Ethereum traf es BlackRock mit 111,1 Mio. USD.
Wenn Fondsabflüsse überwiegen, bedeutet das: Anleger verkaufen mehr ETF-Anteile als sie kaufen.
Um das Gleichgewicht zu halten, müssen Fondsmanager dann einen Teil der zugrunde liegenden Bitcoin oder Ether verkaufen – das erhöht den Verkaufsdruck zusätzlich und trägt zur negativen Kursentwicklung bei.
Gleichzeitig führt die sinkende Kurse zu noch mehr Angst, was weitere Verkäufe auslöst – ein Teufelskreis.
Solana trotzt dem Trend
Eine Ausnahme: Die neu aufgelegten Solana(SOL)-ETFs, die erst letzte Woche gestartet sind, konnten gestern ein Plus von 14,9 Mio. USD (ca. 12,97 Mio. EUR) verbuchen – ein Lichtblick inmitten der roten Zahlen.
Angstpegel auf dem Kryptomarkt steigt stark
Die Stimmung ist angespannt: Viele Anleger fürchten, dass das Ende des aktuellen Bullenmarkts erreicht ist.
Der bekannte Stimmungsindikator Fear & Greed Index ist auf den niedrigsten Stand seit April gefallen – damals sorgte die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump für Unruhe.
Aktuell hält sich Bitcoin noch knapp über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei etwa 101.000 USD – für viele Analysten eine wichtige Unterstützung und „Lebenslinie“ des Bullenmarkts.
In früheren Zyklen wurde dieses Niveau mehrfach getestet – oft gefolgt von neuen Allzeithochs.
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