Analyse: „Bitcoin-Verkäufer sind erschöpft, aber Käufer bleiben aus“

2 Min. Lesedauer
20. Juni 2026, 08:24
Analyse: „Bitcoin-Verkäufer sind erschöpft, aber Käufer bleiben aus“
Foto: xlup / Shutterstock

Der Bitcoin-Markt befindet sich in einer schwierigen Lage. Obwohl der Kurs in dieser Woche einen Aufwärtstrend zeigt, liegt das vor allem daran, dass die Verkäufer eine Pause einlegen. Eine Welle neuer Käufer ist bislang nicht zu erkennen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Kryptobörse Bitfinex hervor.

Zusammengefasst

  • Die Erholung des Bitcoin-Kurses wird laut Bitfinex durch nachlassenden Verkaufsdruck verursacht, nicht durch eine steigende Nachfrage.

  • Große institutionelle Akteure wie BlackRock investieren derweil weiterhin in den Markt.

Markt sucht nach Orientierung

Laut der Analyse von Bitfinex hat Bitcoin die wichtige Unterstützungszone bei 59.200 US-Dollar bereits zum dritten Mal erfolgreich verteidigt. Der Kurs stieg auf 65.655 US-Dollar, doch diese Erholung gilt als fragil. Der Anstieg wird nicht von neuen Käufern getragen, sondern vielmehr dadurch, dass die Verkäufer offenbar erschöpft sind.

Analysten erkennen dies unter anderem an der sogenannten Open Interest, die misst, wie viele spekulative Kontrakte noch offen sind. Dieser Wert ist seit seinem Höchststand im Mai deutlich zurückgegangen.

Nach Einschätzung von Bitfinex bewegt sich der Kurs derzeit zwischen einer starken Unterstützung bei rund 54.000 US-Dollar und einem erheblichen Widerstand bei etwa 68.000 US-Dollar. Dieser Widerstand wird von Investoren gebildet, die erst vor Kurzem gekauft haben und aktuell im Minus liegen. Diese Gruppe, auch als „Short-Term Holders“ bezeichnet, hofft darauf, ihre Bestände ohne Verlust verkaufen zu können, sobald der Kurs wieder ihren Einstiegspreis erreicht. Dadurch entsteht zusätzlicher Verkaufsdruck.

Wirtschaftliche Unsicherheit belastet den Markt

Die Analysten von Bitfinex verweisen zudem auf die allgemeine wirtschaftliche Lage. Die US-Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Stagflation – einer ungünstigen Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation. Zusammen mit einem starken US-Dollar führt dies dazu, dass Anleger bei risikoreicheren Investments wie Bitcoin vorsichtiger agieren.

Ein möglicher Lichtblick könnte laut dem Bericht die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran sein. Sollten dadurch die Ölpreise sinken, könnte auch der Inflationsdruck nachlassen. Das würde der US-Notenbank (Federal Reserve) mehr Spielraum geben, die Wirtschaft zu unterstützen.

Große Marktteilnehmer investieren weiter

Trotz des unsicheren Marktumfelds stellt Bitfinex fest, dass große institutionelle Investoren weiterhin Kapital in den Markt lenken. So hat der Vermögensverwalter BlackRock einen neuen Typ von börsengehandeltem Bitcoin-Fonds beantragt.

Auch Strategy, ein Unternehmen, das für seine umfangreichen Bitcoin-Reserven bekannt ist, baut seine Bestände weiter aus. Kürzlich wurden weitere 1.550 BTC erworben, wodurch sich der Gesamtbestand auf 845.256 BTC erhöht hat.

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