3 europäische Börsenriesen, die jetzt „stark unterbewertet“ sind

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21. Apr. 2026, 10:54
3 europäische Börsenriesen, die jetzt „stark unterbewertet“ sind
Foto: Summit Art Creations/Shutterstock

Der europäische Aktienmarkt wird im Jahr 2026 von Volatilität geprägt. Das hat natürlich vor allem mit den Spannungen zwischen dem Iran und den USA zu tun.

Dennoch zeigen die Zahlen von Morningstar etwas Bemerkenswertes. Einige europäische Giganten mit einem „Wide Moat“ (einer äußerst starken Wettbewerbsposition) sind im Ausverkauf gelandet.

Hier sind die drei vielversprechendsten Namen auf der Liste: das deutsche SAP, das dänische Coloplast und das niederländische Adyen. Laut den Analysten sind diese Aktien zu Unrecht niedrig bewertet.

SAP: Das Rückgrat der Unternehmenswelt

Das deutsche Unternehmen SAP ist das erste der drei und bildet gewissermaßen das digitale Nervensystem der Geschäftswelt.

Viele große multinationale Konzerne nutzen die Software für die tägliche Verwaltung und Planung.

In letzter Zeit ist die Aktie deutlich gefallen, vor allem weil Anleger befürchten, dass neue Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) die Position des Unternehmens schwächen könnten.

Die Experten von Morningstar sehen das jedoch anders. Weil es für Unternehmen extrem teuer ist, auf ein anderes System umzusteigen, sitzt SAP weiterhin fest im Sattel.

Rund 75 Prozent des Umsatzes stammen von diesen Bestandskunden, die eng an SAP gebunden sind. Das sorgt für eine sehr starke Marktposition.

Laut den Analysten liegt der Kurs derzeit fast 50 Prozent unter seinem „fairen Marktwert“ von 265 Euro, also dem Preis, auf dem die Aktie eigentlich liegen sollte.

Coloplast: Stabiles Wachstum im Gesundheitssektor

Für alle, die auf der Suche nach Stabilität sind, ist das dänische Unternehmen Coloplast ein interessanter Name. Das Unternehmen stellt medizinische Hilfsmittel her, die täglich benötigt werden.

Das ist ein typisches Beispiel für ein „langweiliges“, aber verlässliches Geschäftsmodell: Die Nachfrage nach diesen Produkten bleibt stets bestehen, unabhängig davon, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft.

Außerdem wechseln Patienten, die einmal ein passendes Produkt gefunden haben, fast nie wieder die Marke. Trotz dieser starken Position ist der Börsenwert im vergangenen Jahr aufgrund allgemeiner Unruhe im Gesundheitssektor deutlich gesunken.

Dadurch wird die Aktie nun mehr als 40 Prozent unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt, obwohl das Unternehmen weiterhin Marktführer ist.

Adyen: Der König der Skalierbarkeit

Zum Schluss gibt es noch das niederländische Unternehmen Adyen, einen bekannten Akteur hinter den Kulissen von Zahlungen in Geschäften und Onlineshops.

Der Kurs bekam zuletzt einen Dämpfer, weil die Wachstumserwartung für 2026 von 25 auf 20 Prozent nach unten korrigiert wurde.

Die Analysten von Morningstar betonen jedoch, dass dies „keine Veränderung der langfristigen Wachstumsaussichten bedeutet“.

Sie verweisen auf den technischen Vorteil von Adyen: Das Unternehmen nutzt eine zentrale Plattform für alle Transaktionen. Das soll Vorteile bei der Erkennung von Betrug und der Abwicklung von Zahlungen bieten.

Trotz der Panik unter den Anlegern hält Morningstar deshalb an einem geschätzten Wert von 1.620 Euro je Aktie fest. Der aktuelle Kurs liegt 43 Prozent darunter.