Goldene Zeiten vorbei: Krypto wird zum normalen Job

2 Min. Lesedauer
18. Okt. 2025, 14:53

Der Kryptomarkt hat ein beeindruckendes Jahr hinter sich. Während Bitcoin (BTC) neue Höchststände erreichte und das Interesse der Investoren zunahm, zeigt sich, dass die Gehälter in der Branche tatsächlich rückläufig sind.

Gehälter gehen zurück

Dass die Gehälter sinken, zeigt das aktuelle Vergütungsreport des Investmentfonds Dragonfly. Dafür wurden die Vergütungsstrukturen von 85 Krypto-Unternehmen analysiert.

Sowohl feste Gehälter als auch Boni sind zurückgegangen – und das, obwohl die Branche jahrelang für ihre großzügigen Zahlungen bekannt war.

Laut Dragonfly war die Zeit von 2024 bis Anfang 2025 eine Phase der „Abkühlung“, in der Unternehmen begannen, ihre Ausgaben strenger zu kontrollieren.

Während es früher vor allem um schnelles Wachstum und hohe Risiken ging, liegt der Fokus nun stärker auf Stabilität und professionellem Management.

Der Rückgang betrifft nahezu alle Regionen und fast alle Positionen. Besonders Berufseinsteiger spüren den Unterschied – ihre Durchschnittsvergütung ist am stärksten gesunken.

Nur Führungskräfte verzeichneten ein Einkommensplus, was laut dem Bericht zu einem „Barbell-Effekt“ führt: Die Kluft zwischen Management und regulären Angestellten wird immer größer.

Kryptoindustrie verlangsamt sich

Das durchschnittliche Bewerbungsverfahren dauert mittlerweile fast vier Wochen und umfasst mehrere Gesprächsrunden. Das deutet auf ein vorsichtigeres Vorgehen der Arbeitgeber hin, die deutlich weniger Eile haben, neue Mitarbeiter einzustellen.

Viele Absagen erfolgen zudem aufgrund von Gehaltsdifferenzen.

Wo früher „YOLO-Token“ und Boni in Kryptowährungen üblich waren, setzen Unternehmen heute vermehrt auf feste Verträge und klar definierte Karrierestufen.

as zeigt, dass die Branche beginnt, sich zu professionalisieren – ähnlich wie die traditionelle Tech-Industrie.

Europa und Asien übernehmen die Führung

Auffällig ist, dass Westeuropa ein bedeutender Standort für Kryptojobs bleibt – dank klarer Regulierungen und starker Investitionsnetzwerke.

Länder wie Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich ziehen viele Entwickler an, insbesondere durch die wachsenden Projekte rund um den digitalen Euro.

Dennoch kommt das größte Wachstum aus Asien. Der Anteil asiatischer Krypto-Unternehmen am globalen Arbeitsmarkt hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

Experten sehen den Grund nicht nur in den niedrigeren Kosten, sondern auch in Asiens Entwicklung zu einem nachhaltigen Technologiezentrum.

Trotz dieser geografischen Verschiebungen arbeitet die Branche weiterhin überwiegend remote. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat kein physisches Büro mehr.

Die Kryptobranche scheint sich also auf Effizienz und Anpassungsfähigkeit zu konzentrieren. Auch wenn die Kurse steigen, herrscht eine neue Realität: Besonnenheit ist wichtiger als schneller Gewinn.

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