Neues KI-Modell beschleunigt die Suche nach Schwachstellen in Krypto-Systemen

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17. Juni 2026, 21:15
Neues KI-Modell beschleunigt die Suche nach Schwachstellen in Krypto-Systemen
Foto: Mijansk786 / Shutterstock.com

Das KI-Unternehmen Anthropic hat ein leistungsstarkes neues Modell namens Claude Fable 5 vorgestellt. Die Technologie kann die Suche nach Softwarefehlern erheblich beschleunigen, was in der Kryptobranche Besorgnis auslöst.

Zusammengefasst

  • Anthropic hat Claude Fable 5 veröffentlicht, eine KI, die Schwachstellen wie Zero-Day-Exploits aufspüren kann.

  • Experten warnen, dass die KI weniger neue Angriffsmethoden entwickelt, sondern bestehende menschliche Fehler mit „übermenschlicher Geschwindigkeit“ findet.

  • Der DeFi-Sektor, der in diesem Jahr bereits mehr als 840 Millionen US-Dollar durch Hacks verloren hat, ist besonders anfällig für diese beschleunigten Angriffe.

Ein leistungsstarkes Werkzeug mit Risiken

Am Dienstag stellte Anthropic sein neuestes KI-Modell Claude Fable 5 vor. Das Unternehmen beschreibt es als sein bisher leistungsfähigstes Modell mit überlegenen Fähigkeiten im logischen Denken und Programmieren. Eine öffentliche Version ist verfügbar und enthält integrierte Beschränkungen, um Missbrauch zu verhindern.

Eine leistungsstärkere Variante, Claude Mythos 5, ist ausschließlich für zugelassene Nutzer in Bereichen wie Cybersicherheit zugänglich. Experten zufolge kann dieses Modell unbekannte Softwarefehler, sogenannte Zero-Day-Schwachstellen, identifizieren und dabei helfen, diese in funktionsfähige Angriffe umzuwandeln.

Anthropic hat Sicherheitsmaßnahmen integriert. Risikoreiche Anfragen werden automatisch an ein schwächeres Modell weitergeleitet. Das Unternehmen räumt jedoch ein, dass ein vollständig wasserdichtes System unwahrscheinlich ist, und geht davon aus, dass Angreifer versuchen werden, die Schutzmaßnahmen zu umgehen.

Die Auswirkungen auf den Kryptomarkt

Die neuen KI-Fähigkeiten stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) dar. Laut Daten von DefiLlama verloren DeFi-Protokolle in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits mehr als 840 Millionen US-Dollar durch Hackerangriffe. Allein im April belief sich der Schaden auf über 600 Millionen US-Dollar.

Die größte Innovation von KI für Angreifer liegt nicht in der Entwicklung neuer Angriffsmethoden, sondern in der enormen Geschwindigkeit. Charles Guillemet, CTO von Ledger, erklärt, dass ein KI-Modell „jede Codeänderung vergleichen, jede Konfiguration durchsuchen und jede Fehlkonfiguration mit Maschinengeschwindigkeit auflisten kann“.

Menschliche Fehler bleiben das schwächste Glied

Die größten Hacks dieses Jahres waren keine komplexen Angriffe, die von einer KI entwickelt wurden. Stattdessen nutzten sie bekannte Schwachstellen aus.

So verlor Drift Protocol 285 Millionen US-Dollar nach einer monatelangen Social-Engineering-Kampagne, bei der Mitarbeitende gezielt manipuliert wurden. Humanity Protocol verlor kürzlich 30 Millionen US-Dollar, nachdem ein Hacker Zugriff auf private Schlüssel auf dem Laptop eines Mitarbeiters erlangt hatte.

Guillemet erklärt: „Diese Angriffe beruhen weiterhin auf Social Engineering und menschlichen Fehlern. KI hat diese Realität nicht geschaffen, sondern sie sichtbar gemacht und beschleunigt.“ Seiner Ansicht nach ist die einzige echte Lösung eine sogenannte „Hardware Root of Trust“, bei der private Schlüssel sicher auf einem zertifizierten Chip gespeichert werden.

Gleichzeitig wird KI auch defensiv eingesetzt. Das DeFi-Protokoll Pendle verwendet beispielsweise die Modelle von Anthropic, um den eigenen Code zu überprüfen und Fehler frühzeitig zu erkennen.

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