Foto: Mamun_Sheikh / Shutterstock.com
Ein Fehler bei der großen südkoreanischen Kryptobörse Bithumb hat für Chaos gesorgt. Hunderte Nutzer erhielten im Rahmen einer Aktion versehentlich Millionen Euro in Bitcoin (BTC) auf ihre Konten.
Der anschließende Massenverkauf führte zu einem kurzfristigen, lokalen Crash des Bitcoin-Kurses.
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Kurz zusammengefasst
Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb überwies versehentlich 2.000 Bitcoin an Hunderte Nutzer, anstelle der vorgesehenen 2.000 koreanischen Won (1,50 US-Dollar).
Infolge dessen fiel der Bitcoin-Kurs auf Bithumb auf 55.000 US-Dollar – mehr als fünfzehn Prozent unter dem Preis anderer Börsen.
Bithumb sperrte schnell die betroffenen Konten, und die Finanzaufsicht hat eine Untersuchung eingeleitet.
Tippfehler mit Millionenschaden
Der Fehler entstand am 6. Februar während einer Werbeaktion. Teilnehmer konnten einen kleinen Geldbetrag in Höhe von 2.000 südkoreanischen Won gewinnen – das entspricht etwa 1,50 US-Dollar.
Aufgrund eines internen Tippfehlers wurde dieser Betrag jedoch nicht in Won, sondern in Bitcoin ausgezahlt.
Rund 240 Nutzer sahen plötzlich 2.000 Bitcoin auf ihrem Konto erscheinen. Zum Zeitpunkt der Gutschrift war dies ein Gegenwert von 130 Millionen US-Dollar pro Person – umgerechnet etwa 119 Millionen Euro.
Das bedeutet eine spontane „Erzeugung“ von 480.000 Bitcoin, derzeit etwa 29 Milliarden Euro wert.
Panikverkäufe führen zu Flash Crash von Bitcoin
Viele Nutzer, die diesen unerwarteten Geldsegen erhielten, beschlossen sofort, ihre Bitcoins zu verkaufen. Diese plötzliche Verkaufswelle führte zu einem sogenannten „Flash Crash“ auf der Bithumb-Plattform.
Der Bitcoin-Kurs fiel dort zeitweise auf ein Tief von 55.000 US-Dollar.
Auf anderen Kryptobörsen blieb der Preis stabil, was zu einer temporären Preisdifferenz von fast 16 Prozent führte. Laut Bithumb handelte es sich um „Phantomguthaben“, die nur im internen System existierten; es wurden keine echten Bitcoins über das Netzwerk transferiert.
Das Sicherheitssystem, das Zwangsverkäufe verhindern soll, funktionierte dabei ordnungsgemäß.
Bithumb reagiert schnell, Aufsichtsbehörde ermittelt
Das Kontrollsystem der Börse schlug schnell Alarm, woraufhin Bithumb die Konten der betroffenen Nutzer innerhalb weniger Minuten einfror. Gegen 19:45 Uhr wurden alle Ein- und Auszahlungen auf der Plattform vorübergehend gestoppt.
Laut dem Unternehmen erholte sich der Kurs innerhalb von fünf Minuten.
Bithumb hat sich entschuldigt und betont, dass es sich um einen internen Fehler handelte, nicht um einen Hackerangriff.
„Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Unannehmlichkeiten“, so das Unternehmen.
Die südkoreanische Finanzaufsicht nimmt den Vorfall sehr ernst und hat eine Untersuchung eingeleitet.
„Angesichts des enormen Schadensumfangs werden wir die Umstände gründlich untersuchen“, teilte ein Beamter mit.
Bevor Bithumb eingreifen konnte, schafften es einige Nutzer, Guthaben im Wert von rund zwei Millionen Euro abzuheben. Das gesamte finanzielle Ausmaß des Schadens wird derzeit noch ermittelt.
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