Foto: Tsuguliev/Shutterstock
In Südkorea wurden zwei Personen festgenommen, nachdem die Polizei 22 Bitcoin im Wert von 1,2 Millionen Euro verloren hatte.
Die Coins wurden bereits im November 2021 nach einem Hack bei einem Unternehmen beschlagnahmt, waren aber vier Jahre später spurlos verschwunden.
Der Diebstahl kam erst nach einer landesweiten Prüfung ans Licht, die auf einen anderen Vermissungsfall von 320 Bitcoin bei der Staatsanwaltschaft folgte.
Die Untersuchung wegen möglicher Fahrlässigkeit und Korruption läuft noch, aber es ist bereits klar, dass mehrere Fehler gemacht wurden. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap News sind die Verdächtigen mit demselben Unternehmen verbunden.
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Bitcoin nicht sicher von der Polizei aufbewahrt
Die 22 Bitcoin (BTC) wurden 2021 freiwillig an die Polizei übergeben, nachdem es zu einem Hack gekommen war.
Laut internem Protokoll muss die beschlagnahmte Kryptowährung stets in einer Hardware Wallet aufbewahrt werden, die vollständig unter der Kontrolle der Polizei selbst steht. Das geschah nicht.
Stattdessen bewahrte die Polizei die Bitcoin in einer Wallet einer dritten Partei auf, die in den Hackfall verwickelt war.
Diese externe Partei hatte Zugang zur geheimen Seed Phrase, mit der jemand die vollständige Kontrolle über die Wallet erhält. Damit lag die Kontrolle über die Millionen faktisch außerhalb ihres eigenen Einflussbereichs.
Dass die 22 Bitcoin vier Jahre lang unbemerkt verschwunden waren, ist vielleicht noch das Auffälligste. Erst nach einer nationalen Prüfung stellten die Behörden fest, dass die Wallet leer war.
Gericht: Bitcoin darf beschlagnahmt werden
Im Januar entschied der Oberste Gerichtshof Südkoreas, dass Bitcoin, die an Börsen gehalten werden, von Ermittlungsbehörden beschlagnahmt werden können.
Bitcoin gilt fortan als „Gegenstand der Beschlagnahme“ im Rahmen der Strafprozessordnung, da es als elektronische Information mit eigenständiger Verwaltbarkeit, Handelbarkeit und wirtschaftlichem Wert angesehen wird.
Anfang Januar war in den Altcoin-Nachrichten zu lesen, dass Südkorea nach einer Phase der Zurückhaltung seine Türen für Krypto öffnen möchte.
Wallet-Zugang geteilt, Geld verschwunden
Laut der südkoreanischen Zeitung Dong-A Ilbo gab ein Mitarbeiter des Unternehmens einer als Mr. Jeong bekannten Person Zugang zur Wallet.
Das geschah im Rahmen einer Leihvereinbarung zwischen beiden. Kurz darauf verschwanden die Mittel. Die Gyeonggi Northern Provincial Police Agency hat daraufhin inzwischen zwei Verdächtige festgenommen. Gleichzeitig wirft der Fall einen Schatten auf eine frühere Korruptionsangelegenheit.
Der Fall zeigt, wie anfällig Krypto-Aufbewahrung sein kann, wenn grundlegende Regeln nicht eingehalten werden. Eine Cold Wallet bietet nur dann Sicherheit, wenn die Kontrolle tatsächlich bei der richtigen Partei liegt.
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