Neue Prognosemärkte führen zu Kundenverlusten bei Fintechs

2 Min. Lesedauer
22. Dez. 2025, 12:13

Immer mehr Finanzplattformen fügen Prognosemärkte zu ihren Apps hinzu. Laut Investor Santiago Roel Santos birgt das jedoch ein Risiko. Er warnt, dass diese Art von Produkten zu schnellerem Kundenverlust und einem weniger stabilen Wachstumsmodell für Fintechunternehmen führt.

Diese Diskussion betrifft auch den Kryptomarkt. Große Akteure bewegen sich in dieselbe Richtung. So arbeitet Coinbase mit Kalshi zusammen, um Prognosemärkte anzubieten. Was kurzfristig zusätzliche Aktivität und Umsatz bringt, kann langfristig auf Kosten von Wert und Kundenbindung gehen.

Prognosemärkte sorgen für schnelleren Abfluss

Santos vergleicht Prognosemärkte mit Casinoprodukten. Nicht weil Nutzer immer Geld verlieren, sondern weil Menschen dort schneller abspringen.

Wer längere Zeit in solchen Märkten aktiv ist, läuft eine größere Gefahr, sein gesamtes Guthaben zu verlieren. In der Praxis bedeutet das oft, dass ein solcher Nutzer die Plattform verlässt.

Für Fintechunternehmen ist das problematisch, stellt Santos fest. Ein Nutzer, der geht, liefert letztendlich keinen Wert mehr. Dadurch wird schneller Abfluss zu einem strukturellen Risiko.

Fintechs riskieren ihre Kernfunktion

Laut Santos liegt das Risiko vor allem in einem verschobenen Fokus. Apps, die dazu gedacht sind, Geldangelegenheiten zu regeln, bewegen sich immer mehr in Richtung Spekulation.

Plattformen wie Robinhood wuchsen gerade deshalb, weil sie niedrigschwellig und übersichtlich waren. Das sprach eine breite Gruppe von Nutzern an.

Durch den starken Einsatz auf Prognosemärkte gerät diese ursprüngliche Funktion unter Druck. Die App verwandelt sich dann von einem Finanzhilfsmittel in eine Plattform für schnelle Wetten.

Kurzfristiger Gewinn versus langfristige Beziehung

Santos weist darauf hin, dass Nutzer im Laufe der Zeit andere Bedürfnisse bekommen. Was am Anfang um schnelle Aktion und Experimentieren dreht, verschiebt sich später zu Stabilität und Übersicht. Laut ihm liegt dort der echte Wert für Fintechunternehmen.

Unternehmen, die auf Produkte wie Sparen, Versicherungen und Kredite setzen, bauen oft stärkere und langfristigere Beziehungen auf. Diese Dienste ziehen weniger Aufmerksamkeit auf sich, sorgen aber für feste Kunden, die länger bleiben.

Prognosemärkte sorgen kurzfristig für mehr Aktivität und Umsatz. Gleichzeitig vergrößern sie das Risiko, dass Nutzer schneller abspringen, sobald Verluste auflaufen. Das macht diese Strategie langfristig anfällig.

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