Kryptomarkt stabilisiert sich bei Entspannung am japanischen Anleihenmarkt

2 Min. Lesedauer
22. Jan. 2026, 15:04

Nach einem unruhigen Wochenstart scheint sich der Kryptomarkt heute vorsichtig zu beruhigen. Die Ursache dafür liegt eher bei nicht-kryptobezogenen Entwicklungen weltweit als bei Krypto selbst. Da sich die Spannungen um Grönland verringern und der japanische Anleihenmarkt stabilisiert, scheint auch der Kryptomarkt wieder seine Ruhe zu finden.

Japanischer Anleihenmarkt nimmt Druck von Krypto

In den letzten Tagen standen japanische Staatsanleihen im Mittelpunkt der weltweiten Finanzmärkte. Eine Staatsanleihe ist im Grunde ein Darlehen an eine Regierung. Anleger erhalten Zinsen, und je höher die Zinsen, desto attraktiver wird ein solches Darlehen. Aber steigende Zinsen bedeuten auch, dass die Kreditaufnahme für Regierungen, Unternehmen und Anleger weltweit teurer wird.

Anfang dieser Woche ging es schief in Japan. Die Zinsen auf japanische Staatsanleihen mit sehr langer Laufzeit, wie dreißig und vierzig Jahre, schossen plötzlich stark nach oben. Das geschah, nachdem Premierministerin Sanae Takaichi während ihres Wahlkampfs Steuersenkungen versprach. Anleger befürchteten dadurch, dass die Regierung mehr Schulden machen muss.

Als Reaktion forderten sie höhere Zinsen, um Japan Geld zu leihen. Die Zinsen auf vierzigjährige Anleihen stiegen sogar auf über vier Prozent, das höchste Niveau aller Zeiten. Das sorgte für Panik, weil Japan eine zentrale Rolle im weltweiten Finanzsystem spielt. Viele Anleger leihen sich günstig in Japan und investieren dieses Geld anderswo.

Die Folge war, dass Anleger weltweit Risiken vermieden. Geld wurde aus Aktien und Krypto abgezogen und in sicherere Anlagen verlagert.

Bitcoin sank dadurch zeitweise unter 88.000 Dollar, während die etwas riskanteren Altcoins noch härter fielen. Inzwischen hat sich die Situation etwas beruhigt. Die japanische Zentralbank kaufte weiterhin Staatsanleihen auf, um den Markt zu unterstützen.

Darüber hinaus riefen japanische Minister zur Ruhe auf. Dadurch sanken die Zinsen auf dreißigjährige Anleihen wieder in Richtung 3,7 Prozent. Die Spannung ist nicht weg, aber die größte Schockreaktion scheint vorbei.

Andere politische Nachrichten helfen dem Kryptomarkt auch

Nicht nur Japan hatte Auswirkungen auf Bitcoins Erholung auf 90.000 und Ethereums Rückkehr über 3.000 Dollar. Gestern sprach Donald Trump in Davos mit Ex-Premier und NATO-Chef Mark Rutte über einen möglichen „Grönlanddeal".

Als sie nach diesem Gespräch beide positiv über das Ergebnis waren, reagierte der Kryptomarkt schnell. Bitcoin stieg und konnte die Serie von sechs langen Tagen im Minus durchbrechen.

Die größten Spannungen scheinen vorerst aus dem Markt verschwunden. Solange die Anleihenmärkte stabil bleiben und politische Ruhe vorherrscht, bekommt Krypto Raum zur Erholung und kehrt vorsichtig das Vertrauen zurück.

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