Shutterstock/George Khelashvili
Jahrelang hielt sich die Vorstellung, dass man auf Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen keine Steuern zahlen müsse. Das stimmt nicht. Krypto unterliegt ganz normalen Steuerregeln – und es wird zunehmend schwieriger, Vermögen vor dem Fiskus zu verbergen.
Vor allem jetzt, da die europäische Richtlinie DAC8 in Kraft getreten ist, schaut das Finanzamt genauer hin als je zuvor. Doch was genau steckt hinter diesem Gesetz, warum wurde es eingeführt – und was bedeutet es konkret?
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Was ist DAC8 und warum wurde dieses Gesetz eingeführt?
Am 1. Januar 2026 ist DAC8 offiziell in Kraft getreten. Es handelt sich um die achte Änderung der EU-Richtlinie zur Zusammenarbeit der Steuerbehörden.
Der Kern ist einfach: Steuerbehörden müssen automatisch Informationen über Kryptovermögen und -Transaktionen austauschen.
Der Anlass ist eindeutig: Regierungen beobachteten, dass immer mehr Geld in Krypto verdient und gespeichert wurde, während der Fiskus kaum Einblick hatte.
Kryptowährungen fielen bislang außerhalb der bestehenden Informationssysteme – wie es sie für Bankkonten seit Jahren gibt.
Mit DAC8 will die Europäische Union diese Lücke schließen. Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum (ETH) oder XRP werden steuerlich traditionellen Finanzprodukten gleichgestellt. Steuerhinterziehung über Krypto soll dadurch deutlich erschwert werden.
Die Europäische Kommission legte den Gesetzesentwurf Ende 2022 vor. Im Oktober 2023 gaben alle Mitgliedstaaten grünes Licht.
Das hat sich seit dem 1. Januar geändert
Da DAC8 eine EU-Richtlinie ist, gilt sie in allen Mitgliedstaaten. Diese dürfen selbst entscheiden, wie sie die Vorgaben in nationales Recht umsetzen – das Ergebnis ist jedoch überall gleich.
Seit dem 1. Januar 2026 sind Krypto-Börsen (wie Bitvavo), Broker und Wallet-Anbieter verpflichtet, Daten ihrer Nutzer zu erfassen.
Dazu gehören persönliche Daten, Kontostände und Transaktionen. Alles, was du ab diesem Zeitpunkt auf einer Plattform machst, wird registriert.
Und diese Daten bleiben nicht einfach liegen: Im Jahr 2027 werden sie erstmals an die nationalen Finanzbehörden übermittelt – und automatisch mit anderen EU-Ländern geteilt, sofern du dort steuerpflichtig bist.
Ab dann kann das Finanzamt deine Steuererklärung direkt mit den übermittelten Krypto-Daten vergleichen.
Was bedeutet das konkret für den Nutzer?
Für die meisten Nutzer ändert sich an der eigentlichen Steuererklärung nichts. Du warst schon vorher verpflichtet, dein Krypto-Vermögen und eventuelle Gewinne anzugeben – und das bleibt auch so.
Neu ist jedoch, dass das Finanzamt diese Informationen künftig automatisch von Börsen und Brokern erhält. Die Daten werden nicht automatisch in deiner Steuererklärung vorausgefüllt, wie es z. B. bei Bankkonten oder Gehaltsdaten der Fall ist.
Sie dienen hauptsächlich der Kontrolle und Überwachung.
Wenn deine Steuererklärung nicht mit den gemeldeten Daten übereinstimmt, kann das Finanzamt gezielt nachfragen oder ein Prüfverfahren einleiten.
Mehr Transparenz – aber auch Sorgen
Befürworter sehen in DAC8 einen notwendigen Schritt hin zu einem gerechteren Steuersystem und einer reiferen Krypto-Branche. Weniger Raum für Betrug und Steuervermeidung könnte Vertrauen schaffen – vor allem bei größeren und institutionellen Anlegern.
Kritiker hingegen befürchten einen Verlust an Privatsphäre. Krypto wurde einst als Alternative zu Banken und staatlicher Kontrolle vorgestellt – unter DAC8 wird jedoch jede Transaktion einer konkreten Identität zugeordnet.
Datenschutzorganisationen sprechen von einer weitreichenden Überwachung unschuldiger Nutzer.
Auch innerhalb der Branche gibt es Bedenken. Vor allem kleinere Krypto-Unternehmen fürchten den zusätzlichen Verwaltungsaufwand und die höheren Kosten.
Sie warnen, dass strenge Regeln Innovation ausbremsen könnten – und Unternehmer ins Ausland abwandern.
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