Jan-Eric Stehr Jan-Eric Stehr
3 min. Lesedauer

BaFin untersagt Angebot des Stablecoins USDe in Deutschland

Ethena USDe-USDE
icon-regulering
Regierung und …
BaFin untersagt Angebot des Stablecoins USDe in Deutschland

Foto: nitpicker /Shutterstock

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde hat kürzlich regulatorische Maßnahmen gegen einen bekannten Stablecoin-Anbieter ergriffen. Die Entscheidung betrifft das Angebot eines an den US-Dollar gekoppelten Krypto-Assets in Deutschland und wirft Fragen zur zukünftigen regulatorischen Behandlung ähnlicher Produkte auf.

Digitaler Euro: EZB stellt im Sommer Regeln vor
Digitaler Euro: EZB stellt im Sommer Regeln vor

BaFin ordnet Einstellung des USDe-Angebots an

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 21. März 2025 die Einstellung des Angebots des Stablecoins USDe der Ethena GmbH in Deutschland angeordnet. Die Aufsichtsbehörde klassifiziert USDe als elektronisches Geld (E-Geld), dessen Ausgabe in Deutschland einer Erlaubnis nach § 10 Absatz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) bedarf. Da die Ethena GmbH, eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Berlin, nicht über die erforderliche Erlaubnis verfügt, wurde das Angebot nun untersagt.

Das Unternehmen hatte zuvor versucht, eine Zulassung im Rahmen des neuen europäischen Regulierungsrahmens für Krypto-Assets, Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR), zu erhalten. Die BaFin hat diesen Antrag jedoch nicht genehmigt und stuft den Stablecoin stattdessen als E-Geld ein, was andere regulatorische Anforderungen mit sich bringt.

Reaktion von Ethena und Auswirkungen auf den Betrieb

Ethena hat bestätigt, dass die MiCAR-Zulassung für die deutsche Gesellschaft nicht genehmigt wurde. Das Unternehmen kündigte an, alternative regulatorische Rahmenbedingungen zu prüfen, um seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland fortzuführen.

In einer Stellungnahme auf X betonte das Unternehmen, dass die Entscheidung der BaFin keinen Einfluss auf bestehende Listings von USDe habe. Die Prozesse für Minting und Einlösung über die Ethena (BVI) Limited, die laut Unternehmensangaben für die Mehrheit der Mint-Nutzer zuständig ist, blieben ungestört. Die Firma versicherte außerdem, dass der Token USDe weiterhin vollständig besichert sei.

„Entgegen einiger Berichte wurden keine Vermögenswerte eingefroren und alle stehen zur Einlösung zur Verfügung“, erklärte Ethena.

Das Unternehmen plant, seine Geschäftsbedingungen in der kommenden Woche entsprechend anzupassen.

US-Krypto-Gesetz stockt: Branche stark verwundbar
US-Krypto-Gesetz stockt: Branche stark verwundbar

Technischer Hintergrund des USDe Stablecoins

USDe ist ein Stablecoin, der an den US-Dollar gekoppelt ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stablecoins verwendet USDe eine innovative Technologie: Ethena kauft ETH (Ethereum) und sichert diese Position durch den Verkauf von ETH-Futures ab. Durch diesen Mechanismus behauptet das Unternehmen, einen renditestarken Stablecoin geschaffen zu haben.

Unternehmensstruktur und regulatorische Implikationen

Ethena operiert mit mehreren Unternehmenseinheiten in verschiedenen Rechtsgebieten. Während die Ethena GmbH als deutsche Gesellschaft direkt von der BaFin-Entscheidung betroffen ist, wird der Großteil der Mint-Operationen durch die Ethena (BVI) Limited abgewickelt, die nicht unmittelbar von der Anordnung berührt ist.

Die Einstufung des USDe als E-Geld durch die BaFin hat weitreichende regulatorische Konsequenzen und ist ein weiteres Beispiel für die zunehmende Aufsicht im Kryptosektor. Deutschland und die Europäische Union etablieren mit dem MiCAR-Rahmenwerk strenge Bedingungen für Krypto-Assets, die von Anbietern entsprechende Anpassungen erfordern.

Die Entscheidung der BaFin könnte auch Signalwirkung für ähnliche Stablecoin-Projekte haben, die in der Europäischen Union aktiv sind oder eine Tätigkeit planen. Anbieter von Krypto-Assets müssen sich auf eine verstärkte regulatorische Kontrolle einstellen und frühzeitig die entsprechenden Genehmigungen einholen.

Diesen Artikel teilen
  • Share on Twitter
  • Share on Telegram
  • Share on Facebook
Autor:
Über den Autor:
Jan-Eric Stehr

Jan-Eric Stehr ist seit August 2023 Chief Editor bei Crypto Insiders. Davor übersetzte und lokalisierte er die Website ins Deutsche. Mit seinem Ingenieursabschluss (B.Sc.) in Prozessmanagement/Maschinenbau und beruflicher Erfahrung im Consulting, unterstützt er Unternehmen beim Einstieg in den deutschen Markt. Seine Leidenschaft für Kryptowährungen fand er 2020, als er in sie investierte, und durch seine freiberufliche Tätigkeit vertiefte er sich weiter in dieses Thema.

Gerade eingetroffen
Trending
Ripple-CEO: Bitcoin steigt auf 180.000 US-Dollar
Ripple-Chef verspricht Revolution wie ChatGPT für XRP
  • 29/03/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Krypto-Kurse steigen nach US-News sprunghaft an
StakeStone-Kurs steigt 450 Prozent und schlägt Dogecoin
  • 02/04/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Bitcoin-Wale machen vor dem großen Crash einen Schritt zurück
Cardano fällt weiter – aber Wale kaufen weiterhin
  • 02/04/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Finanzamt prüft Krypto-Gewinne: Anleger unter Druck
Finanzamt prüft nachträglich Krypto-Gewinne: Anleger unter Druck
  • 30/03/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Ethereum menace de perdre sa place de deuxième plus grande cryptomonnaie
Ethereum droht Verlust des zweiten Platzes
  • 29/03/2026
  • 2 Min. Lesedauer

Trending Regierung und Regulierung

Finanzamt prüft Krypto-Gewinne: Anleger unter Druck
Finanzamt prüft nachträglich Krypto-Gewinne: Anleger unter Druck
  • 30/03/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Trumps neuer Justizminister besaß Krypto im Wert von Hunderttausenden
Trumps neuer Justizminister besaß Krypto im Wert von Hunderttausenden
  • 04/04/2026
  • 2 Min. Lesedauer
Banca europea lanza el euro cripto para desafiar el dominio del dólar
Europäische Topbanken lancieren Krypto-Euro
  • 01/04/2026
  • 2 Min. Lesedauer

Wissensbasis

Wissensbasis

Wissensbasis