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Private Credit unter Druck: Erste Risse im Milliardenmarkt

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Private Credit unter Druck: Erste Risse im Milliardenmarkt

Foto: rblfmr/Shutterstock

Der Markt für Private Credit galt lange als eine der stabilsten Anlageklassen der Finanzwelt. Große Fonds versprachen konstante Renditen, geringe Schwankungen und eine attraktive Alternative zu klassischen Anleihen. Doch inzwischen zeigen sich erste Risse in diesem System.

Ein Beispiel liefert BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt. Innerhalb von nur drei Monaten musste der Konzern einen Kredit vollständig abschreiben.

Im September wurde ein Darlehen über 25 Millionen Dollar an das Unternehmen Infinite Commerce noch als werthaltig bewertet – im Dezember galt es bereits als wertlos.

Die Firma hatte kleinere Amazon-Händler übernommen, etwa Anbieter von Spa-Produkten oder Haushaltsartikeln. Während der Pandemie boomte dieses Geschäftsmodell, doch mit dem Ende des Online-Handels-Hypes brach die Nachfrage ein.

Besonders brisant: Es war bereits der zweite Totalausfall bei BlackRock innerhalb von drei Monaten.

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Was Private Credit eigentlich ist

Private Credit bezeichnet Kredite, die nicht an der Börse gehandelt werden. Große Investmentfonds vergeben diese Darlehen direkt an Unternehmen, statt sie über Banken oder Anleihemärkte zu finanzieren.

Der entscheidende Unterschied: Es gibt keinen täglichen Marktpreis. Während Aktien oder Anleihen ständig bewertet werden, schätzen Fonds selbst, was ihre Kredite wert sind – meist nur einmal pro Quartal.

Solange niemand verkaufen muss, wirken diese Bewertungen stabil. Doch wenn Probleme auftreten, kann sich der Wert plötzlich drastisch verändern.

Der Markt ist mittlerweile auf etwa 1,8 Billionen Dollar angewachsen. Offiziell fallen rund 2,5 % der Kredite aus. Doch diese Zahl erfasst nur Unternehmen, die ihre Raten komplett nicht mehr zahlen.

Viele Firmen bedienen ihre Zinsen inzwischen nicht mehr in bar. Stattdessen werden die Zinsen einfach zum Kredit addiert. Dieses Modell betrifft bereits rund 11 % der Kredite. Rechnet man diese Fälle ein, liegt die tatsächliche Problemquote laut Schätzungen bereits bei über 6 %.

Erste Warnsignale im Markt

Auch andere große Anbieter geraten unter Druck. Der Private-Credit-Investor Blue Owl musste Anlegern zeitweise verbieten, Geld aus einem 1,6-Milliarden-Dollar-Fonds abzuziehen. Gleichzeitig wurden Kredite im Wert von 1,4 Milliarden Dollar unter Druck verkauft.

Die Aktie des Unternehmens verlor mehr als ein Drittel ihres Wertes.

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei Branchengrößen wie Blackstone, Apollo, KKR, Ares und Carlyle. Allein aus einem großen Private-Credit-Fonds von Blackstone wollten Anleger 3,8 Milliarden Dollar abziehen.

Um die Auszahlungen zu ermöglichen, musste das Unternehmen sogar 400 Millionen Dollar eigenes Kapital bereitstellen.

Auch Experten schlagen Alarm. Mohamed El-Erian, ehemaliger Chef des Anleihegiganten PIMCO, vergleicht die aktuelle Situation mit den Kreditfonds von Bear Stearns im Jahr 2007 – ein Jahr vor der Finanzkrise.

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Warum der Druck weiter steigen könnte

Ein zusätzlicher Risikofaktor liegt in der Struktur vieler Kredite. Rund ein Viertel des Private-Credit-Kapitals fließt in Softwareunternehmen – genau jene Branche, die derzeit stark durch künstliche Intelligenz verändert wird.

Steigen die Ausfälle weiter, könnte sich die Situation deutlich verschärfen. Die Großbank UBS warnt, dass die Ausfallraten bis 2026 im Extremfall auf bis zu 13 % steigen könnten.

Der entscheidende Unterschied zu früheren Krisen: Das Risiko liegt heute nicht mehr primär bei Banken, sondern zunehmend in Fonds, die in den letzten Jahren massiv an Privatanleger verkauft wurden.

Was lange als stabile Anlageklasse galt, könnte sich daher als deutlich anfälliger erweisen. Die geringe Volatilität, die Private Credit so attraktiv erscheinen ließ, war möglicherweise nie real – sie wurde schlicht nicht täglich gemessen.

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Über den Autor:
Furkan Yildirim

Furkan Yildirim ist Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) mit Fokus auf Blockchain-Technologie und ein leidenschaftlicher Experte im Bereich Kryptowährungen. Nach seinem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fraunhofer Institut und der TU Dortmund im Projekt „Blockchain Europe“. Privat entdeckte er Bitcoin durch Freunde und begann als Trader, was sein Interesse an dezentralen, zensurresistenten Systemen weiter vertiefte. Heute teilt er sein Wissen über Kryptowährungen auf Social Media, betreibt einen YouTube-Kanal und wird regelmäßig von Medien wie Welt und NTV als Experte eingeladen.

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