Gino Presti Gino Presti
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Wie Schulfreunde gemeinsam ein Eisimperium aufbauten: Ben & Jerry’s

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Ben & Jerry's-Schild an der Wand

Foto: Shutterstock/GagliardiPhotography

Von einem kleinen Eisladen in einer Tankstelle zu einer ikonischen Eismarke. Das ist die Geschichte von Ben Cohen und Jerry Greenfield, den Gründern von Ben & Jerry’s. Was als Job nach der Schule begann, entwickelte sich zu einem Millionenunternehmen. Letztendlich verkauften die Freunde ihr Unternehmen für einen beeindruckenden Betrag, aber jetzt wollen die Männer ihr Unternehmen zurück. Ben und Jerry sind sich nämlich uneinig über den Kurs des Unternehmens, speziell bezüglich der Israel/Palästina-Frage. Aber die Rückkehr erweist sich als nicht so einfach.

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Von der Tankstelle zum Millionenunternehmen

Ben Cohen und Jerry Greenfield lernten sich schon in jungen Jahren kennen. Sie waren Freunde auf der Schule, aber nach ihrem Abschluss gingen sie getrennte Wege. 1978 kamen sie wieder zusammen und beschlossen, eine eigene Eismarke zu gründen. Sie eröffneten ihren ersten Laden in einer renovierten Tankstelle. Die Männer hatten nicht viel Erfahrung mit der Eisherstellung, sie hatten lediglich einen Kurs besucht und legten los. Ben Cohen leidet an Anosmie, einem Mangel an Geruchssinn, weshalb er gerne zusätzliche Struktur in seinem Eis hat. So kam Ben&Jerry dazu, die berühmten Chunks aus Brownie, Keksteig und Schokoladenstücken hinzuzufügen.

Schnell wuchs die Beliebtheit ihres handwerklich hergestellten Eises. Das Duo brachte ihr Unternehmen an die Börse und konnte so ihre Eisprodukte weltweit verbreiten. 1996 wurde Ben & Jerry’s auch in Deutschland eingeführt und drei Jahre später erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 200 Millionen Euro.

Die Übernahme durch Unilever und Meinungsverschiedenheiten

Im Jahr 2000 zogen sich die Gründer von ihrer Führungsposition des erfolgreichen Unternehmens zurück. Ben & Jerry’s wurde vom damals teilweise niederländischen Unilever übernommen. Unilever soll 326 Millionen Euro für das Unternehmen bezahlt haben, wovon die Gründer etwa 145 Millionen Euro erhielten.

Unter der Leitung von Unilever ist der Erfolg von Ben & Jerry’s nur noch weiter gewachsen und mittlerweile ist die Eismarke weltweit beliebt. Es wurden mehrere erfolgreiche Geschmacksrichtungen auf den Markt gebracht und die Marke hat Sorten mit Prominenten wie Barack Obama (Yes Pecan) und Jimmy Fallon (Late Night Snack) herausgebracht.

Cohen und Greenfield blieben beim Unternehmen angestellt, hatten aber keine Führungsposition mehr. Dort entstanden möglicherweise Spannungen: Die aktivistischen Ben und Jerry hatten regelmäßig Meinungsverschiedenheiten mit der Geschäftsführung. Die Gründer sprachen sich unter anderem gegen den Verkauf ihres Eises im von Israel besetzten Westjordanland aus. Ihrer Meinung nach verstieß dies gegen die Kernwerte des Unternehmens.

Auch kritisierten die Freunde die Gehälter, die an den Vorstand ausgezahlt wurden. Während früher ein Direktor nicht mehr als das Fünffache des Gehalts des am wenigsten verdienenden Mitarbeiters verdienen durfte, ist dies mittlerweile auf das Siebzehnfache gestiegen. Dies stieß auf Kritik der Gründer, die immer Wert auf eine gerechte Einkommensverteilung legten.

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Versuch der Rückübernahme: eine schwierige Aufgabe

Um das ursprüngliche Gedankengut ihrer Marke zu wahren, haben Cohen und Greenfield sich vorgenommen, Ben & Jerry’s zurückzukaufen. Es sollen bereits Gespräche mit Unilever geführt worden sein, aber dies soll bisher von Unilever abgelehnt worden sein, die die Marke gerne behalten möchten.

Die Gründer müssen mit einem seriösen Angebot kommen, wenn sie wieder Eigentümer werden wollen. Es scheint vorerst unwahrscheinlich, dass Ben & Jerry’s wieder zu Ben und Jerry zurückkehrt.

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Über den Autor:
Gino Presti

Gino Presti ist seit März 2024 bei Crypto Insiders. Seit 2017 ist er aktiv im Kryptowährungshandel und hat sich ein umfangreiches Wissen über den Kryptomarkt angeeignet. Ginos fundiertes Verständnis und seine Begeisterung für Kryptowährungen motivieren ihn, aktuelle Trends und Entwicklungen kontinuierlich zu verfolgen und sein Wissen mit einem breiteren internationalen Publikum zu teilen.

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