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Die vergangenen Jahre sind geprägt von zunehmender geopolitischer Unruhe und Unsicherheit. Die Zinsen steigen, der US-Dollar verliert an Boden und Gold floriert als sicherer Hafen. Dieses Muster sahen wir bereits früher, beispielsweise im April 2025, aber diesmal fühlt es sich anders an. Weniger explosiv vielleicht, damals sorgten Trump-Zölle für heftige Marktvolatilität, aber fundamentaler. Als ob sich die Unterströmung verschoben hätte.
Laut Jurrien Timmer, Leiter Makroökonomie bei Fidelity, ist das kein Zufall. Die Finanzmärkte reagieren seiner Meinung nach nicht länger ausschließlich auf Inflationszahlen, Zinssitzungen oder Handelstarife, sondern auf etwas Größeres: eine Weltordnung, die langsam kippt. Kein abrupter Bruch, keine Panik, aber eine allmähliche Neupositionierung von Kapital in einer Welt, die weniger vorhersehbar und weniger eindeutig wird.
Was ist los?
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Zins auf zehnjährige US-Staatsanleihen. In einem klassischen Wirtschaftszyklus ist ein steigender Langfristzins oft ein Zeichen von Optimismus: Anleger erwarten höheres Wachstum, Kapital fließt in Richtung USA, der Dollar stärkt sich und Aktien profitieren.
Das ist jetzt nicht das, was wir sehen.
Der Zehnjahreszins steigt, aber der Dollar schwächt sich ab. Gleichzeitig bleibt Gold auffallend beliebt. Diese Kombination ist ungewöhnlich. Wenn höheres Wachstum die treibende Kraft wäre, würde Kapital gerade in Richtung Vereinigte Staaten fließen und den Dollar unterstützen. Das geschieht nicht. Im Gegenteil.
Auch Gold erzählt hier eine wichtige Geschichte. Normalerweise wirken höhere Zinsen zum Nachteil von Gold, weil es keine Zinsen abwirft. Dass Gold dennoch weiter steigt, deutet darauf hin, dass Anleger nicht primär auf der Suche nach Rendite sind, sondern nach Schutz. Der steigende Zins scheint damit weniger die Folge von Optimismus zu sein, sondern mehr von Unsicherheit.
Diese Unsicherheit kommt unter anderem in der sogenannten Laufzeitprämie zum Ausdruck: die zusätzliche Vergütung, die Anleger verlangen, um Geld für längere Zeit festzulegen. Diese Prämie steigt, wenn Sorgen über Inflation, Haushaltsdefizite und die Tragfähigkeit des Finanzsystems zunehmen. Der Anleihenmarkt sagt im Grunde: langfristige Sicherheit wird teurer.
Damit kommt auch die Rolle des Dollars erneut ins Bild. Jahrelang war die US-Währung der selbstverständliche Mittelpunkt des globalen Finanzsystems. Aber geopolitische Spannungen, Sanktionen und die zunehmende Nutzung finanzieller Macht als geopolitisches Instrument haben Länder bewusster für diese Abhängigkeit gemacht. Das Ergebnis ist keine massive Flucht aus dem Dollar, aber eine allmähliche Streuung.
In einer solchen Welt bekommen greifbare Assets erneut Bedeutung. Gold, Öl und Industriemetalle sind nicht nur wirtschaftliche Rohstoffe, sondern auch strategische Mittel. Sie sind physisch, lokal gebunden, schwer zu ersetzen und weniger anfällig für politische Maßnahmen oder finanzielle Sanktionen.
Es gibt keine akute Krise. Die Volatilität bleibt relativ niedrig und die Wirtschaft läuft weiter. Aber Märkte schauen voraus. Was wir jetzt sehen, ist eine Neupositionierung in einer Welt, in der alte Gewissheiten weniger selbstverständlich werden.
In der Grafik unten wird diese Entwicklung sichtbar zusammengefasst. Wo ein steigender Zehnjahreszins normalerweise mit einem stärkeren Dollar und einem schwächeren Goldpreis einhergeht, geschieht jetzt das Gegenteil: der Dollar verliert an Boden, während Gold gerade an Kraft gewinnt.

Trump beschleunigt den Trend
Seit 2025, dem Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, ist diese abweichende Kombination deutlicher geworden. Nicht als Schock, sondern als Beschleunigung eines Trends, der schon länger schwelte.
Es bleibt schwierig, mit Sicherheit festzustellen, dass wir es hier mit einer vollständig neuen Realität zu tun haben. Finanzmärkte brechen selten abrupt mit historischen Mustern. Gleichzeitig scheint der Markt diese mögliche Verschiebung sehr wohl ernst zu nehmen und vorsichtig einzupreisen.
Diese neue Realität äußert sich nicht in einem Crash, sondern in einer allmählichen Umverteilung von Kapital. Weniger Konzentration in den Vereinigten Staaten, mehr Interesse an harten Assets wie Gold und anderen Rohstoffen. Nicht aus Panik, sondern aus Vorbereitung.
Dabei wird es besonders interessant zu sehen, wie sich Bitcoin (BTC) in diesem Kontext entwickelt. Theoretisch sollte dieses Klima auch günstig sein für eine digitale, knappe Alternative außerhalb des traditionellen Systems. In der Praxis muss Bitcoin diese Rolle jedoch noch erfüllen.
Gerade deshalb erscheint diese Phase so wichtig. Nicht weil jetzt alles entschieden wird, sondern weil die Konturen einer möglichen neuen Welt langsam sichtbar werden. Und Bitcoin steht, erneut, an einem Scheideweg in seiner neuen Geschichte.
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