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Wer die Nachrichten verfolgt, hört es immer öfter: Die US-Wirtschaft zeige ein sogenanntes K-shaped growth (K-förmiges Wachstum). Die Reichen werden reicher dank steigender Aktienkurse, während der Rest der Bevölkerung zurückbleibt.
Aber beim Zahlungsunternehmen Stripe hat man die Zahlen genauer untersucht und ein deutlich differenzierteres Bild gefunden. An der Wall Street stimmt das Bild weitgehend. Auf der Main Street sieht es anders aus.
Everyone’s talking about the K-shaped economy—the rich pulling away while everyone else stagnates.
In our inaugural Stripe Economics post, I take a look at @stripe + macro data, and I see the K on Wall Street, but not yet on Main Street:
• The most profitable third of US public…— Ernie Tedeschi (@ernietedeschi) March 17, 2026
Konsumausgaben wachsen bei niedrigen Einkommen schneller
Das erste Diagramm zeigt, wie das reale Wachstum der Einzelhandelsausgaben (ohne Autos) sich je nach Einkommensgruppe entwickelt.

Was ist zu sehen? Niedrigere Einkommen (rosa Linie) zeigen in den letzten Jahren regelmäßig stärkere Wachstumsraten als höhere Einkommen. Hohe Einkommen (blau) bleiben volatiler und wachsen nicht strukturell schneller. Die Mittelklasse (grau) bewegt sich dazwischen.
Das zeigt, dass der Konsum bei niedrigeren Einkommen überraschend widerstandsfähig geblieben ist – trotz Inflation und höherer Zinsen.
Reallöhne steigen für nahezu alle
Das zweite Diagramm zeigt die Entwicklung der inflationsbereinigten Löhne seit 2022.

Die Kernpunkte:
- Sowohl niedrige als auch hohe Einkommen verzeichneten positive reale Lohnsteigerungen.
- Hohe Einkommen (90. Perzentil) schnitten etwas besser ab, aber der Unterschied ist relativ gering.
- Das deutet auf einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt hin, der vor allem niedrigere Einkommen stützt.
- Mit anderen Worten: Das Bild einer massenhaften Verarmung stimmt nicht vollständig.
Haushaltseinkommen wächst am stärksten in der untersten Gruppe
Das dritte Diagramm zeigt, dass die realen Haushaltseinkommen seit 2022 bei der niedrigsten Einkommensgruppe am stärksten gestiegen sind.

Das liegt zum Teil daran, dass die Arbeitsmärkte nach der Pandemie außergewöhnlich stark blieben. Unternehmen mussten Personal gewinnen und haben daher die Löhne im unteren Bereich schneller erhöht.
Aber an der Wall Street ist die Ungleichheit deutlich sichtbar
Das vierte Diagramm zeigt ein anderes Bild.

Die reichsten Haushalte bestimmen einen großen Teil des Aktienmarkts und damit auch des Vermögenswachstums.
Wichtige Erkenntnisse:
- Ein kleiner Teil der Unternehmen repräsentiert nun einen Rekordanteil der gesamten Börsenkapitalisierung.
- Das oberste ein Prozent besitzt rund 40 Prozent aller Aktien.
- Dennoch beträgt ihr Anteil am Gesamtkonsum nur etwa 25 Prozent.
Das erklärt, warum die Finanzmärkte ein anderes Bild vermitteln als die Realwirtschaft.
Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs?
Die Auswirkungen auf den Bitcoin (BTC)-Kurs sind interessant und verlaufen in mehreren Schritten:
Starker Arbeitsmarkt = Unterstützung für Risikobereitschaft: Solange Verbraucher weiter ausgeben und Löhne steigen, bleibt das Wirtschaftswachstum relativ stabil. Das stützt in der Regel risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin.
Ungleichheit auf Finanzmärkten = Kapitalkonzentration: Da Vermögenswachstum vor allem bei wohlhabenden Anlegern liegt, bestimmen diese maßgeblich die Kapitalströme in Richtung Krypto.
Aktien-Bullmarkt kann Krypto-Bullmarkt befeuern: Wenn die Wall Street weiter steigt, nimmt der Vermögenseffekt zu. Das kann zusätzliche Liquidität in Richtung Bitcoin lenken.
Aber ein abkühlender Arbeitsmarkt kann das Sentiment schnell drehen: Wenn Lohnsteigerungen nachlassen oder der Konsum zurückgeht, kann sich das Wirtschaftsbild schnell wenden – mit Volatilität für Bitcoin als Folge.
Die US-Wirtschaft ist also weniger einfach, als oft angenommen wird. Ja, Vermögensungleichheit wächst über Aktienmärkte. Aber gleichzeitig bleibt die Realwirtschaft – insbesondere Konsum und Löhne – überraschend widerstandsfähig.
Für Anleger bedeutet das eines: Solange die Main Street standhält und die Wall Street Liquidität schafft, bleibt das Makroklima langfristig positiv für Bitcoin.
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