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Die US-Kreditmärkte zeigen zu Beginn dieses Jahres ein auffallend entspanntes Bild. Die Kreditspreads bleiben extrem niedrig, und Investoren nehmen neue Emissionen von Unternehmensanleihen problemlos auf.
Damit senden die Anleihemärkte ein deutliches Signal: Von Stress oder Zurückhaltung ist derzeit wenig zu spüren – und das ist in der Regel ein sehr positives Zeichen für den Bitcoin (BTC)-Kurs.
Amerikanischer Vorteil
In dieser Woche wird erwartet, dass erneut rund 60 Milliarden US-Dollar an neuen „Investment-Grade“-Unternehmensanleihen begeben werden. Das folgt auf eine außergewöhnlich starke Vorwoche, in der Unternehmen bereits 90 Milliarden Dollar einsammelten – die viertgrößte Woche, die jemals verzeichnet wurde.
Laut Marktdaten sammelten Unternehmen in der ersten vollständigen Januarwoche sogar über 95 Milliarden Dollar durch 55 Investment-Grade-Deals ein. Noch nie startete ein Jahr so aktiv an den Anleihemärkten.
Credit spreads so low (pic below) and the debt markets are taking the supply like a champ so far….
Massive IG issuance continues: around $60BN of supply is expected this week, following last week’s $90.2 billion haul, the fourth largest on record.
„Deep capital markets… pic.twitter.com/W0qKbeedh0
— Tyler Neville (@Tyler_Neville_) January 12, 2026
Die Aktivität zeigt laut Experten einen strukturellen Vorteil der Vereinigten Staaten: tiefe und liquide Kapitalmärkte. Wie auch die Financial Times berichtet, operieren diese Märkte derzeit in einem beinahe „hyperaktiven“ Modus.
Unternehmen finanzieren damit nicht nur ihre täglichen Geschäfte, sondern auch groß angelegte Investitionen in künstliche Intelligenz, Fusionen und Übernahmen – und indirekt sogar die zunehmenden Haushaltsdefizite der Regierung.
Niedrige Kreditspreads deuten darauf hin, dass Anleger nur wenig Risiko darin sehen, Kapital an große Unternehmen zu verleihen. Solange diese Lage anhält, läuft die Finanzierungsmaschine reibungslos weiter – ein wichtiges Fundament für das Wirtschaftswachstum.
Was sagt das über die Risikobereitschaft aus?
Historisch gesehen sind niedrige Kreditspreads und eine starke Nachfrage nach Unternehmensanleihen ein Zeichen für Vertrauen. Investoren sind bereit, Risiken einzugehen, und suchen nach Rendite – selbst bei relativ geringen Erträgen.
Dieses Bild passt zu den breiteren Finanzmärkten, an denen Aktienkurse hoch stehen und die Volatilität gering bleibt.
Gleichzeitig kann eine solche Umgebung auch verwundbar sein. Wenn die Spreads extrem niedrig werden, bleibt nur ein kleiner Puffer für negative Überraschungen. Bislang scheinen die Märkte das jedoch weitgehend zu ignorieren. Dennoch baut sich dadurch ein gewisses Maß an Risiko im Finanzsystem auf.
Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs
Für Bitcoin hat diese Entwicklung eine doppelte Wirkung. Einerseits deuten entspannte Kreditmärkte und ein Überfluss an Kapital auf lockere finanzielle Bedingungen hin. Das ist in der Regel günstig für risikobehaftete Anlagen – wozu auch Bitcoin zählt.
In früheren Zyklen profitierte Bitcoin oft von Phasen mit hoher Liquidität und einer Bereitschaft der Anleger, über traditionelle Märkte hinauszublicken. Andererseits bedeutet ein starker und stabiler Kreditmarkt auch, dass Kapital seinen Weg leicht innerhalb des bestehenden Finanzsystems findet.
Der Drang, nach Alternativen zu suchen – eine Rolle, die Bitcoin häufig zugeschrieben wird – nimmt in einem solchen Umfeld eher ab. Solange Anleihen, Aktien und Kreditmärkte problemlos funktionieren, bleibt Bitcoin für viele Anleger eine ergänzende, aber keine zwingende Allokation.
Unterm Strich deutet das derzeitige Bild vor allem auf ein konstruktives Umfeld hin: keine akute Stresslage, keine Liquiditätsengpässe. Das rückt Bitcoin nicht unmittelbar in den Fokus, nimmt jedoch eine wichtige Bremse weg.
Sollte das Vertrauen in die Kreditmärkte später im Jahr kippen, könnte derselbe Überfluss an Schulden und niedrigen Spreads zu einem Katalysator werden – dann möglicherweise zugunsten des Bitcoin-Kurses.
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