Foto: Dean Drobot/Shutterstock
Die größten Tech-Konzerne der Welt stehen kurz davor, den US-Anleihenmarkt zu dominieren.
Laut dem Vermögensverwalter Apollo Global Management werden im Jahr 2030 die Hälfte der zehn größten Kreditnehmer am US-Markt für Investment-Grade-Anleihen sogenannte Hyperscaler sein – Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und Oracle.
Damit wird der Kreditmarkt zunehmend abhängig vom Erfolg künstlicher Intelligenz an den Aktienmärkten – und das macht auch Bitcoin (BTC) verwundbar.
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KI als makroökonomischer Megatrend
Diese Verschiebung ist bemerkenswert. Über Jahre hinweg waren vor allem Banken und Telekommunikationsunternehmen die größten Emittenten sicherer Unternehmensanleihen.
Das bot Anleiheinvestoren einen gewissen Schutz gegenüber Turbulenzen am Aktienmarkt. Doch das ändert sich jetzt – denn ein immer größerer Teil des Kreditmarktes hängt direkt mit einem einzigen Thema zusammen: Künstliche Intelligenz (KI).
Die Hyperscaler investieren hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und Energieinfrastruktur, um ihre KI-Ambitionen zu verwirklichen.
Morgan Stanley schätzt, dass diese Unternehmen und verwandte Sektoren im Jahr 2026 rund 400 Milliarden US-Dollar am US-Markt für hochqualitative Unternehmensanleihen (High-Grade Bonds) aufnehmen werden.
Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es lediglich 44 Milliarden Dollar.

Konzentrationsrisiko nimmt zu
Laut Analysten entsteht dadurch ein Konzentrationsrisiko. Was auf dem Papier wie ein breit gestreutes Anleihenportfolio aussieht, erweist sich in der Praxis zunehmend als eine einzige Wette auf den Erfolg von KI.
Bleiben die Erträge aus diesen Investitionen hinter den enormen Ausgaben zurück, könnten nicht nur Aktienmärkte, sondern auch der Kreditmarkt unter Druck geraten.
Dieses Risiko ist nicht nur theoretisch: Die Kreditaufschläge von Oracle stiegen im vergangenen Jahr deutlich an, nachdem das Unternehmen eine große Anleiheemission durchgeführt hatte – ein Zeichen dafür, dass Investoren bei rasant wachsender Verschuldung eine höhere Risikoprämie verlangen.
Antrieb der Hausse
KI ist in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen Treiber des Bullenmarkts bei risikobehafteten Anlagen geworden. Nicht nur Technologiewerte profitieren davon, sondern auch Sektoren wie Halbleiter, Energie, Industrie und Infrastruktur.
Das Versprechen von Produktivitätswachstum und neuen Geschäftsmodellen hat weltweit Kapital in Richtung Risikoanlagen gelenkt.
Doch diese Dynamik funktioniert auch in die entgegengesetzte Richtung.
Sollte das Vertrauen in KI kurzfristig erodieren – etwa durch enttäuschende Gewinne, strengere Regulierung oder konjunkturelle Rückschläge – könnte das eine umfassende Neubewertung risikoreicher Anlagen auslösen.
Gefahr für Bitcoin
Diese Verwundbarkeit betrifft nicht nur Aktien und Anleihen – auch der Bitcoin-Kurs ist potenziell gefährdet. Obwohl Bitcoin oft als Alternative zum traditionellen Finanzsystem dargestellt wird, folgt der Kurs in der Praxis stark dem allgemeinen Risikoappetit an den Märkten.
In den vergangenen Jahren profitierte Bitcoin von denselben Faktoren wie KI-Aktien: üppige Liquidität, Optimismus gegenüber technologischer Innovation und hohe Risikobereitschaft der Anleger.
Sollte dieser Optimismus schwinden, könnte auch Bitcoin unter Druck geraten – insbesondere kurzfristig. Mit anderen Worten: Ein Vertrauensverlust in die KI-Erzählung könnte eine Kettenreaktion auslösen.
Zuerst Technologiewerte, dann der Kreditmarkt, danach der gesamte Bereich risikobehafteter Anlagen. Bitcoin ist dabei keine Ausnahme, sondern Teil desselben Risikoökosystems.
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