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Im Zusammenhang mit dem Prozess rund um das illegale Streamingportal movie2k.to sorgt eine neue Einschätzung für Aufmerksamkeit. Lars Hornuf, Wirtschaftsprofessor an der Technischen Universität Dresden und Experte für Cyberkriminalität und Kryptowährungen, bezeichnet das Ausmaß der beschlagnahmten Bitcoin-Gelder als außergewöhnlich, sogar im internationalen Vergleich.
Milliarden durch illegales Streaming
Vor dem Landgericht Leipzig müssen sich derzeit zwei Männer verantworten, denen vorgeworfen wird, über Jahre hinweg das Streamingportal movie2k.to betrieben zu haben. Auf der Plattform wurden ohne Lizenz Filme und Serien verbreitet. Einnahmen sollen vor allem über Werbung generiert worden sein.
Laut Anklage investierte der mutmaßliche Hauptbetreiber einen Teil dieser Einnahmen früh in Bitcoin (BTC). Insgesamt soll er rund 136.000 BTC gekauft haben. Nachdem er 2023 festgenommen wurde, übergab er Ermittlern etwa 50.000 Bitcoin.
Diese Bestände wurden später verkauft. Durch den inzwischen deutlich gestiegenen Bitcoin-Kurs brachten sie rund 2,6 Milliarden Euro ein. Das Geld wird derzeit von der Landesjustizkasse verwahrt, bis das Gericht über die endgültige Einziehung entscheidet.
Experte ordnet Bitcoin-Summe ein
Für den Dresdner Ökonomen Lars Hornuf ist die Größenordnung des Falls bemerkenswert, wie er im Gespräch mit der deutschen Presseagentur erläutert . Zwar seien in anderen Ermittlungen teilweise mehr Bitcoin beschlagnahmt worden, etwa beim Darknet-Marktplatz Silk Road. Der Gegenwert sei damals allerdings deutlich geringer gewesen, weil der Bitcoin-Preis zu dieser Zeit noch weit niedriger lag.
Hornuf zufolge handelt es sich beim Movie2k-Komplex deshalb um einen der größten bekannten Gewinne aus Cyberkriminalität, die später von Behörden sichergestellt wurden. Der enorme Wert sei vor allem durch die starke Kursentwicklung von Bitcoin über die vergangenen Jahre entstanden.
Warum Kriminelle Bitcoin nutzten
Der Fall zeigt auch, warum Kryptowährungen lange eine wichtige Rolle in der Cyberkriminalität spielten. Wer Einnahmen aus illegalen Aktivitäten erzielte, konnte das Geld vergleichsweise einfach in Bitcoin umwandeln und so vor staatlichem Zugriff schützen.
„Stellen Sie sich vor, Sie sind der Movie2K-Provider und Sie haben das Geld in US-Dollar oder in Euro eingenommen. Und dann ist die Frage: Was machen Sie damit?”, so Hornuf.
In der Vergangenheit glaubte man, dass Ermittlungsbehörden nur schwer Zugriff auf Kryptowährungen hätten, erklärt Hornuf weiter. „Ganz am Anfang war es nicht klar, ob die Wallet Provider Ihre Identität preisgeben müssen.”
Inzwischen hat sich die Situation jedoch verändert. Ermittler können Bitcoin-Transaktionen heute deutlich besser analysieren, da alle Transfers dauerhaft in der Blockchain gespeichert sind. Zudem müssen viele Handelsplattformen Identitätsdaten ihrer Kunden erfassen und an Behörden herausgeben.
Kriminelle weichen auf andere Kryptowährungen aus
Nach Einschätzung von Hornuf führt diese Entwicklung dazu, dass Kriminelle zunehmend andere Kryptowährungen nutzen. Einige dieser Projekte setzen stärker auf Privatsphäre oder zusätzliche Verschlüsselungstechniken, wodurch Transaktionen schwerer nachverfolgbar sind.
Auch komplexere Wallet-Strukturen, etwa sogenannte Multi-Signatur-Wallets mit mehreren Zugriffsschlüsseln, können Ermittlungen erschweren.
Der Prozess am Landgericht Leipzig wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Dabei soll entschieden werden, ob und wie die Milliarden aus dem Bitcoin-Verkauf endgültig eingezogen werden.
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