Eiskalter Crash: 500 Mio. € verdampfen

2 Min. Lesedauer
16. Dez. 2025, 13:58

Der Kryptomarkt bekommt erneut eine harte Realitätsprüfung. Nach einer scheinbar ruhigen Erholung drehte die Stimmung blitzschnell und eine Welle an bullischen Positionen wurde aus dem Markt gefegt.

Innerhalb eines einzigen Tages verdampften 584 Millionen US-Dollar – umgerechnet fast 500 Millionen Euro – an offenen Kryptopositionen. Die meisten Liquidationen trafen die Long-Seite, also Wetten auf steigende Kurse.

Besonders hart erwischte es Bitcoin und Ethereum, wobei vor allem optimistische Händler eine bittere Niederlage einstecken mussten.

Bitcoin stürzt heftig ab

Es sah kurz so aus, als würde es für Bitcoin bergauf gehen. Der BTC-Kurs kletterte in Richtung 90.000 US-Dollar. Diese Marke erwies sich jedoch als zu schwer zu durchbrechen. Genau in dem Moment, als die US-Börsen öffneten, kam es zum Einbruch.

Dieser Zeitpunkt sorgt in den letzten Wochen häufiger für heftige Ausschläge im Kryptomarkt – und auch diesmal war es wieder soweit.

Innerhalb weniger als einer Stunde fiel Bitcoin um über 3 Prozent. Zunächst wurde die Marke von 86.700 US-Dollar erreicht, später am Abend sogar 85.300 US-Dollar. Inzwischen liegt der Kurs knapp über 86.000 US-Dollar.

Auch Ether (ETH) stürzte stark ab und spielte zusammen mit Bitcoin die Hauptrolle beim Blutbad am Kryptomarkt.

Die Abwärtsbewegung wurde durch eine Welle von Liquidationen verstärkt. Das passiert, wenn Trader mit geliehenem Geld (Leverage) handeln. Bei zu großen Verlusten schließt die Plattform ihre Positionen automatisch.

Kommt es zu einem plötzlichen Kursrutsch, kann das eine Kettenreaktion auslösen: Eine Liquidation zieht die nächste nach sich und immer mehr Positionen werden zwangsweise verkauft.

Der Bitcoin-Kurs in den letzten 24 Stunden. Quelle: Coingecko.

Hunderttausende Kryptohändler erwischt

Insgesamt wurden fast 182.000 Trader liquidiert. Die größten Verluste gab es bei Bitcoin und Ether.

Zusammen machten diese Kryptowährungen über 350 Millionen Euro an Liquidationen aus. Besonders Long-Positionen waren betroffen, mehr als 87 Prozent aller Verluste stammten von ihnen. Insgesamt gingen 190.000 Trader unter.

Vor allem auf Binance, Bybit und Hyperliquid war die Lage dramatisch. Auf letzterem Plattform bestanden sogar 98 Prozent der Liquidationen aus Longs – ein klares Zeichen für extrem einseitige Positionierungen.

Auf Binance gab es sogar eine einzelne Liquidation einer BTCUSDT-Position im Wert von über 9 Millionen Euro.

Auch Altcoins blieben nicht verschont: Solana (SOL) musste über 30 Millionen Euro an Liquidationen hinnehmen, während XRP und Dogecoin (DOGE) jeweils rund 13,5 bzw. 10 Millionen Euro verloren.

Diese Abwärtsbewegung spielte sich in einem Markt mit dünner Liquidität und überwiegend negativem Sentiment ab. Bemerkenswert ist, dass kein großes schlechtes Nachrichtenereignis vorausging.

Es handelte sich also nicht um einen News-Schock, sondern um eine Korrektur in einem Markt, der zu stark auf geliehenes Geld setzte.

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