Bitcoin-Kurs fällt trotz positiver US-Inflationsdaten

3 Min. Lesedauer
19. Dez. 2025, 10:52

Bitcoin blieb unter der 90.000-Dollar-Marke, trotz günstigerer US-Inflationsdaten. Das fiel auf, weil niedrigere Inflation oft Risikomärkten Auftrieb gibt. Für Anleger zeigt dies, dass Makronachrichten nicht immer direkt auf Krypto durchschlagen.

Der US-amerikanische CPI fiel niedriger aus als erwartet. Die Jahresinflation lag bei rund 2,7 Prozent, während der Markt höher rechnete. Dennoch blieb die Reaktion von Bitcoin (BTC) begrenzt und der Kurs bewegte sich kaum.

Warum der Bitcoin-Kurs nicht direkt mit den Nachrichten mitbewegt

Der Markt schaut nicht nur auf die Inflation, sondern auch darauf, wie Händler positioniert sind. Ein niedrigerer CPI-Wert führt manchmal zu einer kurzen Erholung. Danach folgt oft Gewinnmitnahme.

Aus einer Analyse auf X geht hervor, dass das Open Interest nach den Inflationsnachrichten anstieg. Das deutet auf neue Futures-Positionen hin. Es ging nicht um das massenhafte Schließen von Shorts.

Auch blieb die Position bei Optionen größtenteils im Gleichgewicht rund um den aktuellen Kurs. Dadurch wurde der Preis weniger gebremst. Bewegungen kamen hauptsächlich durch Liquidität und neuen Einsatz von Händlern.

Derivate und Optionen zeigen, wo die Spannung liegt

Open Interest zeigt, wie viele Derivatepositionen offen stehen. Wenn dies ansteigt, während sich der Kurs bewegt, nimmt die Nutzung von Hebeln zu. Das vergrößert die Chance auf schnelle Bewegungen bei geringem Handel.

Auch Optionen spielen eine Rolle im Kursverlauf. Wenn Positionen im Gleichgewicht sind, reagieren Market Maker weniger stark. Dadurch bekommt der Kurs mehr Raum, sich zu bewegen.

Wichtige psychologische Niveaus wie 90.000 Dollar ziehen zusätzlichen Handel an und sorgen für kurze Bewegungen.

Daten deuten auf Wiederherstellung des Gleichgewichts im Markt hin

Daten von CryptoQuant zeigen, dass Bitcoin seit Oktober seinen Kursrückgang verarbeitet. Adressen, die oft Coins von Börsen erhalten, bleiben aktiv, während nicht realisierte Verluste allmählich abnehmen. Das deutet darauf hin, dass Verkaufsdruck von neuen Käufern aufgefangen wird.

Gleichzeitig sinkt der NUPL-Indikator in Richtung niedrigerer Niveaus. Das bedeutet, dass Anleger weniger Gewinn auf dem Papier haben und öfter rund um ihren Einstandspreis verkaufen. Dies passt zu einem Markt, der nach früherer Volatilität abkühlt.

Bitcoin-Verlustabsorptionsphase. Quelle: CryptoQuant
Bitcoin-Verlustabsorptionsphase. Quelle: CryptoQuant

Einzahlungen auf große Börsen nahmen besonders während kurzer Preisrückgänge zu. Sobald sich der Kurs stabilisierte, nahm diese Aktivität wieder ab. Das legt nahe, dass Anleger hauptsächlich auf Dips reagieren und nicht auf durchgehende Panikverkäufe.

Das Gesamtbild deutet auf Handel innerhalb einer begrenzten Zone hin, wobei Verluste allmählich verarbeitet werden. In solchen Phasen entsteht oft eine Basis, bevor der Markt erneut eine Richtung wählt.

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