Foto: tete_escape / Shutterstock
Der ADP National Employment Report sah auf dem Papier zunächst erfreulich aus: Private Arbeitgeber schufen im Dezember 41.000 neue Stellen, was von vielen als eine vorsichtige Erholung des Arbeitsmarkts interpretiert wurde.
Doch laut dem pseudonymen Analysten EndGame Macro offenbart ein genauerer Blick auf die Zusammensetzung dieser Stellen ein völlig anderes Bild.
Dieser Bericht deutet nicht auf eine Erholung hin, sondern vielmehr auf eine Wirtschaft, die am Ende des Zyklus ins Stocken gerät – mit direkten Folgen für den Bitcoin-Kurs.
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Die Schlagzeile verschleiert strukturelle Schwäche
Laut ADP kam nahezu das gesamte Beschäftigungswachstum aus lediglich zwei Sektoren: Bildung und Gesundheitswesen (+39.000) sowie Freizeit & Gastgewerbe (+24.000). Zieht man diese beiden Sektoren ab, war der Rest der Wirtschaft netto im Minus.
ADP National Employment Report And What the Headline Misses About Today’s Labor Market
ADP says private employers added 41,000 jobs in December, framing it as a rebound. But when you slow down and look at where those jobs came from, the picture changes. Nearly all of the net… pic.twitter.com/D1zs99G6CR
— EndGame Macro (@onechancefreedm) January 27, 2026
Das ist kein breit abgestütztes Wachstum, sondern ein Arbeitsmarkt, der auf nicht-zyklische und umsatzstarke Sektoren angewiesen ist, um die Schlagzeile positiv erscheinen zu lassen.
Bildung und Gesundheitswesen werden von demografischen Faktoren und staatlicher bzw. institutioneller Finanzierung getragen. Freizeit & Gastgewerbe ist bekannt für hohe Fluktuation, kurze Verträge und die Verteilung von weniger Arbeitsstunden auf mehr Personen.
Solche Jobs können weiter wachsen, selbst wenn die zugrunde liegende Nachfrage bereits zurückgeht.
Rückgang der Arbeitsplatzqualität
Ebenso wichtig: Es handelt sich hierbei nicht um ein Wachstum produktiver, hochwertiger Arbeitsplätze. Der Bereich Professional & Business Services verlor 29.000 Stellen. Der Technologiesektor (Information) schrumpfte um 12.000 Arbeitsplätze. Die Industrie baute weitere 5.000 Stellen ab.
Gerade diese Sektoren stehen in direktem Zusammenhang mit Investitionen, Innovation und künftigem wirtschaftlichem Wachstum.
Wenn diese schrumpfen, während niedrig entlohnte oder institutionell gestützte Sektoren wachsen, deutet das meist auf Unternehmen hin, die Margen schützen und diskretionäre Ausgaben reduzieren – ein klassisches Zeichen für die Spätphase eines Zyklus.
Die unbequeme Wahrheit ist: Wenn ein Großteil dieser neuen Jobs in sechs Monaten wieder verschwindet, würden sich BIP und Steuereinnahmen kaum verändern.
Unternehmensgröße bestätigt das Bild
Auch die Verteilung der Beschäftigung nach Unternehmensgröße zeichnet ein ähnliches Bild. Kleine Unternehmen schufen lediglich 9.000 neue Stellen, davon 4.000 bei Firmen mit weniger als 20 Beschäftigten.
Den Großteil des Wachstums trugen mittelgroße Unternehmen, während große Konzerne kaum expandierten (+2.000).
Das ist kein Zeichen aggressiver Expansion. Es wirkt eher wie vorsichtiges Nachbesetzen: nur dort einstellen, wo es absolut notwendig ist, ansonsten sparen. Historisch gesehen sind es die Großunternehmen, die am Ende eines Zyklus als Erste auf die Bremse treten. Genau das beobachten wir jetzt.
Löhne bestätigen keine Knappheit
Wäre der Arbeitsmarkt wirklich angespannt, würden die Löhne stärker steigen. Das passiert jedoch nicht. Das Lohnwachstum für bestehende Arbeitnehmer stagnierte bei 4,4 Prozent. Jobwechsler verzeichneten zwar höhere Lohnzuwächse, doch sie stellen nur eine kleine, selektive Gruppe dar.
Bei sehr kleinen Unternehmen lag das Lohnwachstum sogar nur bei 2,3 Prozent – inflationsbereinigt ein Rückgang. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Margendruck.
Was das für Bitcoin bedeutet
Kurzfristig ist dieser Bericht für Bitcoin (BTC) vor allem negativ. Bitcoin wird nach wie vor größtenteils als risikobehaftete Anlage eingestuft.
Ein Arbeitsmarkt, der besser aussieht als er tatsächlich ist, verringert die Wahrscheinlichkeit einer schnellen geldpolitischen Lockerung – während die wirtschaftliche Schwäche im Hintergrund weiter zunimmt.
Das ist eine toxische Mischung: weniger Liquidität, sinkende Risikobereitschaft und Unternehmen, die vorsichtiger agieren. In einem solchen Umfeld haben risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin es schwer.
Erst wenn der Arbeitsmarkt deutlich kippt und Zentralbanken zum Eingreifen gezwungen werden, könnte sich dieses Bild drehen. Doch historisch gesehen geht dieser Wendepunkt oft mit einem vorherigen Druck auf die Kurse einher.
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