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Bitcoin nach Abverkauf – Spot zeigt Stärke, Derivate zögern

Bitcoin-BTC
Analysen
Bitcoin nach Abverkauf - Spot zeigt Stärke, Derivate zögern

Foto: Yalcin Sonat (Shutterstock)

Zu Beginn der Woche hat sich der Bitcoin (BTC)-Kurs schwach gezeigt – ein deutlicher Abverkauf hat viele überrascht. Doch wer nur auf den Preis schaut, übersieht, was im Hintergrund wirklich passiert.

Ich habe mir deshalb den Order Flow genauer angesehen und zeige euch hier, wie ich die aktuelle Lage interpretiere.

Bitcoin bei 90.000 USD: Zwischen Konsolidierung und Ausbruch
Bitcoin bei 90.000 USD: Zwischen Konsolidierung und Ausbruch

Futures-CVD: Keine echte Kaufdynamik aus dem Derivatemarkt

Während des Abverkaufs ist der kumulative Volumen-Delta (CVD) der Futures deutlich gefallen. Die Erholung danach war hingegen relativ flach. Für mich bedeutet das: Der Derivatemarkt liefert momentan keine nennenswerte Kaufunterstützung.

Trader halten sich zurück oder bleiben vorsichtig – eine bullische Dynamik aus gehebelten Positionen ist aktuell nicht zu erkennen. Anders sieht es im Spotmarkt aus.

Hier zeigt sich der CVD nach dem Selloff klar aufwärtsgerichtet. Das ist ein wichtiges Signal. Denn es zeigt mir, dass reale Nachfrage – also tatsächliche Kaufaufträge ohne Hebel – den Kurs aktuell stützt. Diese Spot-Bids geben der Gegenbewegung Substanz und sind nicht bloß das Ergebnis technischer Reaktionen.

Open Interest: Der Hebel wurde bereinigt

Der Open Interest (OI) wurde im Zuge des Abverkaufs kräftig abgebaut. Ein klassischer Wipeout. Seither sehen wir eine seitwärts bis leicht steigende Tendenz – ein Hinweis darauf, dass sich der Markt neu strukturiert.

Für mich ist das ein positives Zeichen, der übermäßige Hebel ist raus, und ein vorsichtiger Neuaufbau beginnt. Solche Phasen bieten oft eine stabilere Basis für kommende Bewegungen.

Auch das Funding hat sich angepasst. Von stark positiv ist es auf neutral bis leicht negativ gefallen und pendelt jetzt um null. Das zeigt mir, es gibt derzeit keinen Long-Überhang. Damit ist der Boden bereitet für einen sauberen Aufbau neuer Positionen – ohne zu viel Risiko in eine Richtung.

Bemerkenswert war der Long-Cluster an Liquidationen während des Abverkaufs. Die Erholung im Anschluss wurde teils durch Short-Coverings, teils durch echte Spot-Nachfrage getragen. Das verleiht der Gegenbewegung zwar Stabilität, aber keine Garantie auf Nachhaltigkeit.

Bitcoin bei 90.000 USD: Zwischen Konsolidierung und Ausbruch
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Vorsichtiger Optimismus – mit Bedingungen

Unterm Strich sehe ich aktuell eine gesunde Marktbereinigung mit ersten konstruktiven Signalen. Der Spotmarkt zeigt Stärke, der Hebel ist weitgehend raus und die Struktur erlaubt ein stabiles Rebuilding. Damit diese Bewegung tragfähig bleibt, müssen jedoch zwei Dinge passieren:

  1. Der Spot-CVD sollte weiter steigen, um reale Nachfrage zu bestätigen.
  2. Der Open Interest darf nur moderat zulegen – idealerweise bei neutralem Funding.

Dreht der Spot-CVD erneut nach unten oder explodiert der OI bei gleichzeitig steigendem Funding, wäre das für mich ein klares Warnsignal. Dann könnte ein weiterer Rücksetzer folgen.

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Über den Autor:
Furkan Yildirim

Furkan Yildirim ist Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) mit Fokus auf Blockchain-Technologie und ein leidenschaftlicher Experte im Bereich Kryptowährungen. Nach seinem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fraunhofer Institut und der TU Dortmund im Projekt „Blockchain Europe“. Privat entdeckte er Bitcoin durch Freunde und begann als Trader, was sein Interesse an dezentralen, zensurresistenten Systemen weiter vertiefte. Heute teilt er sein Wissen über Kryptowährungen auf Social Media, betreibt einen YouTube-Kanal und wird regelmäßig von Medien wie Welt und NTV als Experte eingeladen.

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