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Bitcoin-Ausbruch über 72.000: Diese Kräfte treiben den Markt

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Analysen
Bitcoin-Ausbruch über 72.000: Diese Kräfte treiben den Markt

Foto: AdolescentChat / Shutterstock

Der Bitcoin (BTC)-Kurs hat erneut ein starkes Signal geliefert: Die Kryptowährung durchbrach die Marke von 72.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit über einer Woche.

Auf den ersten Blick wirkt der Anstieg wie ein klassischer Momentum-Move. Doch ein genauer Blick auf Order-Flow-Daten, Futures-Märkte und Liquidationen zeigt, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zusammenspielen.

Vor allem der Derivatemarkt scheint derzeit eine entscheidende Rolle zu spielen. Während echte Spot-Käufe den Anstieg inzwischen begleiten, wurde der eigentliche Ausbruch zunächst stark durch aggressiven Futures-Handel ausgelöst.

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Futures-Käufe treiben den Ausbruch

Ein wichtiger Indikator für die Marktaktivität ist die sogenannte Futures-CVD (Cumulative Volume Delta). Dieser Wert zeigt, ob Marktteilnehmer eher aggressiv kaufen oder verkaufen.

Während der Konsolidierungsphase am 11. und 12. des Monats zeigte die Futures-CVD lediglich eine leichte positive Steigung. Das deutete auf moderaten Kaufdruck hin.

Mit dem Ausbruch über 72.000 Dollar änderte sich das Bild jedoch deutlich: Die Kurve begann stark anzusteigen. Das signalisiert, dass Trader verstärkt Market-Buy-Orders in Perpetual Futures platzieren und damit aktiv Liquidität aus dem Orderbuch nehmen.

Dieser aggressive Kaufdruck im Derivatemarkt war der zentrale Treiber des Breakouts.

Spot-Markt zeigt gemischte Signale

Während Futures den ersten Impuls gaben, ist für die langfristige Stabilität eines Kursanstiegs vor allem der Spot-Markt entscheidend.

Die Spot-CVD zeigte in den vergangenen Tagen eine insgesamt positive Tendenz, allerdings nicht durchgehend. Am 12. kam es zu einem deutlichen Rücksetzer, bei dem die Spot-CVD stärker fiel als die Futures-CVD.

Das deutet darauf hin, dass einige Spot-Käufer kurzfristig Gewinne mitnahmen oder ihre Positionen reduzierten.

Aktuell steigt die Spot-CVD jedoch wieder an und begleitet den jüngsten Kursanstieg. Das ist ein positives Zeichen, da es darauf hindeutet, dass echte Käufer wieder in den Markt zurückkehren.

Trotzdem zeigt die Entwicklung der letzten Tage, dass der Spot-Markt noch nicht durchgehend aggressiv kauft.

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Steigendes Open Interest und Short-Positionen

Parallel zum Kursanstieg ist auch das Open Interest – also die Gesamtzahl offener Futures-Kontrakte – kontinuierlich gestiegen. Seit dem Tief am 10. des Monats fließt immer mehr Kapital in den Markt.

Mit dem Ausbruch hat sich dieser Trend sogar beschleunigt. Das spricht dafür, dass neue Marktteilnehmer Positionen eröffnen und frisches Kapital in Bitcoin fließt.

Ein weiterer wichtiger Faktor war das Funding Rate Signal. Während der gesamten Konsolidierungsphase war das Funding klar negativ. Das bedeutet, dass viele Trader auf fallende Kurse gesetzt hatten und der Markt stark Short-positioniert war.

Mit dem jüngsten Kursanstieg drehte das Funding erstmals wieder leicht ins Positive.

Short-Squeeze verstärkt die Bewegung

Beim Durchbruch über 72.000 Dollar kam es zusätzlich zu Short-Liquidationen. Diese Liquidationen entstehen, wenn Trader mit gehebelten Short-Positionen ihre Position zwangsweise schließen müssen.

Solche Ereignisse können Kursbewegungen beschleunigen, da die geschlossenen Short-Positionen automatisch in Kauforders umgewandelt werden. Allerdings zeigen die Daten, dass diese Liquidationen zwar eine Rolle spielten, aber nicht der Haupttreiber des Anstiegs waren.

Entscheidend für die kommenden Tage wird sein, ob der Spot-Markt die aktuelle Kaufdynamik beibehält. Bleibt die Spot-CVD positiv, könnte sich der Ausbruch stabilisieren.

Sollte der Spot-Markt jedoch erneut nachlassen, während Futures und Funding weiter steigen, würde der Anstieg stärker von Leverage und spekulativem Kapital abhängig bleiben.

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Über den Autor:
Furkan Yildirim

Furkan Yildirim ist Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) mit Fokus auf Blockchain-Technologie und ein leidenschaftlicher Experte im Bereich Kryptowährungen. Nach seinem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fraunhofer Institut und der TU Dortmund im Projekt „Blockchain Europe“. Privat entdeckte er Bitcoin durch Freunde und begann als Trader, was sein Interesse an dezentralen, zensurresistenten Systemen weiter vertiefte. Heute teilt er sein Wissen über Kryptowährungen auf Social Media, betreibt einen YouTube-Kanal und wird regelmäßig von Medien wie Welt und NTV als Experte eingeladen.

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