Gino Presti Gino Presti
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Die Absurdität von Memecoins spiegelt unsere Zeit wider

Memecoins sind sehr beliebt, haben aber auch eine Kehrseite

Warum fallen Pepe, Floki und Dogwifhat stärker als BTC?

Foto: CoinMarketCap

In einer Welt, in der die Wirtschaften von physischen Gütern und Dienstleistungen angetrieben werden und Währungen von nationalen Banken unterstützt werden, überlegen Anleger in der Regel sorgfältig, wohin sie ihr Geld investieren. In solch einer Welt scheint die Existenz von Memecoins vollkommen absurd.

Memecoins, Kryptowährungen ohne jeglichen inneren Wert, sind ein Produkt unserer Zeit. Aber wie kann es sein, dass diese Coins, oft basierend auf einem Witz oder einem Internetmeme, existieren und manchmal sogar zugespitzt werden?

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Ironie als Wert erzeugt einen Milliardenmarkt

Die Anziehungskraft von Memecoins liegt teilweise in ihrem ironischen Charakter. Sie entstanden aus dem Internet, einem Ort, an dem Humor und Absurdität dominieren. Es begann mit Dogecoin (DOGE), einer Kryptowährung basierend auf einem beliebten Meme des Shiba Inu-Hundes. Was als Parodie auf ernstere Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) begann, wuchs zu einem Phänomen mit einer Marktkapitalisierung von Milliarden Euro.

Die Menschen, die darin investieren, tun dies oft mit einem Augenzwinkern, aber auch in der Hoffnung auf finanziellen Gewinn. Denn in einer Zeit, in der die Finanzmärkte zunehmend digitalisiert werden, ist der Wertbegriff flexibel geworden. Was ist Wert sonst als eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Menschen?

Die Popularität von Memecoins spiegelt auch den Zeitgeist wider, in dem traditionelle Institutionen und Systeme immer stärker hinterfragt werden. Der Aufstieg von decentralized finance (DeFi) und Kryptowährungen im Allgemeinen ist ein gutes Beispiel dafür.

Menschen wollen sich von der Macht der Banken und Regierungen lösen und sich für ein System entscheiden, das weniger Kontrolle und mehr Freiheit bietet. Memecoins, so absurd sie auch sein mögen, passen in diese Philosophie. Sie sind eine spielerische Rebellion gegen die etablierte Ordnung. Es ist eine Möglichkeit, das Finanzsystem lächerlich zu machen und gleichzeitig von seinen Schwächen zu profitieren.

Casino-Generation gibt Memecoins eine Plattform

Darüber hinaus gibt es das Element der Spekulation. Der Kryptomarkt zieht ein breites Spektrum von Anlegern an, von erfahrenen Profis bis hin zu Amateurhändlern, die auf schnelle Gewinne hoffen. Memecoins werden daher oft als eine Art Lotterie gesehen: Die Verlustchance ist groß, aber die Belohnung kann enorm sein. Wahrscheinlich haben Sie es selbst schon einmal erlebt. Es ist wie ein Besuch im Casino, bei dem die Hoffnung auf Gewinn mehr Dopamin entwickelt als das Endergebnis.

Dieser Glücksspielaspekt spricht vor allem junge Generationen an, die in einer Welt der Instant-Gratifikation und Social-Media-Hypes aufgewachsen sind. Der Aufstieg von Plattformen wie Reddit und Twitter hat dazu geführt, dass sich solche Hypes blitzschnell verbreiten können und dadurch der Wert eines Memecoins in kürzester Zeit in die Höhe schnellen kann. Die Casino-Generation ist eine Realität. Angespornt durch Influencer und Social-Media-Beiträge stürzen sich junge Leute en masse auf die ‚Millionär machenden‘ Kryptowährungen.

Schließlich spielt auch der psychologische Aspekt eine Rolle. Menschen sind Herdentiere und wollen gerne Teil von etwas Großem sein, selbst wenn es scheinbar sinnlos ist. Die Community um einen Memecoin kann enorm eng verbunden sein und das vermittelt ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Beteiligung. Es ist dieselbe Kraft, die viele soziale Bewegungen antreibt: das Gefühl, dass man gemeinsam etwas erreichen kann, selbst wenn dieses etwas reine Symbolik ist.

Also, wie kann es sein, dass Memecoins existieren, obwohl sie eigentlich auf nichts basieren? Vielleicht weil sie, in ihrer Absurdität, ein Spiegel unserer Gesellschaft sind. Sie zeigen, wie weit wir gekommen sind, traditionelle Vorstellungen von Wert loszulassen und wie stark der Wunsch ist, Teil einer größeren Geschichte zu sein. Selbst wenn diese Geschichte nicht mehr ist als ein einfacher Internet-Witz.

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Über den Autor:
Gino Presti

Gino Presti ist seit März 2024 bei Crypto Insiders. Seit 2017 ist er aktiv im Kryptowährungshandel und hat sich ein umfangreiches Wissen über den Kryptomarkt angeeignet. Ginos fundiertes Verständnis und seine Begeisterung für Kryptowährungen motivieren ihn, aktuelle Trends und Entwicklungen kontinuierlich zu verfolgen und sein Wissen mit einem breiteren internationalen Publikum zu teilen.

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