Foto: youtube.com/@cryptomichnl
In der vergangenen Woche fiel der Bitcoin (BTC)-Kurs innerhalb eines Tages um 10.000 US-Dollar und rutschte damit unter die Marke von 60.000 US-Dollar.
Seitdem stellen sich viele Investoren die Frage, ob der Boden bereits erreicht wurde oder ob sich der Bärenmarkt weiter fortsetzt.
Marktbeobachter Michaël van de Poppe sieht in der aktuellen Situation jedoch eher eine Chance als ein Warnsignal und betont, dass er die Korrektur für gezielte Zukäufe nutzt.
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Bitcoin und Krypto: Kapitulation oder Fortsetzung der Korrektur?
Van de Poppe bezeichnet den jüngsten Einbruch als ein sogenanntes „Six-Sigma-Event“ – also ein statistisch extrem seltenes Ereignis mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit.
„Die Wahrscheinlichkeit ist aus meiner Sicht geringer, als vom Blitz getroffen zu werden“, erklärt er.
Entsprechend außergewöhnlich sei die Marktbewegung gewesen.
Technisch betrachtet liegt die 200-Wochen-Exponential Moving Average (EMA) laut PlanB bei rund 58.000 US-Dollar. Diese Linie fungierte in der Vergangenheit häufig als langfristige Unterstützung.
Der realisierte Preis befindet sich bei etwa 50.000 US-Dollar, während die Produktionskosten für einen Bitcoin derzeit auf rund 70.000 US-Dollar geschätzt werden.
Zudem wurde kürzlich das frühere Allzeithoch von 69.000 US-Dollar überschritten und oberhalb dieses Niveaus geschlossen. All diese Marken liegen unterhalb der aktuellen Kurszone. Historisch betrachtet dienten solche Indikatoren als solide Unterstützungsbereiche.
Ein Rückgang in den Bereich von 25.000 bis 30.000 US-Dollar – was einer klassischen 80-Prozent-Korrektur entsprechen würde – erscheint vor diesem Hintergrund weniger wahrscheinlich, insbesondere angesichts der aktuellen Marktpsychologie.
IBIT, Japan und ein möglicher „Black Swan“
Laut Analyst Parker könnte die Heftigkeit der Korrektur teilweise durch große Hebelpositionen im BlackRock-ETF IBIT erklärt werden.
Offenbar wurden Optionsstrategien mit günstig geliehenem Kapital in japanischen Yen finanziert – die sogenannte Yen-Carry-Trade-Strategie. Mit steigenden Zinsen in Japan geriet dieses Konstrukt unter Druck.
Van de Poppe sieht darin eine mögliche Ursache für eine erzwungene Verkaufswelle. „Es fühlt sich nach Kapitulation an“, so seine Einschätzung, vergleichbar mit extremen Marktphasen wie 2018 oder dem Corona-Crash.
Solche Bewegungen seien häufig von Panik geprägt und markierten nicht selten Wendepunkte im Marktzyklus.
Bitcoin im Vergleich zu Gold und langfristige Perspektiven
Ein Blick auf das Verhältnis zwischen Bitcoin und Gold zeigt, dass Bitcoin historisch betrachtet derzeit niedrig gegenüber Gold bewertet ist. Gleichzeitig notiert Gold auf dem höchsten Bewertungsniveau seit 2011.
Auch Momentum-Indikatoren liefern bemerkenswerte Signale: Der Relative-Stärke-Index (RSI) erreichte kürzlich einen der niedrigsten Tageswerte aller Zeiten. Zudem fiel der Fear & Greed Index auf ein historisches Tief. Derartige Extremwerte treten nur selten auf.
Einige Analysen auf Basis von Fibonacci-Projektionen deuten darauf hin, dass Bitcoin am Beginn eines neuen Bullenzyklus stehen könnte.
Teilweise wird sogar eine mögliche Zielspanne zwischen 600.000 und 700.000 US-Dollar diskutiert – vorausgesetzt, die langfristige Korrelation mit Gold setzt sich fort.
Trotz dieser optimistischen Szenarien bleibt Van de Poppe vorsichtig. Makroökonomisch zeigen sich schwächere US-Arbeitsmarktdaten, was perspektivisch Zinssenkungen ermöglichen könnte.
Dies würde zusätzliche Liquidität in die Märkte bringen. Die aktuelle Phase bewertet er jedoch nicht als Anlass zur Panik, sondern als Gelegenheit zur schrittweisen Akkumulation.
Korrekturen seien ein natürlicher Bestandteil jedes Marktzyklus – Geduld bleibe daher ein entscheidender Faktor.
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