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Die Diskussion um eine neue Steuer auf unrealisierte Gewinne aus Bitcoin (BTC) und anderen Investments in den Niederlanden geht in die nächste Runde. Trotz massiver Kritik aus der Finanz- und Kryptobranche will die Regierung den Gesetzesprozess fortsetzen und den Vorschlag nicht zurückziehen.
Bereits zuvor hatte die niederländische Regierung eine umfassende Reform der sogenannten Box-3-Steuer angekündigt. Demnach sollen ab 2028 nicht nur realisierte Gewinne, sondern auch nicht realisierte Wertsteigerungen von Vermögenswerten wie Bitcoin, Aktien, Anleihen oder Fonds besteuert werden. Grundlage wäre der Wertzuwachs eines Assets innerhalb eines Steuerjahres, unabhängig davon, ob Anleger ihre Position tatsächlich verkaufen.
Steuer auch ohne Verkauf von Bitcoin
Das neue Modell trägt den Namen „Wet werkelijk rendement Box 3“ (Steuer auf tatsächliche Rendite). Es soll das bisherige System ersetzen, bei dem ein fiktiver Ertrag besteuert wurde – selbst wenn Anleger weniger verdient haben.
Künftig sollen stattdessen tatsächliche Renditen besteuert werden. Dazu gehören neben Dividenden und Zinsen auch Wertsteigerungen von Vermögenswerten innerhalb eines Jahres.
Beispiel: Steigt der Wert eines Bitcoin-Bestands von 20.000 auf 30.000 Euro, könnten Anleger auf den 10.000-Euro-Wertzuwachs Steuern zahlen, selbst ohne Verkauf.
Genau dieser Punkt sorgt für heftige Kritik.
Kritik an möglicher Steuerlast auf „Papiergewinne“
Wirtschaftsexperten und Investoren warnen, wie wir bereits im Januar berichteten, vor möglichen Liquiditätsproblemen. Anleger könnten Steuern auf nicht realisierte Gewinne zahlen müssen, obwohl ihnen kein tatsächlicher Verkaufserlös zur Verfügung steht.
Die Krypto-Analystin MissCrypto beschreibt das Problem so:
„Steuern auf Geld, das du gar nicht hast. Anleger müssten ihre Assets verkaufen, nur um Steuern auf Papiergewinne zu zahlen.“
Auch Wirtschaftsjournalist und Krypto-Kommentator Furkan Yildirim warnt vor möglichen Marktfolgen. Verkäufe könnten dann nicht aus strategischen Gründen erfolgen, sondern aus steuerlichem Druck – was langfristig Kapitalallokation und Marktstabilität beeinflussen könnte.
Regierung hält an Gesetz fest
Der Gesetzesentwurf wurde trotz aller Kritik bereits am 12. Februar 2026 im Repräsentantenhaus verabschiedet und wird derzeit im Senat geprüft. Der neue Staatssekretär für Finanzen Eelco Eerenberg erklärte, dass der Senat den Entwurf weiter prüfen könne, während die Regierung parallel an möglichen Anpassungen arbeitet.
Kurzfristig könnten etwa technische Änderungen bei der Behandlung von Verlusten vorgenommen werden. Langfristig denkt die Regierung sogar über ein System nach, das nur realisierte Gewinne besteuert – allerdings erst nach 2028 und ohne konkreten Plan.
🇳🇱 DUTCH OFFICIALS HAVE OFFICIALLY REFUSED TO CANCEL THEIR NEW TAX ON „UNREALIZED GAINS.“
Despite weeks of backlash from investors and international media, the Dutch government has not withdrawn the proposed Box 3 tax reform.
Instead, officials are allowing the process to… pic.twitter.com/2MMWv3vX4s
— Crypto Rover (@cryptorover) March 10, 2026
Signalwirkung für Europa?
Die Reform geht auf ein Urteil des niederländischen Obersten Gerichtshofs zurück. Dieser hatte das alte Box-3-System für rechtswidrig erklärt, weil es auf angenommenen statt tatsächlichen Renditen basierte.
Die aktuelle Reform soll dieses Problem lösen, sorgt aber gleichzeitig für neue Kritik.
Beobachter sehen deshalb eine mögliche Signalwirkung für andere EU-Länder. Sollten die Niederlande das Modell erfolgreich einführen, könnte die politische Hemmschwelle in anderen Staaten sinken, ähnliche Steuersysteme zu prüfen.
Für Krypto-Anleger in Europa bleibt die Entwicklung daher besonders relevant. Denn die Diskussion zeigt, dass sich die steuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen digitalen Assets in den kommenden Jahren deutlich verändern könnte.
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