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Die Wall Street hat in den vergangenen Monaten eine bemerkenswerte, fast zynische Handelslogik entwickelt: die sogenannte TACO-Formel – „Trump Always Chickens Out“.
Dahinter steckt die Beobachtung, dass politische Eskalationen häufig nicht von Dauer sind und auf maximale Rhetorik regelmäßig ein Rückzug folgt. Für Trader wurde dieses Muster zu einer profitablen Strategie: kaufen bei Eskalation, verkaufen beim Einlenken.
Der „Trump Pain Point Index“
Die Investmentbank BCA Research hat dieses Verhalten nun systematisiert und in einen Index überführt.
Der „Trump Pain Point Index“ verdichtet sechs zentrale Variablen zu einer Kennzahl: inverse S&P-500-Renditen, Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, Hypothekenzinsen, Benzin-Futures, Inflationserwartungen und Zustimmungswerte des Präsidenten.
Das Ziel: den politischen und wirtschaftlichen Druck messbar zu machen. Aktuell hat der Index erstmals ein Extremniveau erreicht – zwei Standardabweichungen über dem Durchschnitt. Ein statistisches Signal, das historisch stets mit einem politischen Rückzieher einherging.
Perfekte Trefferquote – bisher
Die Bilanz des Index ist beeindruckend. Mehrfach kam es bei starken Ausschlägen zu unmittelbaren Kurswechseln:
Im April 2025 folgte auf aggressive Zollpolitik eine 90-tägige Pause. Im September wurde ein Government Shutdown beendet, im November Angriffe auf die Fed eingestellt. Selbst außenpolitische Drohungen – etwa gegenüber Grönland oder jüngst dem Iran – wurden nach Index-Spitzen relativiert oder zurückgenommen.

Sechs signifikante Ausschläge, sechs politische Kehrtwenden. Für Märkte bedeutete das Berechenbarkeit – und enorme Gewinne.
Verdacht auf Insiderwissen
Doch die jüngste Entwicklung wirft Fragen auf. Kurz vor Trumps Rückzieher in der Iran-Frage wurden innerhalb einer Minute Öl-Futures im Wert von 580 Millionen Dollar gehandelt – ein Vielfaches des üblichen Volumens. Minuten später folgte die politische Kehrtwende, der Ölpreis brach ein, Aktienmärkte explodierten.
Parallel dazu wurden massive Positionen in S&P-500-Futures aufgebaut, während auf Wettplattformen auffällige Wetten auf eine Deeskalation platziert wurden. Kritiker wie Nobelpreisträger Paul Krugman sprechen offen von möglichem Missbrauch vertraulicher Informationen.
Wenn die Formel an ihre Grenzen stößt
Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Die TACO-Strategie basiert auf einer stillschweigenden Annahme: dass alle Konflikte politisch steuerbar sind und schnell entschärft werden können. Doch genau diese Annahme gerät ins Wanken.
Im aktuellen Konflikt zeigt sich, dass geopolitische Gegner nicht zwingend auf Deeskalation setzen. Iran hat jüngste Vorschläge abgelehnt und signalisiert Härte. Gleichzeitig steigt der innenpolitische Druck auf Trump: sinkende Zustimmungswerte, steigende Energiepreise und wachsende Inflationssorgen.
Analysten warnen bereits vor einem möglichen globalen Abschwung bis hin zu Stagflation. Sollte der Konflikt eskalieren und sich nicht kurzfristig lösen lassen, könnte das bewährte Marktverhalten kippen.
Die Wall Street hat eine Formel gefunden, um politische Muster zu monetarisieren. Doch sobald diese Formel allgemein bekannt ist – und von Gegenspielern einkalkuliert wird – verliert sie ihre Wirkung. Eine berechenbare Schmerzgrenze ist in der Politik kein Vorteil, sondern eine Schwäche.
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